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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : spontane "Anordnung" von Dienstreisen



evangeline
07.12.2005, 18:04
Hallo zusammen!

Ich weiß ja nicht, wie es bei Euch läuft, aber ich muß einfach mal meinen Frust loswerden! :mad:

Als ich Dienstag wieder auf Arbeit war (Montag hatte ich urlaub wegen Zahnarzttermin), hat der Chef eine Dienstbesprechnung anberaumt. Da hat er uns (9 Sachbearbeiter) mitgeteilt, daß wie noch vor Weihnachten, also in der 50./51. KW nach Köln zum Lehrgang sollen. :daumenrun

Der Witz an der Sache ist, daß wir für die Hotelkosten komplett in Vorlage treten sollen, für die Bahntickets übrigens auch ...:mad: :mad: :mad:

Nun hab ich das Problem, daß ich nur zum Arbeiten ins saarland komme und ursprünglich aus S-A stamme, wohin ich auch jedes WE fahre, weil meine Tochter dort bei meinen Eltern lebt (hier gibt´s keine Ganztagsbetreuung).

Erstaatet bekomme ich nur die Fahrt von Saarbr. nach Köln. Die Fahrt von zuhause nach Köln würde nicht erstattet werden, obwohl das billiger ist und schneller geht. Dadurch kann ich den 3. und 4. Advent erstmal vergessen. Ich bin ja nur unterwegs.

Was ich Euch fragen wollte: ist das bei Euch auch so, daß Dienstreisen derart kurzfristig anberaumt werden und man noch nichtmal die Chance hat, "nein" zu sagen???

Evangeline

JohnW
07.12.2005, 19:39
Das würde ich mir so nicht gefallen lassen!
Und das mit der Vorkasse ist unverschämt!
Irgendwer (dein Chef?) hat da wohl fehlgeplant und du (ihr) sollt´s jetzt ausbaden.

Wenn der Dienstherr will, dass wir fortgebildet werden, dann soll er auch bitteschön die Rahmenbedingungen schaffen.

Was soll denn passieren wenn du nein sagst?
Ich denke man muss seine Lebensplanung nicht darauf abstellen, dass man immer, überall und vor allem so kurzfristig für den Dienstherrn verfügbar ist.

evangeline
07.12.2005, 20:34
Ich finde das auch unverschaemt....

Leider Gottes bin ich nach dem Rpfl-Ex letztes jahr nicht uebernommen worden und hatte nach mehrmonatiger Arbeitslosigkeit im Maerz 2005 das Glueck, einen Job bei einer Bundesoberbehoerde (als Angestellte) zu kriegen.

Diese sitzt im "Ruhrpott" (ich will ja hier keine Klarnamen nennen), ein Referat dort hat was vergeigt (mehr als 100 000 Akten Rueckstaende) und wir in Saarbr. sollen nun auf Teufel komm raus noch vor Weihnachten auf ein voellig anderes Aufgaben- und Rechtsgebiet umgeschult werden, in einem Bruchteil der zeit, die den eigentlichen Sachbearbeitern in ... zur Verfuegung stand. Der oertl. Personalrat liegt seit 2 Wochen im KKH. Der kann also auch nicht weiterhelfen.

Der Behoerdenleiter in ... hat unseren Ast.leiter in Saarbr. Montag angerufen und ihm gesagt, daß Saarbr. ab 1.1.06 die ... Verfahren bearbeiten soll. Das sind zum Großteil hier gelernte Verwaltungsangestellte, die neigen nicht zum Widerspruch.
Und ich weiß nicht, ob ich mich da in die nesseln setzen soll, nachdem ich grad mal 10 Monate dabei bin???

Nein sagen kann ich nicht mehr- die "Option" war nicht vorgesehen.
Es wurde angeordnet- basta.

evangeline
07.12.2005, 20:43
Nachtrag:

Ich vermute mal, die Eilbeduerftigkeit der Schulung haengt mit dem Regierungswechsel zusammen...:teufel:

Wir sind ja direkt dem Bundes...ministerium unterstellt. Da wird sich der neue Minister von seinen Behoerden wohl einen Ueberblick verschaffen wollen. Dabei muß denen dann in ... der immense Rueckstand urploetzlich aufgefallen sein. Eine Bekannte von mir arbeitet in der zentrale in eben diesem Rechtsgebiet und die Arbeit war nicht zu schaffen, weil die Abteilung personalmaessig unterbesetzt ist...

Dafuer kriegen wir in Saarbr. die bisherigen verfahren (die nach BAT hoeher bewertet waren) weggenommen und sollen in null komma nix mit einem Fuenftel der kraefte den Rueckstand eines jahres in einem uns voellig fremden Rechtsgebiet in 10 monaten bewaeltigen...

Man muß kein Genie in Mathe sein, um zu sehen, wo es da hakt.

Evangeline

Andreas
08.12.2005, 06:40
Die kürzere Fahrtdauer wird wohl kein Argument sein.

Die kostengünstigere Fahrt könnte aber vielleicht doch ein Argument sein, wenn Du dem Reisekostenantrag einen Nachweis beifügst, dass dieselbe Fahrt von Saarbrücken aus mehr kostet. Ein anderes Ergebnis ist ja schizophren. Ich würde bei der Reisekostenstelle mal nachfragen, woraus sich ergibt, dass ihr nicht eine günstigere Variante nehmen dürft. Ich dachte immer, die sind dafür da, dass mit dem Geld des Staates sorgfältig umgegangen wird. Ich würde mir auch - wenn es um nicht allzuviel Geld geht - überlegen, hinterher gegen einen ablehnenden Bescheid vorm Verwaltungsgericht vorzugehen (als Beamter sagt sich das natürlich leichter, ich weiß).
Ich habe das alles selbst auch noch nicht ausprobiert.

Wenn Du damit nicht durchkommst, wissen wir wenigstens, warum der Bund und einige seiner Länder unaufhaltsam auf die Pleite zusteuern.

Einmal ist es mir passiert, dass auf die Auszahlung von 300 vorgeleisteten Euro drei Wochen warten musste. Seit ich beim nächsten Mal einen Kostenvorschuss verlangt habe, geht das besser.

Ich bin weiß Gott kein Konfrontationstyp. Aber die Verwaltungen freuen sich doch, wenn nirgends nicht einmal ein Mucks kommt, sondern alles geschluckt wird. Macht aus deren Sicht alles einfacher. Ich würde für mich auch nicht garantieren, dass ich dieser Versuchung nicht erläge, wenn ich selbst in der Verwaltung säße.

Manfred
08.12.2005, 07:02
Der oertl. Personalrat liegt seit 2 Wochen im KKH. Der kann also auch nicht weiterhelfen.
Seit wann können Personalräte weiterhelfen!? Unserer scheint nur die Obrigkeit anzubeten. Jedenfalls rumort es hier an einigen Stellen.

evangeline
08.12.2005, 15:26
@ manfred:

Unser Personalrat soll ganz gut sein (bin ja noch nicht solange dabei, dass ich das beurteilen kann). Den hab ich gestern Abend daheim angerufen, seine Frau hat ihn dann angerufen und mir gesagt, er empfehle mir, die Frauenbeauftragte zu fragen. Der hab ich dann 20 Uhr noch von der Arbeit ne email geschrieben. Heute früh um 10 kam die Antwortmail: sie kümmere sich darum (sie arbeitet auch in der Reisestelle).:)

Heute hieß es um 11, dass wir doch nicht für die Fahrkarten in Vorlage treten müßten, sondern die per email erhalten. ;)
13:30 Uhr hatten wir Dienstbesprechung. Kurz vorher rief die Dame an und meinte, es wäre genehmigt, dass ich von S-A aus nach Köln fahre (ich hatte zusätzlich angeboten, auf die mir zustehende 1. Klasse zu verzichten und meine private Bahncard 50 zu nutzen), sie hätte das beim Leiter der Abteilung durchgesetzt (über das Kostenargument).

Gott sei Dank!!!:)

Nun hab ich bahn.de nach Verbindungen durchsucht und festgestellt, dass so früh morgens von mir nix nach Köln fährt (11 Uhr beginnt die Schulung), der früheste zug ginge 5 Uhr und wäre 11:15 in Köln Hbf. Von dort sind es noch 20 min mit der S-Bahn.
Die Kollegen haben mir schleunigst davon abgeraten, in ... nachzufragen, ob ich später kommen kann, weil es schon genug Ärger gegeben hätte.

Also hab ich die Frauenbeauftragte nochmal angerufen, die hat mir den Ansprechpartner gesagt und ich hab den gefragt-

der Herr sei gepriesen: es geht. (und ich bin nicht gefressen worden!):D

Mein Dank für die moralische Unterstützung an Euch.:daumenrau :daumenrau
Ich hatte ernsthaft überlegt, klein beizugeben bzw. wie die Kollegen in Deckung zu gehen.

Grüße aus dem verregneten Saarland,
Evangeline.

Manfred
09.12.2005, 08:04
@evangeline

Freut mich für Dich, dass es so gut geklappt hat. Ihr habt ja richtig engagierte Funktioner. Da sieht man mal wieder, dass man nicht alle über einen Kamm scheren soll.