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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Reform Vormundschaftsrecht



Steinkauz
19.01.2010, 09:00
Bei den Verbänden und auch bei mir ;) befindet sich derzeit ein Gesetzentzwurf des BMJ zur Änderung des Vormundschaftsrechts.

Danach sollen insbes. normiert werden :

a.) das Erfordernis des ausreichenden pesrönlichen Kontaktes zwischen
Mündel und Vormund ( mind. einmal im Monat ! )

b.) Aufnahme der Berichtspflicht zum persönlichen Kontakt in den
Jahresbericht für das Familiengericht

c.) Begrenzung der Fallzahlen in der Amtsvormundschaft auf
50 Vorundschaften pro Vollzeitstelle beim Jugendamt.

Im Rahmen der weiteren Gesetzgebung soll geprüft werden , ob a.) und b.) auch bei der rechtl. Betreuung gelten soll.
Die Berufsbetreuer werden sich in Zeiten der Pauschalierung bedanken , wenn sie einmal im Monat besuchen müssen ( viele machens leider ja nicht mehr so oft ) .

Die Gesetzesinitiative dient zunächst der Verbesserung des Kinderschutzes.
Eine große Reform des ( veralteten ) Vormundschaftsrechts ist im weiteren Verlauf der Legislaturperiode ebenfalls angekündigt.
Auf die haben wir ja -nach dem FamFG - alle gewartet.:D

PS: : Könnte denn der MOD meinen Schreibfehler in der Überschrift berichtigen ? Danke !

Ulf
19.01.2010, 09:24
Was folgt denn aus c? Ein Anspruch der JÄmter auf mehr Stellen? Oder ist das so wie bei uns mit Pebb§y; also dass man eigentl. nur 100 % machen muss aber Papier halt geduldig ist.

Borrelio
19.01.2010, 09:48
Ist nur eine Änderung des Vormundschaftsrechtes oder auch des Betreuungsrechtes beabsichtigt? :gruebel:

Um Kinderschutz kann es bei Betreuten ja nicht gehen.

Steinkauz
19.01.2010, 09:53
s.o. unter c.).

Alles was dann darüberhinaus in der späteren großen Reform beschlossen wird , dürfte wegen § 1908 i Abs. I BGB auch für das Betreuungsrecht interessant werden.;)

Was die Fallzahl von 50 betrifft , hat man in der Entwurfsbegründung immerhin erkannt, dass bei den Kommunen ein nicht quantifizierbarer Mehraufwand für Personal(-kosten) entsteht.
Das kennen wir ja, dass oben beschlossen wird und "die unten" müssens ausbaden.

Andreas
19.01.2010, 10:00
Jepp, die Stellen werden dann durch die Eintrittsgelder fürs Schwimmbad über die Kreisumlage quersubventioniert.

EmelieE.
20.01.2010, 13:31
Grundsätzlich habe ich ja für mich beschlossen, mich im Vorfeld über geplante neue Gesetze oder Gesetzesänderungen nicht mehr aufzuregen,
kann aber bei den Wort "Reform" in Verbindung mit dem Wort "Gesetz" ein äußerst ungutes Gefühl in meiner Magengegend nicht ganz unterdrücken.

Angler
20.01.2010, 13:45
Jepp, die Stellen werden dann durch die Eintrittsgelder fürs Schwimmbad über die Kreisumlage quersubventioniert.

Welche Stellen??

Im Referentenentwurf steht ja: Ein vollbeschäftigter ..... soll höchsten 50 ..... führen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass auch nur eine einzige neue Stelle geschaffen wird.:mad: Dann müßte der Gesetzgeber das soll durch darf nur ersetzen.

Andreas
20.01.2010, 13:52
Verlasse Dich darauf, dass die Quersubventionierung trotzdem stattfinden wird.

Noatalba
20.01.2010, 19:11
Ach, wie oft habe ich mir schon gewünscht, dass sich zu Gunsten der betroffenen Kinder endlich mal was ändert (ich nenne als Spitze des Eisbergs mal den völlig unzureichenden VS 14)! Allein, es fehlt mir der Glaube...:(:(:(

Steinkauz
21.01.2010, 07:53
Meinst Du mit VS 14 den Vordruck für den Jahresbericht.

Falls das so ist ; bei unseren Berichtsvordrucken für Vormünder wie Betreuer ist seit Jahren anzugeben , wie sich der persönliche Kontakt gestaltet.
Und wenn da nichts steht oder nur ein Strich, wird da schon per Zwischenverfügung nachgefragt.

Ini
21.01.2010, 08:17
Grundsätzlich habe ich ja für mich beschlossen, mich im Vorfeld über geplante neue Gesetze oder Gesetzesänderungen nicht mehr aufzuregen,
kann aber bei den Wort "Reform" in Verbindung mit dem Wort "Gesetz" ein äußerst ungutes Gefühl in meiner Magengegend nicht ganz unterdrücken.


Genau, ich denke nur Reform des PKH- Rechts, Reform der Beratungshilfe, Reform der KostO ... Wo sind die denn abgeblieben. Ich kann mich erinnern, zu den umfangreichen Entwürfen da zum Teil ausführliche Stellungnahmen abgegeben zu haben.
Also entweder es wird nichts oder wir sitzen dann nachher da und haben ne Menge Fragen - siehe FamFG, neuer § 1836 e und....

Noatalba
21.01.2010, 08:29
Meinst Du mit VS 14 den Vordruck für den Jahresbericht.

Falls das so ist ; bei unseren Berichtsvordrucken für Vormünder wie Betreuer ist seit Jahren anzugeben , wie sich der persönliche Kontakt gestaltet.
Und wenn da nichts steht oder nur ein Strich, wird da schon per Zwischenverfügung nachgefragt.

Ja, den meine ich und hake ebenso wie Du nach, auch dann, wenn ich merke, dass offensichtlich nur der Bericht vom Vorjahr abgepinnt wurde.
Aber mal ehrlich: Die paar Millimeter, die der Vordruck Platz lässt für die Angaben, reichen doch (eigentlich) hinten und vorne nicht und der Vordruck ist auch viel zu allgemein gehalten.

Weiterhin:

- Wenn ich ein Kind unter 15 Jahren habe, warum soll ich dem Vormund jedes Jahr die Möglichkeit zu Angaben betreffend ein evtl. Ausbildungsverhältnis geben? Genauso verhält es sich bei Kindern unter 6 Jahren mit den Angaben zum Schulbesuch.

- Die Angabe "Im Berichtszeitraum habe ich folgende Rechtshandlungen für das Mündel vorgenommen:" versteht kein Otto-Normal-Bürger und wird deswegen fast immer freigelassen.

usw., usw.

Einen individuellen Bericht kann ich da nun wirklich nicht erwarten. :daumenrun

Ich habe mir schon seit Längerem (seit die Pflegschaften/Vormundschaften im Zuständigkeitsbereich des Familiengerichts liegen) vorgenommen, einen eigenen Vordruck zu entwerfen - wenn ich denn mal dazu komme.

Steinkauz
22.01.2010, 07:13
Was mir im Entwurf auffällt, ist , dass bei 50 Fällen des Amtsvormundes und ca 20 Arbeitstagen im Monat der Amtsvormund rechnerisch
2,5 :D Kinder am Tag besuchen müsste bei normierter Besuchspflicht.

Da die Mündel nicht gerade um die Ecke sitzen mit entspr. Fahrtzeit.
Dabei darf er/sie weder krank sein noch Urlaub haben.
Abgesehen von der Schreibarbeit , die liegen bleibt bzw. von wahrzunehmenden Gerichtsterminen.

Im übrigen ist mir völlig unklar , ob und wie das Familiengericht die Besuchspflicht des Amtsvormundes kontrollieren bzw. bei Verletzung sanktionieren können soll.
Bisher konnte man jedenfalls gegen das Jugendamt kein Zwangsgeld verhängen.:)
Abgesehen davon , dass nunmehr der eine Beamte den anderen kontrolliert.

Aus Sicht des Familiengerichtes wird da nur ein stumpfes Schwert eingeführt.

pommes
17.02.2010, 15:27
Ich habe gehört, dass geplant ist, das Vormundschaftsrecht zu ändern, und zwar dahingehend, dass der persönliche Kontakt des Mündels mit dem Vormund im Gesetz verankert werden soll.
Dazu soll unter anderem die Fallzahl bei den Vormündern im Jugendamt auf 50 begrenzt werden ( derzeit laut Auskunft einer dortigen Mitarbeiterin in Berlin ca. 200) und ein monatlicher persönlicher Kontakt verpflichtend sein.
Das soll dann auch in die Berichtspflicht aufgenommen werden und so von den Rechtspflegern am Familiengericht überwacht werden.

Was haltet ihr davon?

Ich denke, dass es gut und schön ist und verstehe den Sinn auch. Aber rein praktisch bedeutet das sicher nicht, dass viele Leute bei den Jugendämtern eingestellt werden, sondern dass diese nur noch wenige Fälle übernehmen. Aber gerade in Fällen, wo einstweilige Entscheidungen die schnelle Einsetzung eines Vormunds erfordern, kann ich doch nicht erst fragen, ob ein Vormund noch freie Kapazitäten hat. Und außerdem gehe ich davon aus, dass dann mehr Privatpersonen Vormund werden müssen, die vielleicht ansonsten nicht unbedingt die erste Wahl gewesen wären. Gerade in meinen Abteilungen habe ich viele ausländische Familien, die einfach der deutschen Sprache gar nicht mächtig sind. Es wäre sinnwidrig, die Großmutter als Vormund auszuwählen, wenn diese selbst gar nicht alle Agelegenheiten klärene kann. Abgesehen davon bedeutet eine Privatperson auch am Gericht mehr Zeit - und Arbeitsaufwand. Allein die Verpflichtungsgespräche, die beim Jugendamt nicht notwendig sind, nehmen viel Zeit in Anspruch. Dazu kommen die Vergütungen usw. Im Endeffekt würde dadurch das Jugendamt mehr Personal benötigen und wir am Familiengericht auch.
Andererseits halte ich es auch für notwendig, dass der Vormund die Mündel wirklich kennt bzw. ab und an Kontakt mit ihm hat. Solche Fälle wie Kevin, der durch die Presse ging, zeigen sicher ganz klar, dass die Jugendämter überlastet sind. Aber das allein auf die Vormundschaften zurückzuführen, reicht m. E. nicht aus.
Wie dem auch sei, mich ürde interessieren, was ihr davon haltet.

Steinkauz
17.02.2010, 15:36
Vgl. bereits den entspr. Thread von mir im Subforum "Reformen".

Evtl. kann der o.g. Beitrag vom Admin damit zusammengeführt werden ?

Erl.
Ulf, Admin

Steinkauz
20.05.2010, 11:41
Wie mir jetzt berichtet wird, beginnen die Parlamentarischen Beratungen im Sommer 2010; ein Inkraft-Treten der Minireform soll dann zum 01.04.2011 erfolgen.

Auf die in der zweiten Stufe angekündigte große Vormundschaftsreform muss man dann zuwarten.

Andy.K
20.05.2010, 12:07
Zumal die Regierungsparteien ja jetzt mehr mit sich selber und dem Euro beschäftigt sind ...:mad:

Steinkauz
20.05.2010, 13:01
Sag das nicht.:D

Die Minireform soll nach dem jetzigen Zeitplan Ende Mai vom Bundeskabinett verabschiedet werden.

Steinkauz
19.10.2010, 13:10
Hier mal wieder ein Update zum Sachstand:
vgl. dort TOP4:

http://www.bundesrat.de/cln_161/nn_8690/DE/parlamentsmaterial/to-plenum/875-sitzung/to-node.html?__nnn=true

Lord Reis
19.10.2010, 13:46
Ich ergänz dir mal die "1" vor die 4, es ist TOP 14 ;)

Steinkauz
19.10.2010, 14:16
Danke;).

Imerhin wird jetzt in dem eingebrachten Entwurf nicht mehr starr , sondern nur noch grs. auf einen monatlichen Besuch des Vormundes gesetzgeberisch gedrängt.
Wohlgemerkt nur für den Vomrund/Pfleger !

Für den Betreuer soll aber § 1908 b BGB dahingehend geändert werden, dass fehlender persönlicher Kontakt zum Betreuten nunmehr ein ( geregelter ) Entlassungsgrund sein soll.
Außerdem muss künftig gem. § 1840 BGB in den Berichten der Betreuer/Vormünder/Pfleger der persönliche Kontakt dargelegt werden.

Was macht man denn , wenn man das schon mehr als 15 Jahre ohne Gesetzgeber praktiziert ?;):confused:

creglingen
19.10.2010, 15:01
Gibt es wahrscheinlich ein dickes Lob

Cromwell
19.10.2010, 16:28
Der Gesetzgeber beschließt hier Dinge, die in der gerichtlichen Praxis längst selbstverständlich sind, anstatt diejenigen zu beschließen, die dringend notwendig wären.

13
19.10.2010, 16:44
Der Gesetzgeber beschließt hier Dinge, die in der gerichtlichen Praxis längst selbstverständlich sind, anstatt diejenigen zu beschließen, die dringend notwendig wären.
War das schon mal anders? :gruebel: :teufel:

Steinkauz
21.02.2011, 10:39
Hier mal wieder ein Update:

hib - heute im bundestag Nr. 066
Neues aus Ausschüssen und aktuelle parlamentarische Initiativen

Fr, 18. Februar 2011 Redaktionsschluss: 12:30 Uhr
1. Anhörung zu geplanten Änderungen im Vormundschafts- und Betreuungsrecht (http://www.rechtspflegerforum.de/newreply.php?do=newreply&p=651884&noquote=1#01)
1. Anhörung zu geplanten Änderungen im Vormundschafts- und Betreuungsrecht
Rechtsausschuss
Berlin: (hib/BOB/STO) Um die geplanten Änderungen im Vormundschafts- und Betreuungsrecht geht in einer öffentlichen Anhörung des Rechtsausschusses, die am kommenden Mittwoch, 23. Februar, stattfindet. In der Anhörung geht es um zwei Gesetzentwürfe: Die Bundesregierung will die Notwendigkeit eines ausreichenden persönlichen Kontakts eines Vormunds zu seinem Mündel (minderjährige Person, die unter Vormundschaft steht) ausdrücklich gesetzlich verankern, um so dessen Pflege und Erziehung wirksamer gewährleisten zu können. Diesem Ziel diene auch die ausdrückliche Klarstellung, dass die Aufsichtspflicht des Familiengerichts über die Tätigkeit des Vormunds dessen persönlichen Kontakt zu dem Mündel umfasst, schreibt die Bundesregierung in einem entsprechenden Gesetzentwurf (17/3617 (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/036/1703617.pdf)).
Eine Begrenzung der Amtsvormundschaft auf 40 Fälle pro Person hält die SPD-Fraktion für notwendig. In einem Antrag (17/2411 (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/024/1702411.pdf)) erinnert sie an den Fall des Kindes Kevin, das im Jahr 2006 zu Tode kam. Der zuständige Amtsvormund in Bremen habe zu diesem Zeitpunkt 200 Mündel betreut.
Acht Sachverständige sind geladen: Joachim Beinkinstadt vom Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht e.V.; Professorin Birgit Hoffmann von der Hochschule Mannheim (Fakultät für Sozialwesen); Thomas Meysen, Vorsitzender des Fachausschusses ”Organisations-, Finanzierungs- und Rechtsfragen“ der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe aus Berlin; Bernd Mix vom Stadtjugendamt Osnabrück; Helmut Schindler, Justitiar und Abteilungsleiter der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg; Professorin Hildegund Sünderhauf-Kravets von der Evangelische Hochschule Nürnberg (Fakultät für Sozialwissenschaften); Professorin Barbara Veit von der Universität Göttingen als Vertreterin des Deutschen Familiengerichtstags und Honorarprofessor Reinhard Wiesner von der Freien Universität Berlin (Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie).
Die Sitzung beginnt um 14 Uhr im Paul-Löbe-Haus, Raum 4.300. Interessenten sind willkommen. Eine vorherige Anmeldung unter rechtsausschuss@bundestag.de (rechtsausschuss@bundestag.de) ist erforderlich.
... (http://www.rechtspflegerforum.de/newreply.php?do=newreply&p=651884&noquote=1#top)

Steinkauz
25.02.2011, 06:27
Und hier das Ergebnis der Sachverständigenanhörung:

http://www.bundestag.de/presse/hib/2011_02/2011_074/02.html

online
25.02.2011, 06:54
Danke, Steinkauz! :2danke

Steinkauz
18.04.2011, 06:47
So !
Jetzt ist es amtlich :
http://www.bmj.de/DE/Home/home_node.html

Es bleibt abzuwarten, ob der Bundespräsident das Gesetz unterschreibt.
Mir unverständlich, warum die Regierung von einem nicht zustimmungspflichtigen Gesetz ohne Mitwirkung des Bundesrates ausgeht , obwohl Länder und Kommunen durch die Fallzahlenbegrenzung ( auf 50 Mündel beim Amtsvormund ) massiv betroffen sind.

Andy.K
18.04.2011, 10:42
Unser Jugendamt hat schon die Hoffnung damit verbunden, dann wohl ein halbe Planstelle mehr zu bekommen.

:) Dann brauche ich auf die Berichte und Vermögensverzeichnisse vom Jugendamt als Vormund dann sicher nur noch 3-4 statt derzeit 5-6 Monate zu warten und nur noch 3-4 mal statt derzeit 4-5 mal mahnen.
Diese Gesetzesänderung wird höchste Zeit, ob sie ausreichend ist, kann ich heute auch noch nicht beurteilen.

Steinkauz
18.04.2011, 11:51
Das seltsame ist , dass die monatl. Besuchspflicht des Vormundes bereits ab Verkündung gelten soll, aber die Fallzahlenbegrenzunng erst ein Jahr später :gruebel:.

Wie soll ich denn ( als Jugendamt ) mit dem jetzigen Personal regelmäßig monatlich besuchen können.:eek:

creglingen
18.04.2011, 13:04
Geht wohl nur zu Lasten der Qualität...

Steinkauz
18.04.2011, 14:18
Na ja, wenigstens trifft das Ganze nicht meinen Gerichtsbezirk, da sich bei mir jede Menge Berufsvormünder u. -pfleger tummeln.
"Mein" Jugendamt hat solche Sorgen nicht.

In anderen Gerichtsbezirken wird sp. nächstes Jahr ein "Heulen und Zähneklappern" ;)beginnen , wenn die Jugendämter ihre Entlassung beantragen u. Berufsvormünder vorschlagen, weil sie das Personal für die Fallzahlenbegrenzung nicht zusammenbekommen.

bjk_rpf
27.04.2011, 08:43
...

..., wenn die Jugendämter ihre Entlassung beantragen u. Berufsvormünder vorschlagen, weil sie das Personal für die Fallzahlenbegrenzung nicht zusammenbekommen.

... und entziehen sich so ihrer eigentlichen Verantwortung oder sehe ich das falsch?
Die Kosten trägt das Mündel bzw. der Steuerzahler, wenn das Mündelvermögen für die Berufsbetreuervergütung nicht ausreicht. :(

... und dann kommen die Justiz-Controller und beanstanden, dass zuviel an Auslagen in Rechtssachen -sprich Betreuervergütungen- ausgezahlt werden.

Steinkauz
27.04.2011, 09:00
Klarv geht das zu Lasten der Justizkasse, da mehr als 90 % Mündel mittellos sind.

Da kann ein Controller aber noch so viel beanstanden wie er will.
Kindeswohl geht fiskalischen Interessen vor.

Andy.K
28.04.2011, 07:36
Im Endeffekt muss das Jugendamt dann doch nur mit den neuen Zahlen ihren Personalbedarf neu durchrechnen und ggf. auch mal jemanden einstellen, es werden ja jedes Jahr auch für die Sozialverwaltung genug Leute ausgebildet, die gar nicht alle übernommen werden. Bloß gut, dass es bei uns keine Berufsvormünder bzw. -pfleger gibt, auf die man das abwälzen könnte. Wegen der ganzen Abrechnungen ist es ja auch für uns leichter mit dem Jugendamt als einem Berufsvormund.

Steinkauz
29.04.2011, 10:11
Wie wahr , wie wahr.

Obwohl ,ich habe Berufsvormünder , die nur einmal im Jahr abrechnen.
Man muss sich halt durch die Aufstellungen zum Zeitaufwand durchkämpfen.

Der Bundesrat wird übrigens am 27.05.2011 entscheiden , ob er den Vermittlungsausschuss anruft ( oder nicht).

Prinz
19.05.2011, 07:39
Die Justizministerinnen und Justizminister der Länder und des Bundes haben sich darauf verständigt, dass eine gesetzliche Neuregelung des Sorgerechts nicht miteinander verheirateter Eltern erforderlich ist.
http://www.juris.de/jportal/portal/t/fdz/page/homerl.psml?nid=jnachr-JUNA110501660&cmsuri=%2Fjuris%2Fde%2Fnachrichten%2Fzeigenachricht.jsp (http://www.juris.de/jportal/portal/t/fdz/page/homerl.psml?nid=jnachr-JUNA110501660&cmsuri=%2Fjuris%2Fde%2Fnachrichten%2Fzeigenachricht.jsp)

Steinkauz
19.05.2011, 08:20
Es wird wohl nach meinen Spionen in Berlin darauf hinauslaufen, dass der Bundesrat den Vermittlungsaussschuss bzgl. der Vormundschaftsrechtsreform am 27.05.2011 anrufen wird.

Ihr braucht Eure Berichtsvordrucke für die Vormünder wegen der Kontaktpflicht noch nicht ändern !;)

15.Meridian
28.05.2011, 07:00
Der Bundesrat hat am gestrigen 27. Mai 2011 der Reform des Vormundschaftsrecht zugestimmt.
Quelle: BMJ (http://www.bmj.de/DE/Home/_doc/kurzmeldungen/20110527_Ein_gro%C3%9Fer_Schrit_fuer_den_Kinderschutz.html?nn=1356288).

Mal sehn, wann das Gesetz ausgefertigt und veröffentlicht wird.

KlausR
28.05.2011, 07:06
Siehe auch hier: http://www.bundesrat.de/cln_152/SharedDocs/Drucksachen/2011/0201-300/243-11_28B_29,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/243-11(B).pdf

Steinkauz
28.05.2011, 21:23
Danke für die Info !:daumenrau

Das habe ich nicht erwartet, nachdem im Vorfeld eher die Tendenz bestand, den Vermittlungsausschuss anzurufen.

An meinem Vordruck für die Mündelberichte muss ich also in Kürze noch etwas feilen.

Justiztante
09.09.2011, 11:35
Hallo. Hat jemand von euch zufälligerweise den Vordruck für den Jahresbericht des Vormundes bereits abgewandelt? Was bedeutet diese Reform jetzt konkret für mich als Familienrechtspfleger? Unser Jugendamt ist bereits mit uns in Kontakt getreten und wollte wissen, wie wir das genau haben wollen. Sie haben angemerkt, dass sie rein zeitlich nicht in der Lage sind jeden Mündel einmal monatlich zu besuchen. Das ist ja logisch und auch bereits hier erläutert worden. Im Gesetz heißt es ja "Der persönliche Kontakt soll in der Regel einmal im Monat [...] stattfinden." Daraus schließt das Jugendamt, dass sie jetzt festlegen können, welches Mündel sie wie häuftig besuchen müssen und wollen von uns wissen, wie sie "notwendige Kontakthäufigkeiten rechtmäßig festlegen können, ohne jeden Monat pro Fall einen entsprechenden Aktenvermerk fertigen zu müssen." Mitgeschickt haben sie gleichzeitig eine Übersicht über "maßgebliche Faktoren zur Bestimmung der Kotaktfrequenz", die da wären das Alter des Mündels, die Pflegesituation, besonderer Hilfebedarf usw. Sie haben einen Vordruck entwickelt, bei welchem diese Kriterien ausgefüllt werden sollen. Heißt das jetzt also, dass ich überprüfen soll wie oft das Jugendamt welchen Mündel besuchen muss? Wie soll ich das denn beurteilen? Selbst mit diesen oben genannten Kriterien finde ich das alles ein wenig merkwürdig. Oder was meint ihr?

Steinkauz
09.09.2011, 12:59
Ich glaub Du bist im falschen Forum.
Da die Reform in Kraft ist, befindet sich ein erhellender Thrad hierzu im Subforum Familie unter :

http://www.rechtspflegerforum.de/showthread.php?54354-Bundesrat-billigt-Gesetz-bzgl.-Änderung-Vormundschaftsrecht&highlight=Bundesrat

Vgl. auch das dort von mir eingestellte Skript nebst Muster für Jahresbericht.

Das dürfte erst mal einiges klären.

Einen Freibrief für das Jugendamt , regelmäßig auf mtl. Besuche verzichten zu können, würde ich keinesfalls erteilen.
In meinem Skript habe ich ausdrücklich erwähnt , dass es da auf jeden Einzelfall ankommt und keineswegs ein pauschales "Raster" aufgestellt werden kann.

Für weitere Fragen stehe ich - eigentlich wie immer ;) - bereit.

Justiztante
09.09.2011, 14:50
Oh super! Vielen Dank für den Hinweis!! :)