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oL
03.08.2006, 22:46
aus dem aktuellen rpfl.-newsletter:

Am 1.8.2006 startet die Steuerakademie in Niedersachsen

Mit der Verkündung des Gesetzes über die Steuerakademie Niedersachsen vom 14.7.2006 (Nieders. GVBl. S. 410) kann die Akademie ihre Arbeit jetzt zum 1.8.2006 aufnehmen. Die Steuerakademie ist entstanden aus der Fakultät Steuerverwaltung der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege und der Landesfinanzschule. Sie ist eine nicht rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts des Landes Niedersachsen und untersteht der Dienst- und Fachaufsicht des Finanzministeriums. Die Absolventen, die die Laufbahnprüfung für den gehobenen Dienst bestanden haben, sind berechtigt, die Bezeichnung "Diplom-Finanzwirtin (Steuerakademie)" oder "Diplom-Finanzwirt (Steuerakademie)" zu führen.


so ganz unauffällig per klammerzusatz erfährt man hier offenbar, dass dem geh. dienst der steurerverwaltung mal soeben der fachhochschulstatus wieder aberkannt wurde. "diplom- finanzwirt (steuerakademie) ist doch wohl hochschulrechtlich nicht mehr dasselbe wie diplom-finanzwirt (FH), oder ? damit wären die absolventen keine träger eines hochschulrechtlichen diploms mehr.

das erinnert mich an einen rückfall in die zeiten der beamten(fach)schulen, deren abschlüsse nur im beamtenapparat zählen, draussen aber keinen akademisch anerkannten status haben.

für die angehörigen des geh. dienstes m. E. statusmäßig ein deutlicher rückschritt.

Ulf
04.08.2006, 09:02
Mag sein aber macht praktisch keinen Unterschied. Geh. Dienst ist geh. Dienst.

Erzett
04.08.2006, 09:09
@ol Wieder so ein englischer Begriff, der auch nicht besser ist als der deutsche. Warum nicht einfach "Degradierung"?

oL
04.08.2006, 13:26
@erzett
das klingt mir zu militärisch.


Mag sein aber macht praktisch keinen Unterschied. Geh. Dienst ist geh. Dienst.

da stimme ich nicht zu. zum einen finde ich es auch im staatsdienst vom status her nicht ganz unwichtig "normaler" fachhochschulakademiker zu sein. denn alles andere wird schnell als "beamtenschule" abgetan.

zum anderen haben wir zeiten, wo längst nicht mehr alle anwärter übernommen werden. für die ist schon wichtig, dass der markt den anerkannten standard dipl. (FH) erkennt und fachlich wie gehaltstechnisch zu bewerten weiss.

Erzett
04.08.2006, 21:34
@erzett
das klingt mir zu militärisch.

.



Wie wäre es mit Herabsetzung oder Herabstufung. Die deutsche Sprache bietet doch genügend Begriffe.

oL
06.08.2006, 10:55
nachtrag zur sache:

die FHs werden ja künftig abschlussmässig die 3-jahres-abschlüsse als bachelor qualifizieren. darauf kann man ggf. unterschiedliche geeignete master aufsetzen und so darauf aufbauen.

mit einem dipl. (beamtenakademie) kann man hinterher hochschulmäßig gar nix anfangen.

für nicht übernommene ggf. ein wichtiger unterschied.

Wood
06.08.2006, 12:14
Auf einer Rechtspflegerseite ist ein Brief der Justizminister an einen Rechtspflegerverband veröffentlicht, aus dem sich wortwörtlich ergibt,
dass den Rechtspflegern von allen Justizministern unbestritten zwar selbstverständlich schon längst eine Sonderlaufbahn zustehe.
Die praktische Umsetzung aber am Widerstand der Finanzminister scheitere und auch in absehbarer Zukunft scheitern werde.
Es bleibt also weiterhin beim " Titel ohne Mittel" .
Aber hier muß ich oL trotzdem mal wiede ausnahmsweise Recht geben,
zumindest beim Rechtspfleger muß entweder die Bezeichnung Diplomrechtspfleger (FH) oder Diplomjurist (FH) erhalten bleiben.
Die Kollegen vom Finanzamt leiden darunter, dass sie nur "Finanzwirte"sind,weil bei uns die mittleren Beamten ja als "Justizwirte" bezeichnet werden. Einen Unterschied in der Wertigkeit zwischen einem
Finanzbeamten und einem Rechtspfleger haben daher die deutschen Justizminister zu Recht erkannt. Die Rechtspfleger sind in vielen Bereichen aus diversen Gründen ( personelle und fiskalische Gründe) an die Stelle von Richtern oder Staatsanwälten getreten.
Der besondere Status der Rechtspfleger dürfte daher allgemein anerkannt werden und ist daher auch von uns zu verteidigen.

Erzett
06.08.2006, 16:59
Die meisten Bürger haben überhaupt keine Vorstellung was ein Rechtspfleger ist und was er macht :(

13
06.08.2006, 17:25
Aus einem Rechtspfleger-"Kampfblatt" zu meiner Studienzeit: "Ach, Sie sind Rechtspfleger? Interessant! Bei welchem Sozialamt arbeiten Sie denn?" http://www.addis-welt.de/smilie/smilie/diverse/icon_eek3.gif

Doro
07.08.2006, 07:12
.... oder so, den Kommentar hab ich selbst gekriegt: So, du bist also Rechtspflegerin. Das heißt wohl, du pflegst Glatzen.... :eek:

juris2112
07.08.2006, 07:39
Es ist beileibe nicht so, dass ich den Kollegen (oder irgend jemand anderem) einen "Titel" missgönne oder die damit nach außen hin zum Ausdruck kommende Reputation kleinreden möchte. Aber in unserer Gesellschaft hat leider die Unsitte Einzug gehalten, dass die Befähigung eines Arbeitnehmers nicht mehr nach seinem tatsächlichen Wissen und Können, sondern überwiegend nach einem vor sich hergetragenen Prädikat beurteilt wird, und zwar ganz gleich, ob es sich dabei um einen "Dr.", einen "Dipl." oder irgendeinen anderen Titel handelt und unabhängig davon, ob er sich den Titel durch hervorragende Leistungen verdient oder ob er sich durch seine Ausbildung gerade mal so durchgewürgt hat.

Beim Rechtspfleger hat es sich schon immer so verhalten, dass er sich mit einem Titel schmücken durfte, für den er sich weder bei der Justiz noch in der freien Wirtschaft irgend etwas kaufen konnte. Wie bereits zu Recht gesagt wurde, hat der den Rechtspflegern verliehene Diplomgrad schon in den letzten 30 Jahren nicht dazu geführt, dass der gemeine Bürger irgendeine Vorstellung vom Beruf und der Tätigkeit eines Rechtspflegers hat. Ich sehe nichts, was dafür spräche, dass sich dies (mit oder ohne Titel) in Zukunft ändern könnte. Wenn man ehrlich ist, dann war der Diplomgrad nichts anderes als ein wohlbedacht initiiertes Täuschungsmanöver, um die Rechtspflegerschaft (und andere Berufsstände) ruhig zu stellen, weil man nicht bereit war und bis heute nicht bereit ist, die Leute auch entsprechend ihrem Wissen und Können zu bezahlen, und zwar ganz unabhängig davon, ob sie einen Titel ihr eigen nennen können oder nicht.

Wenn ich mir heute ansehe, dass etliche Volljuristen mit Dissertationen zu ihrem Doktortitel gekommen sind, die ein Rechtspfleger in den einschlägigen Rechtsgebieten im Schlaf hätte schreiben können, so kann man mit Fug und Recht behaupten, dass ein Doktortitel nicht besagt, das jemand etwas weiß, sondern bestenfalls, dass er (vielleicht) einmal etwas wusste. Und was für den Doktortitel gilt, gilt auch für alle anderen "Prädikate".

Also lassen wir die Kirche bitte im Dorf. Sich über so etwas aufzuregen, bedeutet, sich in Nebenkriegsschauplätzen zu verlieren.

Erzett
07.08.2006, 08:37
@juris :daumenrau

In Hamburg verwendet ohnehin kaum einer den "Dipl Rüpfl (FH)" sondern schenkt sich alle Zusätze. :)

Stefan
07.08.2006, 09:03
In Hamburg verwendet ohnehin kaum einer den "Dipl Rüpfl (FH)" sondern schenkt sich alle Zusätze. :)
Ich kenne jedenfalls auch gar niemanden, der den Zusatz verwendet.

Ulf
07.08.2006, 09:22
Bei uns steht es an den Türen aber auf Schreiben, Beschlüssen usw. steht auch nur "Rechtspfleger(in)".

13
07.08.2006, 11:03
In Hamburg verwendet ohnehin kaum einer den "Dipl Rüpfl (FH)" sondern schenkt sich alle Zusätze. :)
Ich kenne jedenfalls auch gar niemanden, der den Zusatz verwendet.

Jetzt kennste einen: Mich! :D :oops: :D

Erzett
07.08.2006, 11:21
@13 Hat´s dich von lower-saxony nach the schönste town der world verschlagen?

ettigirb
07.08.2006, 11:27
Bei uns steht es an den Türen aber auf Schreiben, Beschlüssen usw. steht auch nur "Rechtspfleger(in)".

:dito:

Gibt´s eigentlich jemanden, der seine Diplom-Urkunde im Büro aufgehängt hat?

13
07.08.2006, 11:33
@13 Hat´s dich von lower-saxony nach the schönste town der world verschlagen?

Nicht direkt, aber ich residiere ja in ständiger Nachbarschaft. Trotzdem hatte ich bereits das Vergnügen - so zu sagen auf halber Strecke... :)

Erzett
07.08.2006, 11:42
Gibt´s eigentlich jemanden, der seine Diplom-Urkunde im Büro aufgehängt hat?

Ich kenn jemanden, der einen klugen BGH-Spruch im Zimmer hängen hat:

"Ein Antragsteller kann durch Sorgfalt bei der Antragstellung Verzögerungen vermeiden, die durch berechtigte Auflagen des Rechtspflegers entstehen". :)

Stefan
07.08.2006, 13:04
Jetzt kennste einen: Mich! :D :oops: :D
Ich meinte es eigentlich auch mehr Hamburg bezogen.
Und irgendwie erinnert mich Dibbel Ribbel doch mehr an Häkeln.:teufel:

13
07.08.2006, 13:51
Ich meinte es eigentlich auch mehr Hamburg bezogen.
Und irgendwie erinnert mich Dibbel Ribbel doch mehr an Häkeln.:teufel:

Schließlich muss man sich ja oft genug irgendwelche Beschlüsse zusammenstricken...

ettigirb
07.08.2006, 18:46
Ich kenn jemanden, der einen klugen BGH-Spruch im Zimmer hängen hat:

"Ein Antragsteller kann durch Sorgfalt bei der Antragstellung Verzögerungen vermeiden, die durch berechtigte Auflagen des Rechtspflegers entstehen". :)

Jetzt grübbel ich schon den halben Tag über den Spruch , aber irgendwie bin ich mir immer noch unschlüssig :( , ob der Sinn dieser Aussage wirklich positiv zu sehen ist ... :oops:
... oder ob die Daseinsberechtigung des Rechtspflegers durch blosse sorgfältige Antragstellung nicht quasi eliminiert würde ... :eek: ... :gruebel:

Vielleicht ist mir auch nur das Eisessen heute Nachmittag nicht bekommen :D

oL
07.08.2006, 20:29
@juris2112

dem posting #11 möchte ich zur gänze widersprechen. im einzelnen:


Aber in unserer Gesellschaft hat leider die Unsitte Einzug gehalten, dass die Befähigung eines Arbeitnehmers nicht mehr nach seinem tatsächlichen Wissen und Können, sondern überwiegend nach einem vor sich hergetragenen Prädikat beurteilt wird, und zwar ganz gleich, ob es sich dabei um einen "Dr.", einen "Dipl." oder irgendeinen anderen Titel handelt und unabhängig davon, ob er sich den Titel durch hervorragende Leistungen verdient oder ob er sich durch seine Ausbildung gerade mal so durchgewürgt hat.

"tatsächliches wissen" ist nicht greifbar. als bewerber um eine stelle kann ich ja schlecht in die bewerbung schreiben, dass ich zwar nen standardabschluss habe, es in wirklichkeit aber voll drauf habe. qualifikation muss notwendiger weise nachweisbar und durch abschlüsse dokumentiert sein, sonst kann sie der arbeitnehmer nicht belegen und der arbeitgeber nicht verifizieren. qualifizierte abschlüsse dienen daher beiden und sind unverzichtbar.


Wenn ich mir heute ansehe, dass etliche Volljuristen mit Dissertationen zu ihrem Doktortitel gekommen sind, die ein Rechtspfleger in den einschlägigen Rechtsgebieten im Schlaf hätte schreiben können, so kann man mit Fug und Recht behaupten, dass ein Doktortitel nicht besagt, das jemand etwas weiß, sondern bestenfalls, dass er (vielleicht) einmal etwas wusste. Und was für den Doktortitel gilt, gilt auch für alle anderen "Prädikate".

natürlich ist die promotion an sich eher eine fleissaufgabe und belegt, dass jemand wissenschaftlich arbeiten kann. aber man muss sehen, dass bei jura voraussetzung zur promotion ein überdurchschnittliches examen ist, sonst nimmt einen gar kein prof. an. der Dr. jur. steht daher für einen durch die promotion veredelten ohnehin schon überdurchschnittlichen abschluss.
die fähigkeiten der rpfl. zum verfassen wissenschaftlicher arbeiten präsentieren sich seit einführung der diplomarbeiten hingegen eher bescheiden. obwohl sie in den "einschlägigen rechtsgebieten" geschrieben werden.


Beim Rechtspfleger hat es sich schon immer so verhalten, dass er sich mit einem Titel schmücken durfte, für den er sich weder bei der Justiz noch in der freien Wirtschaft irgend etwas kaufen konnte. Wie bereits zu Recht gesagt wurde, hat der den Rechtspflegern verliehene Diplomgrad schon in den letzten 30 Jahren nicht dazu geführt, dass der gemeine Bürger irgendeine Vorstellung vom Beruf und der Tätigkeit eines Rechtspflegers hat.

grade weil man draussen keine detaillierte kenntnis von den inhalten des abschlusses hat, ist es wichtig, den standard "FH" wiederzuerkennen, den man in deutschland auf breiter basis und seit langem kennt. denn der steht für etwas. ich weiss auch nicht genau, was andere dipl. FHs exakt machen, aber man erkennt das format "fachhochschuldiplom" zweifelsfrei wieder. es steht für leute, die über (fach)hochschulzugangsberechtigung verfügen und ein mindestens 3-jähriges studium an einer FH absolviert haben, mit mehrstündigen klausuren, diplomarbeit etc. dementsprechend werden leute von der FH auch anerkannt und gehaltmäßig eingruppiert. nimmt man den FH-standard hingegen weg, weiss niemand mehr, um was für ein qualifikationslevel es sich eigentlich handelt.


Wenn man ehrlich ist, dann war der Diplomgrad nichts anderes als ein wohlbedacht initiiertes Täuschungsmanöver, um die Rechtspflegerschaft (und andere Berufsstände) ruhig zu stellen, weil man nicht bereit war und bis heute nicht bereit ist, die Leute auch entsprechend ihrem Wissen und Können zu bezahlen, und zwar ganz unabhängig davon, ob sie einen Titel ihr eigen nennen können oder nicht.

das ist m. E. nicht der fall. durch die anerkennung als ordentlicher FH - studiengang ist der rpfl. erstmalig von einer blossen beamtenausbildung in den akademikerstatus gehoben worden. FH ist nicht uni, aber schon nahe dran, der rpfl. wird dadurch auch von den volljuristen als akademiker erkannt. vielleicht eine stufe drunter, aber (auch) akademiker. wenn der gehobene dienst (wieder) blosse nichtakademische beamtenausbildung wird, dann ist die distanz zum höheren gewaltig. jede statusmäßige oder gehaltstechnische fortentwicklung lässt sich dann mit dem argument: "die haben ja nichtmal studiert" plattmachen. glaubt man -wie ich- denjenigen stimmen, die sagen, dass weite teile der joblandschaft in zukunft akademisch sein werden, wäre der geh. dienst absolvent draussen dann quasi ein nichts.

Wood
07.08.2006, 23:15
Ich gehöre auch nicht zu den Leuten, die ihre Diplomurkunde irgendwo an die Wand gehängt haben ( die Urkunde zu suchen, würde wohl so 20 - 30 Minuten Sucharbeit bedeuten) oder mit Dipl. (FH) unterschreiben, aber lieber ist mir unsere Bezeichnung schon, als die der Rechtswirte oder Steuerfachwirte. Falls es bei uns mal so wirtschaftlich aufwärtsgeht wie
in Irland, dann können wir aus unserem Fachhochschulabschluss irgendwann dann doch mal Profit schlagen. Schließlich entscheiden ja meist Politiker ohne Detailwissen über unseren Status oder unsere Besoldung und hat man mit einem Fachhochschulabschluss dann doch was anderes nachzuweisen als mit einem Justizschulabschluss oder einer Justizakademie. Selbst die kleinen Schalterbeamten oder Bankangestellten absolvieren ja eine eigene Sparkassenakademie .

Der Unterschied sollte daher für die Entscheidungsträger schon erkennbar sein, auf den Titel Diplomrechtspfleger (FH) kann man sich dann wenigstens im Notfall berufen. Warum verwenden eigentlich die Diplomingenieure (FH) ständig ihren Titel und wir Rpfl. nicht?
Soll ich mir das nächste mal wohl doch einen Stemel mit FH bestellen um unseren Status auch breiteren Bevölkerungsschichten bekannter zu machen. Führt jemand einen akademischen Titel -wie wir-, dann wird eine Verwechslung mit einer Raumpflegerin für eine juristische Bibliothek wohl nicht mehr eintreten?

juris2112
08.08.2006, 00:38
Zitat oL:

qualifikation muss notwendiger weise nachweisbar und durch abschlüsse dokumentiert sein, sonst kann sie der arbeitnehmer nicht belegen und der arbeitgeber nicht verifizieren. qualifizierte abschlüsse dienen daher beiden und sind unverzichtbar.

Ich habe keineswegs das Gegenteil behauptet. Ich habe lediglich behauptet, dass mit einem verliehenen Titel keinerlei Aussage über die Qualifikation des Einzelnen verbunden ist. Wenn ich eine bestimmte anspruchsvolle Ausbildung absolviert und abgeschlossen habe, so folgt meine Qualifikation hieraus und aus nichts anderem.

Zitat oL:

die fähigkeiten der rpfl. zum verfassen wissenschaftlicher arbeiten präsentieren sich seit einführung der diplomarbeiten hingegen eher bescheiden. obwohl sie in den "einschlägigen rechtsgebieten" geschrieben werden.

Es würde mich interessieren, aus welcher Erfahrung sich diese Erkenntnis speist. Sie mag daraus resultieren, dass der Zitierte selbst noch keine wissenschaftliche Abhandlung veröffentlicht hat und dass er sich dies aufgrund der ihm in der Rechtspflegerausbildung vermittelten (mangelnden) Fähigkeiten nicht zutraut. Ich bin ebenfalls kein Volljurist und habe meine Rechtspflegerausbildung im Jahre 1977 beendet. Und obwohl diese Ausbildung die entsprechenden Fähigkeiten angeblich nicht vermittelt, habe ich bereits im Jahre 1979 meine erste wissenschaftliche Abhandlung veröffentlicht. Woher sollen die hierfür erforderlichen Fähigkeiten also gekommen sein? Vom Himmel sind sie jedenfalls nicht gefallen.

Zitat oL:

nimmt man den FH-standard hingegen weg, weiss niemand mehr, um was für ein qualifikationslevel es sich eigentlich handelt.

Bevor es die Diplomierung gab, wusste man auch, welche Ausbildung der Rechtspfleger durchlaufen hatte. Weshalb sollte sich hieran etwas geändert haben, nur weil der Abschluss nunmehr mit einem Titel verbunden ist. Früher war keiner "Dipl.", heute ist es jeder. Also beweist der Titel für sich alleine überhaupt nichts. Der irrige Glaube, dass ein Titel "etwas wert" sei, findet demzufolge nur in den Köpfen der Leute statt.

Zitat oL:

der rpfl. wird dadurch auch von den volljuristen als akademiker erkannt. vielleicht eine stufe drunter, aber (auch) akademiker.

Das erinnert mich an ein Statement eines bekannten Anwalts, der verlauten ließ, bei bestimmten Kunden brauche er ohne seinen Porsche überhaupt nicht vorzufahren, weil er ansonsten nicht für voll genommen werde. Mit dem Porsche ist aber ebenso wie mit einem Titel: Er vermag nicht zu beweisen, dass irgend jemand irgend etwas kann.

Fazit:

Es kommt nur auf die Qualifikation, das Können und das Fachwissen des Einzelnen an und nicht darauf, dass wir das Land mit hunderttausenden von Diplomen überschwemmen, die dann bereits ob ihrer massenweisen Vergabe tatsächlich "nichts mehr wert" sind. Der eine ist ohne Diplom eine Spitzenkraft und der andere mit Diplom eine Flasche. So war es schon immer und so wird es auch immer bleiben.

Aber was soll's: Ein Idiot bleibt immer ein Idiot, auch wenn er im piekfeinen Anzug daherkommt und ein Genie bleibt ein Genie, auch wenn er in zerrissenen Jeans aufkreuzt. Aber diesen feinen und entscheidenden Unterschied wird man in unserem Lande wohl nie erkennen und begreifen. Mehr Schein als Sein, das ist die Devise!

TL
08.08.2006, 07:32
Fazit:

Es kommt nur auf die Qualifikation, das Können und das Fachwissen des Einzelnen an und nicht darauf, dass wir das Land mit hunderttausenden von Diplomen überschwemmen, die dann bereits ob ihrer massenweisen Vergabe tatsächlich "nichts mehr wert" sind. Der eine ist ohne Diplom eine Spitzenkraft und der andere mit Diplom eine Flasche. So war es schon immer und so wird es auch immer bleiben.

Aber was soll's: Ein Idiot bleibt immer ein Idiot, auch wenn er im piekfeinen Anzug daherkommt und ein Genie bleibt ein Genie, auch wenn er in zerrissenen Jeans aufkreuzt. Aber diesen feinen und entscheidenden Unterschied wird man in unserem Lande wohl nie erkennen und begreifen. Mehr Schein als Sein, das ist die Devise!



Ach Juris2112, warum kann ich denn so oft bei deinen Beiträgen nur :einermein :zustimm: und :respekt sagen?

13
08.08.2006, 08:29
Die Antwort ergibt sich aus seinem letzten Statement. http://www.cosgan.de/smiliegenerator/ablage/120/397.png
Klasse finde ich die neue Bezeichnung "Dipl.-Fl." (Diplom-Flasche). http://www.cosgan.de/images/smilie/musik/k035.gif :wechlach:

Erzett
08.08.2006, 08:48
Ich hätte Schwierigkeiten, bei juris das Beste rauszuschnippeln. Von vorn bis hinten sowas von *zustimm* :daumenrau

oL
08.08.2006, 18:53
Ich habe lediglich behauptet, dass mit einem verliehenen Titel keinerlei Aussage über die Qualifikation des Einzelnen verbunden ist. Wenn ich eine bestimmte anspruchsvolle Ausbildung absolviert und abgeschlossen habe, so folgt meine Qualifikation hieraus und aus nichts anderem.

@juris2112

das ist doch genau der ansatzpunkt: ein dipl. XY (FH) steht als synonym für eine anspruchsvolle ausbildung.

weitaus anspruchsvoller als die normalen berufsausbildungen nach dem berufsbildungsgesetz. ein FHler kann sich mit anderen FHlern vergleichen, man erkennt den standard wieder, auch wenn die inhalte der einzelnen abschlüsse ggf. völlig verschieden sind.

als absolvent einer beamtenakademie kann man sich nur mit seinesgleichen identifizieren; arbeitgeber und sonstige leute wissen einfach nicht, was das ist. die meisten leute wissen überhaupt nichts über die unterschiede zwischen mittlerem und geh. dienst oder welche qualifikation z.b. ein kostenbeamter oder geschäftsleiter haben muss. für viele ist man dann, egal in welcher hierarchischen ebene angesiedelt, nur träger irgendeiner beamten- bzw. verwaltungsausbildung.


Es kommt nur auf die Qualifikation, das Können und das Fachwissen des Einzelnen an

und wie belegt man qualifikation besser, als mit einem abschluss, welcher bundesweit für hochschulanforderungen und qualität steht, wie es ein fachhochschuldiplom tut?

die anforderungen einer beamtenakademie hingegen kennt niemand. selbst die fertigen FH - steuerleute werden nicht wissen, ob die neue akademie den standard der FH hat bzw. hält oder nicht. beamtenakademie ist einfach kein standard oder format, was man kennt und vergleichen kann. und das ist für den arbeitsmarkt immer schlecht. die absolventen versacken damit wieder im nirwana der beamtenausbildungen, für die es draussen kein äquivalent oder wertungsmaßstab gibt. exot halt.

juris2112
08.08.2006, 19:01
Zitat oL:

ein dipl. XY (FH) steht als synonym für eine anspruchsvolle ausbildung.

Eben!

Damit erachte ich den Streit im Sinne der von mir vertretenen Auffassung als entschieden.

oL
08.08.2006, 20:28
... welcher streit? offenbar liegt im grundsatz ja gar kein dissens vor.

FloHH
08.08.2006, 20:53
Öhm, ich benutze auch den "Dipl-RPfl (FH) "- zumindest im Präsidentenbriefkopf in der "Ansprechpartner"-Zeile ...
:flucht:

Stefan
08.08.2006, 21:24
Öhm, ich benutze auch den "Dipl-RPfl (FH) "- zumindest im Präsidentenbriefkopf in der "Ansprechpartner"-Zeile ...
:flucht:
Da steht bei mir auch nur Rechtspfleger, aber ich habe ja auch keinen Präsidentenbriefkopf.:cool:

oL
08.08.2006, 21:26
m. E. ist der akademische grad "dipl.-rpfl. (FH)" im justizalltag fehl am platz.

denn diplom-rechtspfleger (FH) ist man als durch abschluss zur führung dieses grades berechtigter immer. so wie z.b. auch ich es bin.

für die amtsausübung als beamter und die angesprochenen verkehrskreise ist es aber wichtig, die korrekte funktionsbezeichnung zu erfahren, also ob einem jemand als "rechtspfleger" (d. h. mit aufgaben nach dem rechtspflegergesetz betrauter, der allerdings kein diplom haben muss) was schreibt oder als JI (verwaltung, kostenbeamter etc.).

denn danach richtet sich der status und das rechtsmittel.

Stefan
08.08.2006, 21:30
m. E. ist der akademische grad "dipl.-rpfl. (FH)" im justizalltag fehl am platz. ....
für die amtsausübung .... ist es aber wichtig, die korrekte funktionsbezeichnung zu erfahren, ....
Das sehe ich mal genauso.

Erzett
08.08.2006, 21:37
:flucht:
Da steht bei mir auch nur Rechtspfleger, aber ich habe ja auch keinen Präsidentenbriefkopf.:cool:

Wart ab, da reicht vielleicht eine kleine Bewerbung :teufel: ;)

bü40
08.08.2006, 23:01
m. E. ist der akademische grad "dipl.-rpfl. (FH)" im justizalltag fehl am platz. ....
für die amtsausübung .... ist es aber wichtig, die korrekte funktionsbezeichnung zu erfahren, .... Das sehe ich mal genauso. Ich auch:
Ich habe den Dipl.Rpfl (FH) auch nur einmal bewusst gebraucht und das hat gereicht.
Und das ist 25 Jahre her.
Ansonsten bin ich Rpfl.

FloHH
09.08.2006, 20:57
m. E. ist der akademische grad "dipl.-rpfl. (FH)" im justizalltag fehl am platz.

denn diplom-rechtspfleger (FH) ist man als durch abschluss zur führung dieses grades berechtigter immer. so wie z.b. auch ich es bin.

für die amtsausübung als beamter und die angesprochenen verkehrskreise ist es aber wichtig, die korrekte funktionsbezeichnung zu erfahren, also ob einem jemand als "rechtspfleger" (d. h. mit aufgaben nach dem rechtspflegergesetz betrauter, der allerdings kein diplom haben muss) was schreibt oder als JI (verwaltung, kostenbeamter etc.).

denn danach richtet sich der status und das rechtsmittel.

Rechtsmittel ? Gegen meine Schreiben ? :gruebel: Aber, aber ...

Wenn nur der akademische Grad ohne zusätzliche Funktionsbezeichnung dastünde: völlig d'accord. Ich verbinde den Grad mit meinem Namen. Das darf ich und das ist auch nicht fehl am Platz. Ganz im Gegenteil - es ist meine Art, die Vielseitigkeit meines Berufs zu demonstrieren...

13
09.08.2006, 21:06
Wenn nur der akademische Grad ohne zusätzliche Funktionsbezeichnung dastünde: völlig d'accord. Ich verbinde den Grad mit meinem Namen. Das darf ich und das ist auch nicht fehl am Platz. Ganz im Gegenteil - es ist meine Art, die Vielseitigkeit meines Berufs zu demonstrieren...

Ich sehe ebenfalls kein Vergehen, wenn man einen Beschluss mit

Dipl.-Rpfl. XY

Rechtspfleger

unterzeichnet. Wer das nicht mag, der kann ja drüberweg lesen... :teufel:

Stefan
09.08.2006, 21:15
Aber was bitte, hat der akad. Grad mit der Vielseitigkeit des Berufes zu tun?:gruebel:

bü40
09.08.2006, 21:26
Aber was bitte, hat der akad. Grad mit der Vielseitigkeit des Berufes zu tun?:gruebel:

Diese Frage stelle ich mir auch gerade.
Ich habe es nicht nötig, mich berufsmäßig über den den Dipl. Rpfl. zu definieren.
Ausser Strafsachen habe ich die gesamte Bandbreite abgearbeitet.
Ich weiß, dass ich zur Führung des Titels berechtigt bin.
Aber brauche ich das??

FloHH
09.08.2006, 21:27
Der akademische Grad deutet auf die Berufsausbildung hin. Bevor ich diesen in meine Schreiben eingefügt habe, durfte ich mir beim Kontakt mit Justizverwaltungen anderer Bundesländer zum Ende des Gesprächs gerne einen Kommentar dazu anhören, wie exotisch es doch sei, als Richter in der Verwaltung zu arbeiten. Den "Richter" habe ich mir dann immer verbeten ( sorry, GC :troest: ) - seit dem Dipl-RPfl passiert mir das nicht mehr

Stefan
09.08.2006, 21:30
Ich weiß, dass ich zur Führung des Titels berechtigt bin.

Eben, und ich weiß, was ich kann. Ob andere das erkennen oder nicht, ist mir egal und der Titel pusht das auch nicht.

oL
09.08.2006, 21:40
der akademische grad ist m. E. deswegen fehl am platz, weil er vom inhaber immer geführt werden kann, auch wenn er in einer bude würstchen verkauft.

im beamtenapparat kommt es hingegen darauf an, welche funktion man tatsächlich inne hat. ein diplom-kaufmann kann auch immer den grad führen; hätte er sodann noch rechtspflege absolviert, würde es einen doch wohl auch wundern, wenn er auf einmal diplom-kaufmann unter seine gerichtlichen verfügungen setzen würde.

im öff-dienst zählt die amts- bzw. funktionsbezeichnung, nicht die berechtigung zur führung irgendwelcher akad. grade. da das wort "rechtspfleger" (im sinne des RpflG) auch im diplomgrad vorkommt, mag es als bezeichnung bei der ausübung von rechtspflegeraufgaben ja grade noch gehen. aber wenn der rpfl. in der verwaltung sein diplom-rechtspfleger (FH) hervorholt, führt das nur irre und sagt über seine amtsbefugnisse als justizbeamter rein gar nichts aus.

13
09.08.2006, 21:52
Ich habe es nicht nötig, mich berufsmäßig über den den Dipl. Rpfl. zu definieren.


Meine Güte, ist das eine empfindliche Stelle oder was? Es hat doch mit "nötig haben" nichts zu tun, wenn man einen erworbenen akad. Grad auch verwendet. Jetzt fehlen bloß noch Begriffe wie Minderwertigkeitskomplexe, Arroganz, mehr scheinen als sein oder sonst was.

Es bleibt doch jedem selbst überlassen, ob er den Grad verwendet oder nicht. Deswegen muss man die, die es machen, doch nicht gleich negativ anhauchen oder? Ich habe es wahrlich auch nicht nötig, mache es aber trotzdem. Schließlich habe ich ihn reell erworben.
Beim VG hatte ich einen echten Kampf darüber auszufechten. Das hat meinen Ehrgeiz angestachelt. Verbieten konnte es mir keiner und hat es letztlich auch niemand, obwohl es Wellen bis ins Ministerium geschlagen hat.
Wem es nicht passt, der kann es gerne übersehen. Ich rege mich ja auch nicht auf, dass andere ihn nicht verwenden. In meinem Gericht wollte man mir es auch verbieten, "weil es so aussieht, als sei ich etwas besseres als die alteingesessenen Kollegen". Die haben sich teilweise den Grad für 100 DM erkauft, um ihn dann einzumotten. Ich motte ihn eben nicht ein. Basta!

FloHH
09.08.2006, 21:55
@ ol : nichts für ungut und das mag ja auch alles formal und inhaltlich richtig sein. Wenn Sie aber aus der Benutzung des "Dipl-Rpfl" so eine formelle Staatsaffäre machen kann ich nicht verstehen, wenn Sie in anderen Threads die formellen Betrachtungsweisen der Grundbuchkollegen und Co. so angreifen. Ich konsterniere: Eine gewisse sehr äh formelle Betrachtungsweise bestimmter Sachverhalte scheint Ihnen auch nicht fremd zu sein. Gut zu wissen ...:D

Stefan
09.08.2006, 22:01
Soll doch jeder so handhaben, wie er will. Allein die Begründungen für das Pro leuchten mir nicht ein.

13
09.08.2006, 22:05
Soll doch jeder so handhaben, wie er will. Allein die Begründungen für das Pro leuchten mir nicht ein.

Dem ersten Satz stimme ich zu. Der zweite muss mir aber auch nicht unbedingt einleuchten?!

Stefan
09.08.2006, 22:09
Na ja, ich warte auf eine Erklärung, warum der akad. Grad die Vielfältigkeit des Berufes ausdrücken soll. Das kann ich nun leider überhaupt nicht nachvollziehen.

oL
09.08.2006, 22:15
Wenn Sie aber aus der Benutzung des "Dipl-Rpfl" so eine formelle Staatsaffäre machen kann ich nicht verstehen, wenn Sie in anderen Threads die formellen Betrachtungsweisen der Grundbuchkollegen und Co. so angreifen.

nunja, es gibt formale positionen, die berechtigt und sinnvoll sind und andere, deren einhaltung ohne sinn und nutzen nur um der formalen regel selbst willen gefordert werden.

by the way: gesiezt :eek: hat mich hier im forum bisher meiner erinnerung nach noch keiner - das angebot an jeden hier zur formlosen anrede sei daher wiederholt; dies insbesondere, da ich selbst jeden forenüblich duze.

13
09.08.2006, 22:16
Axo, dann habe ich einen falschen Bezug hergestellt, denn die Äußerung mit der Vielfältigkeit hatte ich nicht im Sinn, da sie nicht von mir kam. Dazu kann ich jetzt ehrlicherweise auch nix sagen... :gruebel:

bü40
09.08.2006, 22:21
Ich habe es nicht nötig, mich berufsmäßig über den den Dipl. Rpfl. zu definieren.

Meine Güte, ist das eine empfindliche Stelle oder was? Es hat doch mit "nötig haben" nichts zu tun, wenn man einen erworbenen akad. Grad auch verwendet. Jetzt fehlen bloß noch Begriffe wie Minderwertigkeitskomplexe, Arroganz, mehr scheinen als sein oder sonst was.

Es bleibt doch jedem selbst überlassen, ob er den Grad verwendet oder nicht. Deswegen muss man die, die es machen, doch nicht gleich negativ anhauchen oder? Lieber 13,
ich schätze Deine Beiträge sehr, deshalb abgemildert:
in Bezug auf meinen Beitrag oder meine berufliche Person von Minderwertigkeitskomplexen zu reden ist ganz einfach daneben.
Ich habe keine, im Gegenteil, ich weiss, was ich bin und kann.
Wie Du selbst sagst:
Es bleibt doch jedem selbst überlassen, ob er den Grad verwendet oder nicht.
Fallls Du Dich durch meinen Beitrag negativ angehaucht fühlst, gehe ich davon aus, daß Dich das nicht umwirft.
Wir sind beide beim austeilen und einstecken durchaus hartgesotten, oder täusche ich mich?

oL
09.08.2006, 22:21
Na ja, ich warte auf eine Erklärung, warum der akad. Grad die Vielfältigkeit des Berufes ausdrücken soll. Das kann ich nun leider überhaupt nicht nachvollziehen.

das deute ich so: es handelt sich beim rpfl. um einen neuartigen hybriden aus fachhochschulabsolventen mit diplomgrad einerseits und justizbeamten andererseits. eine art super-soldier ... :D .

bü40
09.08.2006, 22:26
eine art supersoldier ... :D . Fällt mir doch gleich der gute alte Donovan ein:
universal soldier

13
09.08.2006, 22:39
Fallls Du Dich durch meinen Beitrag negativ angehaucht fühlst, gehe ich davon aus, daß Dich das nicht umwirft.
Wir sind beide beim austeilen und einstecken durchaus hartgesotten, oder täusche ich mich?


Netter Versuch, aber er trifft den Kern nicht.

Meine fiktive Fortführung der Argumente wie Minderwertigkeitskomplexe etc. bezog sich weder auf Deinen Beitrag noch Deine (berufliche) Person. Das sollte eigentlich deutlich zu sehen sein.
Mir stößt aber die intolerant erscheinende Äußerung auf, das diejenigen, die nicht nach Deiner Methode verfahren, "es nötig haben, sich über den Dipl.-Rpfl. zu profilieren". Das fasse ich als haltlose Unterstellung auf, die durch nichts belegt ist.
Ich glaube, ich stehe dir weder im Selbstbewusstsein noch in dem Wissen, was ich kann, nach. Wenn Du wirklich die geäußerte Ansicht vertrittst, sei Dir das unbenommen. Wenn das aber in der Öffentlichkeit des Forums so dargestellt wird, erlaube ich mir als Gegenreaktion, eine solche Meinung als Tinneff zu bezeichnen, weil sie - zumindest bezüglich meiner Person - rein aus der Luft gegriffen ist. Ich darf mich auch angesprochen fühlen, denn ein weiterer Diskussionsteilnehmer, der mit mir in diesem Punkt konform geht, ist nicht zugegen.

Letztlich ist das für mich jedoch der berühmte Sturm im Wasserglas, denn es kann nach wie vor jeder nach seiner Facon selig werden und wir beide werden uns auch kaum wechselseitig bekehren (wollen).
Also: Kosten/Weglegen.

bü40
09.08.2006, 22:49
Weglegen. Einverstanden.:daumenrau

FloHH
10.08.2006, 08:58
Zitat:
Zitat von Stefan
Na ja, ich warte auf eine Erklärung, warum der akad. Grad die Vielfältigkeit des Berufes ausdrücken soll. Das kann ich nun leider überhaupt nicht nachvollziehen.


das deute ich so: es handelt sich beim rpfl. um einen neuartigen hybriden aus fachhochschulabsolventen mit diplomgrad einerseits und justizbeamten andererseits. eine art super-soldier ... :D .


Ihr seids aber pingelig... Okay, zugegeben habe ich mich etwas unglücklich ausgedrückt. Ein akademischer Grad an sich gibt sicher keine Auskunft über die Vielseitigkeit eines Berufsbildes. Ich möchte es daher mal anders versuchen:

Mit der Angabe des akademischen Grades ( der unstreitig auf einen bestimmten Studiengang hindeutet ) weise ich darauf hin, wo der Rechtspfleger ausserhalb des Verfahrens auch noch tätig sein kann. Nicht originär als Rechtspfleger iSd RPflG, aber doch mit dem entsprechenden Studium. Anders kann ich diesen Umstand nicht dokumentieren, da ich a) nicht als Rechtspfleger iSd RPflG tätig bin und b) der "Dienstgrad" auch durch eine allgemeine Verwaltungsausbildung erworben worden sein kann. Angefangen habe ich dies übrigens, als gehäuft schriftliche Anfragen von Schulabgängern kamen, die um Zusendung von Infomaterial zum Beruf des Rechtspflegers gebeten hatten. In der offiziellen Broschüre der JB wird - logischerweise - primär auf die Verfahrenstätigkeit hingewiesen und mit einem Nebensatz andere Möglichkeiten ( "Ausserdem können Sie in der Justizverwaltung tätig sein" ) erwähnt. Da aber aus meiner Sich gerade die Vielseitigkeit der Möglichkeiten nach dem Studium eine der Stärken der Rechtspflegerausbildung ist, sollte der akademische Grad quasi als "beispielhafter Wink mit dem Zaunpfahl" dienen. Jetzt verschicke ich zwar keine Infobroschüren mehr, den Grad habe ich aber dringelassen ...

Mehr wollte ich gar nicht sagen und hoffe, dass es jetzt zumindest vom Ansatz verständlich ist. Ob man es inhaltlich fürsich nachvollziehen kann, bleibt jedem selber überlassen ...

oL
10.08.2006, 13:18
@FloHH
in korrespondenz mit berufsinteressierten passt das ja alles auch.

im berufsalltag will der bürger aber wissen, mit wem er es auf behördenseite konkret und mit welchen befugnissen zu tun hat. er hat m. E. auch ein recht darauf, dokumentiert zu bekommen, welcher funktionsträger etwas von ihm will. schreibt mir der JOI verwaltungsbeamte, kann ich mich beim direktor beschweren, schreibt mir der rechtspfleger, muss ich beschwerde einlegen, schreibt mir der kostenbeamte usw ....

hier herrscht allerdings noch verbesserungsbedarf. "auf anordnung xy, justizangestellte", wie grade erst wieder gesehen, finde ich z. b. unmöglich, da weiss man gar nicht wer überhaupt urheber des schreibens ist.

hiro
10.08.2006, 13:29
hier herrscht allerdings noch verbesserungsbedarf. "auf anordnung xy, justizangestellte", wie grade erst wieder gesehen, finde ich z. b. unmöglich, da weiss man gar nicht wer überhaupt urheber des schreibens ist.

Ist doch klar: Die Justizangestellte.
So steht es im Übrigen im Schreibwerk drin: informelle Schreiben, die vom Richter oder Rechtspfleger nur grob vorgegeben werden, z.B. "Beim EMA ladungsfähige Anschrift des ... anfordern" oder "Vom Gl. ... Kosten in Höhe von ... anfordern" werden mit

Auf Anordnung
Name
Justizfachangestellte

unterschrieben.
Schreiben, die vom Richter oder Rechtspfleger wörtlich verfügt wurden, werden mit

Name
Rechtspfleger

Beglaubigt
Name
Justizangestellte

unterschrieben. So ist dies nun mal ... oder auf gut badisch: "des ghört so!" ;)

FloHH
10.08.2006, 14:07
@ ol : Wie schon gesagt: das ist ja alles richtig. Aber das eine schliesst das andere doch nicht aus.
Unter dem Präsidentenbriefkopf geht es bei mir in der Abteilung rechts z.B.
so weiter



Ansprechpartner: Dipl-RPfl ( FH ) FloHH
Abteilungsleiter Budget und Planung


Da dürften beim Empfänger keine Fragen offen bleiben ...

oL
10.08.2006, 14:53
@FloHH
ist ja ok, aber die anderen kollegen hier verfügen im gerichtsalltag nicht über so einen opulenten briefkopf.

13
10.08.2006, 17:02
ist ja ok, aber die anderen kollegen hier verfügen im gerichtsalltag nicht über so einen opulenten briefkopf.

Und das ist jetzt entscheidend? Ich glaube es nicht!

Wood
10.08.2006, 17:04
Dipll.Rpfl. (FH) ist doch eigentlich nur ein akademischer Titel, also wohl letzendlich ein Namensbestandteil. So ähnich ist es doch auch beim
Doktortitel ( Dr.) . Ob der Dr. diesen Titel auf seinem Personalausweis, seiner Heiratsurkunde eintragen lässst oder nicht ist doch allein dessen Sache. Beim Namensbestandteil Dipl.Rpfl. ( FH) ist es nicht anders.

13
10.08.2006, 17:08
Dipll.Rpfl. (FH) ist doch eigentlich nur ein akademischer Titel, also wohl letzendlich ein Namensbestandteil. So ähnich ist es doch auch beim Doktortitel ( Dr.) . Ob der Dr. diesen Titel auf seinem Personalausweis, seiner Heiratsurkunde eintragen lässst oder nicht ist doch allein dessen Sache. Beim Namensbestandteil Dipl.Rpfl. ( FH) ist es nicht anders.

:daumenrau :daumenrau

oL
10.08.2006, 17:53
diplome sind (egal ob FH oder Uni oder sonstwas) kein namensbestandteil.

Stefan
10.08.2006, 18:19
Auch hier wieder *zustimm*: BVerwGE 5, 293 und BGHZ 38, 380, 382 f.

Stefan
10.08.2006, 18:35
da ich a) nicht als Rechtspfleger iSd RPflG tätig bin und b) der "Dienstgrad" auch durch eine allgemeine Verwaltungsausbildung erworben worden sein kann.
Das ist es doch. Da frage ich mich allerdings, warum so umständlich? Ob das an der Verwaltung liegt?:teufel:
Wie oL schon angeführt hat, ist der Grad erworben und gerade, wenn ich nicht als Rechtspfleger tätig bin, wie in der Verwaltung, gibt er im Briefkopf Aufschluß über die Qualifikation.
Wenn ich allerdings als Rechtspfleger tätig bin, bin ich als Rechtspfleger tätig und nicht als Dipl.Rechtspfleger und demgemäß zeichne ich auch.

oL
10.08.2006, 19:18
letztlich lässt sich doch im sinne des threadthemas positiv feststellen, dass das diplom (FH) auch für die verbeamteten durchaus einen wert darstellt.

ich hatte eigentlich überwiegend beamtenmäßige beiträge marke "bin eh lebenszeit, was solls" erwartet, die angenehmer weise ausgeblieben sind.

die zukunft des FH-status ist, wie die des gesamten berufsbildes, jedoch m. E. ungewiss bzw. gefährdet.

bleibt abzuwarten, ob und wie die berufsvertretungen -gestützt auch durch das engagement ihrer mitglieder- der demontage des standards entgegenzuwirken in der lage sind. der hiesige verband hat leider immer noch das programm von 2002 auf der homepage, obwohl beim letzten rechtspflegertag ein neues beschlossen wurde, dessen inhalte einem bisher verborgen bleiben.

bü40
10.08.2006, 21:47
letztlich lässt sich doch im sinne des threadthemas positiv feststellen, dass das diplom (FH) auch für die verbeamteten durchaus einen wert darstellt.
Für mich nicht. Das Papier hängt in einem Ordner, den ich erst suchen müsste. Für meine Arbeit völlig uninteressant.



die zukunft des FH-status ist, wie die des gesamten berufsbildes, jedoch m. E. ungewiss bzw. gefährdet.

bleibt abzuwarten, ob und wie die berufsvertretungen -gestützt auch durch das engagement ihrer mitglieder- der demontage des standards entgegenzuwirken in der lage sind. der hiesige verband hat leider immer noch das programm von 2002 auf der homepage, obwohl beim letzten rechtspflegertag ein neues beschlossen wurde, dessen inhalte einem bisher verborgen bleiben.
Wir sind ein aussterbender Beruf, das ist nicht abzustreiten.
Und die Berufsvertretungen? Na ja:confused:

13
10.08.2006, 22:04
Und die Berufsvertretungen? Na ja:confused:

Haben wir wirklich welche? :teufel:

bü40
10.08.2006, 22:05
Und die Berufsvertretungen? Na ja:confused:
Haben wir wirklich welche? :teufel: Ich nicht!

oL
10.08.2006, 22:11
die berufsvertretungen sind allerdings auch zum großteil das, was sie sind, weil viele rpfl. gar nicht erst mitglied sind. dabei gibt es gar keine alternativen, als den berufsstand durch verweigerung zu schwächen. denn auch eine schlechte lobby ist weitaus besser, als gar keine.

und selbst die mitglieder bringen sich kaum mal irgendwie ein. man lässt die paar gewählten vertreter einfach machen und beklagt sich dann, das nix bei raus kommt. da ginge mit etwas gutem willen schon mehr.

aber es ist halt einfacher, irgendwelche nebenschauplätze hervorzuziehen, weswegen man mit den berufsverbänden nicht einverstanden und daher nicht mitglied ist. mit dieser denkweise dürften wir allerdings so ziemlich alle zu einer bundestagswahl eigentlich niemals hingehen.

Wood
10.08.2006, 22:15
Wichtig ist aber auch, dass die Rechtspfleger ein gesundes Selbstbewusstsein besitzen, ohne arrogant zu sein.
Mit der Berufsvertretung bin ich auch nicht zufrieden, aber da muss ich mich auch selbst an der Nase packen, weil ich hier leider auch zu der Mehrheit gehöre, die sich insoweit viel zu wenig engagiert aber trotzdem meckert..

Wood
10.08.2006, 22:25
Auch hier wieder *zustimm*: BVerwGE 5, 293 und BGHZ 38, 380, 382 f.

:confused: ... aber warum gibts dann Visitenkarten, Büroschilder und und ...
mit Diplomingenieur (FH) Prof. Dr. und anderen Titeln.
Titelinhaber sind daher selbstverständlich berechtigt diesen Titel neben oder zu dem Namen zu führen....
Selbst bei Geburtsanzeigen der Standesämter in der Zeitung steht doch:
Eltern Dipl.Rpfl. (FH) xy und Dipl.Ing.(grad) xy. Die Kollegen vom Standesamt sind doch hoffentlich nicht blöd?

P.S. Habe allerdings bisher meinen akademischen Titel nicht benutzt.
Falls es den Bekanntheitsgrad der Rpfl. vermehren sollte, könnte man
es sich allerdings doch überlegen. Schließlich führen ja auch Hinz und Kunz ihren geschenkten Dr. hc. : siehe unsere Herren Politiker ohne dafür eine ernsthafte Leistung erbracht zu haben.
Wir werden uns doch für unseren akademischen Titel nicht schämen oder ihn verheimlichen müssen:gruebel:

bü40
10.08.2006, 23:03
mit dieser denkweise dürften wir allerdings so ziemlich alle zu einer bundestagswahl eigentlich niemals hingehen.
Warum sinkt denn die Wahlbeteiligung am laufenden Band?

Da wird ein OB mit 53% gewählt.
Tolle Sache!!!
Wahlbeteiligung ca. 30 %.
Da brauchst du keinen Taschenrechner.


Das Volk ist nicht so dumm, wie die Parteien und Verbände meinen.
Ich habe die freie Entscheidung, wen ich wähle und o b ich wähle.

13
11.08.2006, 07:45
Wer aus Nds. kommt, weiß, was von der Berufsvertretung zu halten ist. Ich bin nach 10 Jahren sinnloser Beitragszahlerei ausgetreten und freue mich über das ersparte Geld.

@ oL:
Du als Angehöriger des genannten Bundeslandes müsstest doch als erster wissen, was Sache ist. Deine Einstellung kann ich unter dieser Prämisse nicht nachvollziehen.

oL
11.08.2006, 13:25
@13
die paar beitragskröten sind mir egal, bin immer noch mitglied.

ich sehe einfach -egal was man ggf. vom verband hält- im austritt keine alternative. wie schon oft gesagt: immer noch besser als gar keine lobby.

juris2112
11.08.2006, 13:30
Man kann vom Verband halten was man will. Der entscheidende Nachteil der Nichtmitgliedschaft ist aber nach meinem Dafürhalten, dass man dann auch nicht den "Rpfleger" erhält, der in der gerichtlichen Praxis doch sehr gute Dienste leisten kann, wenn man ihn ständig parat hat.

Sind wir ehrlich: Wer geht schon jeden Monat in die Bücherei und studiert dort das neueste Heft?

ettigirb
11.08.2006, 13:40
Man kann vom Verband halten was man will. Der entscheidende Nachteil der Nichtmitgliedschaft ist aber nach meinem Dafürhalten, dass man dann auch nicht den "Rpfleger" erhält, der in der gerichtlichen Praxis doch sehr gute Dienste leisten kann, wenn man ihn ständig parat hat.

Sind wir ehrlich: Wer geht schon jeden Monat in die Bücherei und studiert dort das neueste Heft?

Oder wer hat die Zeit, sich beim Wust der Umläufe alle interessanten bzw. relevanten Entscheidung/Aufsätze wirklich auf die Schnelle zu lesen und zu verinnerlichen :( .

Stefan
11.08.2006, 13:40
Der entscheidende Nachteil der Nichtmitgliedschaft ist aber nach meinem Dafürhalten, dass man dann auch nicht den "Rpfleger" erhält, der in der gerichtlichen Praxis doch sehr gute Dienste leisten kann, wenn man ihn ständig parat hat.
Das ist in der Tat ein entscheidender Nachteil, bloß ist das für mich kein Grund in einen Berufsverband einzutreten. Und da ich alle Hefte von 1977-2005 "geerbt" habe, ist das doch schon mal ein Grundstock.
Generell gilt für mich: Wenn´s ein Berufsverband sein soll, sollte ich auch Mitglied sein, um die Möglichkeit zu haben, aktiv an Veränderungen mitzuwirken. Die Interna, die hier diskutiert werden, kenne ich nicht, denn ich war niemals Mitglied einer beruflichen Interessenvertretung. Diese Verweigerungshaltung entspricht einer zutiefst verinnerlichten Überzeugung, daß Interessenvertretung nicht der richtige Weg ist, politische und gesellschaftliche Umstände zu beeinflussen (was mir mehr am Herzen liegt).

evangeline
11.08.2006, 13:46
Man kann vom Verband halten was man will. Der entscheidende Nachteil der Nichtmitgliedschaft ist aber nach meinem Dafürhalten, dass man dann auch nicht den "Rpfleger" erhält, der in der gerichtlichen Praxis doch sehr gute Dienste leisten kann, wenn man ihn ständig parat hat.

Sind wir ehrlich: Wer geht schon jeden Monat in die Bücherei und studiert dort das neueste Heft?

Bis ich ins Saarland kam, war ich auch kein Mitglied im Verband und habe mir das Heft über den Verlag bestellt (wie teilweise auch FamRZ und NJW - im Probeabo, wär sonst zu teuer geworden als Anwärter). Seit Juni bin ich Mitglied im saarl. Verband und kriege die Hefte günstiger als im Direktbezug.

13
11.08.2006, 13:55
@13
die paar beitragskröten sind mir egal, bin immer noch mitglied.


Schön für Dich, dass Du es Dir als Single leisten kannst, so mit "ein paar Kröten" umgehen zu können. Ich dagegen sehe nicht ein, verbandsinterne Streitereien zu finanzieren. Solch eine Lobby brauche ich nicht. Erreicht worden ist vom Verband in den letzten Jahrzehnten auch so gut wie nix - also wozu die Beiträge?
Ich gehöre zu denen, die sich schon darum kümmern, was in den Rpfl.-Ausgaben steht. Dazu brauche ich aber keine Mitgliedschaft in einem selbstgefälligen Verband!

Kaktus
11.08.2006, 17:53
Sind wir ehrlich: Wer geht schon jeden Monat in die Bücherei und studiert dort das neueste Heft?

Ich oute mich jetzt einfach mal: Ich gehe jeden Monat brav die paar Schritte in die Bibo und schaue das Heft durch. Wenn etwas Interessantes für meine Abteilung drin steht, kopiere ich das ganze auch für die lieben Kollegen. :)

oL
11.08.2006, 18:38
[...] den "Rpfleger" erhält, der in der gerichtlichen Praxis doch sehr gute Dienste leisten kann, wenn man ihn ständig parat hat.

:eek: den würde ich nie stapelweise aufheben. gibts doch 10 jahre volltext oder so auf cd-rom.

was die hefte betrifft: mag einbildung sein, aber ich hab in den letzten 6 - 9 monaten immer nur die überschriften gelesen, fand aber nichts interessant genug, um ausführlich reinzulesen.


Schön für Dich, dass Du es dir als Single leisten kannst, so mit "ein paar Kröten" umgehen zu können.

naja, ich (also eigentlich ja das büro :cool: ) zahl als externer nur irgendso ein mindestbeitrag...

Amun
21.10.2006, 16:10
:confused: ... aber warum gibts dann Visitenkarten, Büroschilder und und ...
mit Diplomingenieur (FH) Prof. Dr. und anderen Titeln.
Titelinhaber sind daher selbstverständlich berechtigt diesen Titel neben oder zu dem Namen zu führen....
Selbst bei Geburtsanzeigen der Standesämter in der Zeitung steht doch:
Eltern Dipl.Rpfl. (FH) xy und Dipl.Ing.(grad) xy. Die Kollegen vom Standesamt sind doch hoffentlich nicht blöd?

P.S. Habe allerdings bisher meinen akademischen Titel nicht benutzt.
Falls es den Bekanntheitsgrad der Rpfl. vermehren sollte, könnte man
es sich allerdings doch überlegen. Schließlich führen ja auch Hinz und Kunz ihren geschenkten Dr. hc. : siehe unsere Herren Politiker ohne dafür eine ernsthafte Leistung erbracht zu haben.
Wir werden uns doch für unseren akademischen Titel nicht schämen oder ihn verheimlichen müssen:gruebel:
Bei den von Stefan zitierten Entscheidungen ging es um die Frage, ob es sich bei akademischen Graden um Namensbestandteile handelt oder nicht. Dies ist verneint worden. In Personalausweis und Pass werden auf Antrag lediglich Doktortitel eingetragen. Da aber auch sie kein Namensbestandteil sind besteht auch darauf kein Rechtsanspruch.
Davon zu trennen ist das Führen von akademischen Graden in der Öffentlichkeit, z. B. durch Visitenkarten, Büroschilder und und und.....
Das bleibt jedem unbenommen, der über einen solchen verfügt.
Was die Eintragung in Geburtsurkunden angeht-nochmal auf das BGH-Urteil von 1962 Bezug genommen: Zitat:Aus diesen Gründen teilt der Senat die Auffassung des vorlegenden Oberlandesgerichts, daß § 62 PStG nF der Eintragung akademischer Grade der Eltern in die Geburtsurkunde eines Kindes nicht entgegensteht
Ächz - und das alles am Samstag vor der Bundesliga:behaemmer

GRG-Uwe
31.10.2006, 14:20
Man kann vom Verband halten was man will. Der entscheidende Nachteil der Nichtmitgliedschaft ist aber nach meinem Dafürhalten, dass man dann auch nicht den "Rpfleger" erhält, der in der gerichtlichen Praxis doch sehr gute Dienste leisten kann, wenn man ihn ständig parat hat.

Sind wir ehrlich: Wer geht schon jeden Monat in die Bücherei und studiert dort das neueste Heft?

Da sieht man was der BDR eigentlich ist, ein Bücherclub.