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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Beförderung nach A10 in Ba-Wü



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tigerentenpapi
11.05.2011, 14:25
Habe mitbekommen, dass es in Baden eine größere Beförderungswelle von A9 nach A10 geben soll. Weiß jemand etwas genaueres - wieviele, wann?

oje7
11.05.2011, 15:09
Das weiß hier niemand genau. Man wird seit Jahren bzgl . Beförderungen vertröstet. In Baden wurde seit mehreren Jahren (!) nicht mehr von A9 nach A 10 befördert.:daumenrun
Diese ganzen bislang nicht durchgeführten Beförderungen müssen nun eben nachgeholt werden. Aber wann ... ja, dass weiß nur das OLG :confused:

kerry
13.05.2011, 13:54
Die Ersten wurden heute befördert....

melanie
14.05.2011, 09:59
@kerry: wie lange haben die warten müssen??

kerry
17.05.2011, 07:17
Ja :) freue mich auch total. Ca. 4 1/2 Jahre war bei uns die kürzeste Wartezeit, 8 1/2 die Längste, glaube ich.

isophane
18.05.2011, 12:01
Bei unserem Bundesland sind 6-8 Jahre normal um nach A 10 zu kommen.

FED
18.05.2011, 13:40
Das ist wohl schon eher die schnellere Normalität wenn ich mich hier so umsehe.;)

Siegfried Farnon
18.05.2011, 14:54
Ja :) freue mich auch total. Ca. 4 1/2 Jahre war bei uns die kürzeste Wartezeit, 8 1/2 die Längste, glaube ich.

Ab wann gerechnet? Ab bestandener Rechtspflegerprüfung und Erstanstellung (früheres z.A.) oder ab Planmäßigkeit?

Herzlichen Glückwunsch übrigens:blumen:

kerry
18.05.2011, 16:41
Danke schön :strecker
Gerechnet ab Erstanstellung.

Mitwisser
19.05.2011, 07:52
Muss man sich eigentlich in Ba-Wü für das erste Beförderungsamt bewerben?

kerry
19.05.2011, 09:58
Nein, die Beurteilungsrunde war letzten Herbst, die Ergebnisse daraus waren wohl ausschlaggebend.
Erst auf A 11 muss man sich bewerben.

jörg
19.05.2011, 10:17
Erst auf A 11 muss man sich bewerben.

Kann eigentlich mal jemand erklären, was dieser Unsinn soll?

Wenn damit eine andere Tätigkeit verbunden ist, hätte ich ja vielleicht Verständnis. Aber in einer Laufbahn, in der in manchen Abteilungen Kollegen von A9 bis A13 dasselbe machen, nicht. :confused:

Mitwisser
19.05.2011, 11:52
Erst auf A 11 muss man sich bewerben.

Kann eigentlich mal jemand erklären, was dieser Unsinn soll?

Wenn damit eine andere Tätigkeit verbunden ist, hätte ich ja vielleicht Verständnis. Aber in einer Laufbahn, in der in manchen Abteilungen Kollegen von A9 bis A13 dasselbe machen, nicht. :confused:
Ich erkläre ungern den Unsinn, den andere verzapfen, zumal hierfür ein eigener Thread erforderlich wäre.:cool:

Vielleicht soviel: Bei der Besetzung von Beförderungsstellen geht es um Eignung, Leistung und Befähigung (bitte keine Diskussion hierüber!). Normalerweise kenne ich meine Pappenheimer und könnte sie ohne weiteres in meiner Auswahlentscheidung berücksichtigen. Damit ich aber keinen übersehe, bin ich (meistens per Gesetz, z.B. § 9 LBG LSA i.V.m der Stellenausschreibungs-AV) gehalten, die Bewerber durch Ausschreibung zu ermitteln. Allerdings ist nirgendwo verbindlich festgelegt, wie eine Ausschreibung eigentlich aussieht. Deshalb kann ich dem einzig infrage kommenden Beamten auch gezielt anheim stellen, sich zu bewerben. Dass er sich überhaupt bewerben muss, steht m.E. auch nirgends. Ich könnte mir aber vorstellen, dass der Beamte damit dokumentieren soll, dass er zur Übernahme eines höheren Amtes auch bereit ist.

jörg
19.05.2011, 11:57
Trotzdem vielen Dank, Mitwisser.

Der automatisch gesetzte Link ist übrigens genial: § 9 des Gesetzes über die Landbeschaffung für Aufgaben der Verteidigung:

Werden Grundstücke beschafft, um dem Eigentümer Ersatzland zu gewähren (§ 3), so gilt § 56 entsprechend. :D

Mitwisser
19.05.2011, 13:35
Trotzdem vielen Dank, Mitwisser.

Der automatisch gesetzte Link ist übrigens genial: § 9 des Gesetzes über die Landbeschaffung für Aufgaben der Verteidigung:

Werden Grundstücke beschafft, um dem Eigentümer Ersatzland zu gewähren (§ 3), so gilt § 56 entsprechend. :D

Gemeint ist natürlich § 9 Landesbeamtengesetz des Landes Sachsen-Anhalt. Aber gut zu wissen, dass es auch ein Gesetz über die Landbeschaffung für Aufgaben der Verteidigung gibt. ;) Man lernt eben nie aus.

oje7
24.05.2011, 13:21
Könnt Ihr mir sagen, nach welchen Kriterien die Beförderung von A9 nach A 10 erfolgt?
Hier an unserer Behörde wurden A9er nach A10 befördert, obwohl deren Beurteilungen teilweise "schlechter" waren als die der Nichtbeförderten. Allerdings waren die Beförderten zwei Jahre länger eingestellt als die Nichtbeförderten.
Kann es wirklich sein, dass bei der Beförderung nicht die Leistung zählt, sondern nur wie lange man schon dabei ist? :gruebel:
Da könnte man sich den Aufwand mit den Beurteilungen eigentlich schenken.

Mitwisser
24.05.2011, 14:11
Könnt Ihr mir sagen, nach welchen Kriterien die Beförderung von A9 nach A 10 erfolgt?
Eignung, Leistung, Befähigung.

Hier an unserer Behörde wurden A9er nach A10 befördert, obwohl deren Beurteilungen teilweise "schlechter" waren als die der Nichtbeförderten. Allerdings waren die Beförderten zwei Jahre länger eingestellt als die Nichtbeförderten.
Kann es wirklich sein, dass bei der Beförderung nicht die Leistung zählt, sondern nur wie lange man schon dabei ist? :gruebel:
Da könnte man sich den Aufwand mit den Beurteilungen eigentlich schenken.
Es kommt im Weiteren darauf an, dass die Beförderung zulässig ist. Gemäß § 22 Abs.2 Landesbeamtengesetz Sachsen-Anhalt ist eine Beförderung zum Beispiel nicht zulässig
1. während der Probezeit,
2. vor Ablauf eines Jahres seit Beendigung der Probezeit, es sei denn, die Beamtin oder der Beamte hat während der Probezeit die Leistungsanforderungen in einem außergewöhnlichen Maße übertroffen,
3. ... 4. ...
Jetzt brauchst Du nur noch schauen, ob es in Deinem Bundesland eine solche Regelung gibt und ob die Kriterien auf den von Dir geschilderten Sachverhalt zutreffen. Das Problem solcher Sachverhalte ist meistens fehlende Transparenz der Verfahren. Frag einfach Deinen Personalrat, der sollte am Beförderungsverfahren beteiligt gewesen sein.

Jakintzale
24.05.2011, 14:30
Frag einfach Deinen Personalrat, der sollte am Beförderungsverfahren beteiligt gewesen sein.

...der jedoch wegen seiner Verschwiegenheitspflicht über die Qualität der Beurteilungen einzelner Bewerber keine Auskünfte an Dritte erteilen darf, will er sich nicht strafbar machen ( § 203 Abs. 2 Nr. 3 StGB ) ;):)

Mitwisser
24.05.2011, 14:40
...der jedoch wegen seiner Verschwiegenheitspflicht über die Qualität der Beurteilungen einzelner Bewerber keine Auskünfte an Dritte erteilen darf, will er sich nicht strafbar machen ( § 203 Abs. 2 Nr. 3 StGB ) ;):)
"oje7" soll ja auch nicht nach der Qualität einzelner Beurteilungen, sondern nach der getroffenen Auswahlentscheidung fragen. Das kann man natürlich auch die Gerichtsleitung fragen, aber regelmäßig kostet es weniger Überwindung die Personalvertretung anzurufen.

Jakintzale
24.05.2011, 15:00
oje7 wundert sich in seinem Posting #18 darüber, dass seiner Meinung (oder tatsächlich ?) "schlechter" Beurteilte eher als besser Beurteilte befördert wurden - nebenbei bemerkt : woher weiß er das ? - und auf diese Frage darf weder der Personalrat noch die Verwaltung eine Erläuterung geben - und das geht einen Dritten auch schließlich nichts an. :strecker
Die Kriterien für den Zugang zu jedem öffentlichen Amt, also auch dem Beförderungsamt, kann der Fragesteller dem Art. 33 Abs. 2 GG entnehmen ;)

jörg
24.05.2011, 15:21
Wobei wohl die "Eignung" für A9 und A10 nicht so sehr unterschiedlich sein dürfte...

Marmota24
24.05.2011, 15:39
oje7 wundert sich in seinem Posting #18 darüber, dass seiner Meinung (oder tatsächlich ?) "schlechter" Beurteilte eher als besser Beurteilte befördert wurden - nebenbei bemerkt : woher weiß er das ? -

Ich nehme mal, das haben die betreffenden Kollegen selbst bei einer Kaffeepause oder Ähnlichem rausposaunt. Ich kenne selbst solche Kollegen, die ihre Beurteilungen am liebsten noch durch den Umlauf geben würden. Da oje7 seine eigene Beurteilung kennt, weiß er ja dann, dass er eine höhere Punktzahl hat, aber nicht befördert worden ist.

Defaitist
24.05.2011, 21:40
4 1/2 bis 8 1/2 Jahre ... da können wir bei uns nur von träumen....
An sich wäre mir meine Beförderungsstufe sch'egal, aber ich bin altersmäßig am Ende der Tabelle angekommen....., darauf einen Dujardin (nein nicht wirklich, ich mag das zeugs nicht)

Andreas
24.05.2011, 21:41
@13:

Na, na, na ... also selbst wenn man das aufgrund eigener Erlebnisse nicht für die Regel halten sollte, gibt es doch immer wieder Fälle, die genau deswegen beförderungsmäßig an den anderen vorbeiziehen. Also ein reines Märchen ist das wohl nicht, selbst wenn - je nach örtlichen oder überörtlichen Gepflogenheiten - Glücksmomente mitspielen sollten/mögen.

Jakintzale
24.05.2011, 23:26
An (k)ein Wunder grenzt dabei immer wieder, dass im ganz besonderen Maße immer die Verwaltungsleute Glück haben... :gruebel:
aber das ist ja auch schon ein alter Hut.

In diesem Thread geht es aber um Beförderungen von A9 nach A10 ;). Gibt es bei Euch in der Verwaltung etwa noch Inspektoren A9, die von diesem Glück betroffen sein könnten ?? Das wäre geradezu erbärmlich . Wo sind dann die "richtigen" Beförderungsstellen ? :gruebel:;):)

Andreas
24.05.2011, 23:37
Solche Bundesländer gibt es, wenn ich den Erzählungen diverser Kollegen/Kolleginnen glauben darf (was ich tue).

rpfline
25.05.2011, 07:10
Gibt es bei Euch in der Verwaltung etwa noch Inspektoren A9, die von diesem Glück betroffen sein könnten ??

Doch, doch, sowas gibt´s...

Sonntagskind
25.05.2011, 08:48
Ich hätte da Berlin zu bieten...

Andreas
25.05.2011, 10:10
Ääähm ... wenn ich ebendiesen Erzählungen glauben darf, endet auch das sehr, sehr oft bei A 10. A 11 und aufwärts dürfte in diesen (meist neuen) Bundesländern eine (sehr?) seltene Ausnahme sein, egal wo man hinschaut ...

Mitwisser
25.05.2011, 10:13
Ääähm ... wenn ich ebendiesen Erzählungen glauben darf, endet auch das sehr, sehr oft bei A 10. A 11 und aufwärts dürfte in diesen (meist neuen) Bundesländern eine (sehr?) seltene Ausnahme sein, egal wo man hinschaut ...
A11 geht noch, darüber wird's schwer ...

hiro
25.05.2011, 10:15
Dieses pauschale und völlig indifferente Verwaltungs-Bashing finde ich irgendwie unangebracht.
Und Beiträge wie #25 sind auch sinnlos.

PS: Ich arbeite nicht auf der Verwaltung.

45
25.05.2011, 10:25
Dieses pauschale und völlig indifferente Verwaltungs-Bashing finde ich irgendwie unangebracht.

Weshalb denn? Die Tätigkeit in der Verwaltung wurde hier doch nicht abgewertet. Aber ohne Verwaltungstätigkeit kann man z.B. in Bayern eben nicht mehr Amtsrat werden. Oder nur sehr schwer.

Andreas
25.05.2011, 10:32
Vielleicht hat das ja auch einen anderen Grund als den, dass sich die Verwalter die Posten einfach nur gegenseitig zuschöben?

Nicht wenige Kollegen machen doch Verwaltungsposten nur wegen der besseren Beförderungsmöglichkeiten. Ansonsten gibt es eine Vielzahl von Rechtspflegern, die schon mit diesen besseren Beförderungsmöglichkeiten nicht dazu zu bringen sind, Verwaltungssachen zu machen. Ohne diese Möglichkeit wollen wir mal nicht davon reden.

Warum also soll man denen, die es dann machen, das nicht entsprechend honorieren? Die Möglichkeit dazu hat ja letztlich jeder.

45
25.05.2011, 10:36
Die Möglichkeit dazu hat ja letztlich jeder.

Wirklich? Wie? Bei uns trennt sich wegen der besseren Beförderungsmöglichkeiten natürlich keiner freiwillig von "seinen" Verwaltungstätigkeiten. War schon Gegenstand unzähliger Diskussionen.

Mitwisser
25.05.2011, 10:38
Es soll in der Verwaltung auch Mitarbeiter geben, die das wirklich gerne machen, die noch den Ehrgeiz besitzen, an den von "13" beschriebenen Zuständen etwas zu ändern und sich angesichts ihrer Befähigung und der von ihnen erbrachten Leistung trotzdem über eine Beförderung freuen! Unglaublich!

Ps.: Sollte es das tatsächlich geben, ich zählte mich dazu.

Andreas
25.05.2011, 11:01
@Zaphod:

Natürlich nicht. Tätest Du ja auch nicht, wenn Du da säßest, oder?

Aber jeder hat die Möglichkeit, dem GL zu sagen, dass er bei der nächsten frei werdenden Aufgabe oder Sonderaufgabe zur Verfügung stünde.

Und jeder kann sich auf ausgeschriebene Stellen bewerben. Das können ja auch unspektakulärere sein wie z. B. Bezirksrevisor.

jörg
25.05.2011, 11:15
...aber man muss 13 Recht geben: es gibt auch ein Leben außerhalb der Verwaltung. :cool:

Andreas
25.05.2011, 11:19
Freilich gibt es das. Und es sitzen außerhalb der Verwaltung mit Sicherheit auch nicht lauter beförderungsunwürdige Kollegen.

jörg
25.05.2011, 11:23
Freilich gibt es das. Und es sitzen außerhalb der Verwaltung mit Sicherheit auch nicht lauter beförderungsunwürdige Kollegen.

Meinen wir... :teufel:

Urte
31.05.2011, 11:32
Könnt Ihr mir sagen, nach welchen Kriterien die Beförderung von A9 nach A 10 erfolgt?
Hier an unserer Behörde wurden A9er nach A10 befördert, obwohl deren Beurteilungen teilweise "schlechter" waren als die der Nichtbeförderten. Allerdings waren die Beförderten zwei Jahre länger eingestellt als die Nichtbeförderten.
Kann es wirklich sein, dass bei der Beförderung nicht die Leistung zählt, sondern nur wie lange man schon dabei ist? :gruebel:
Da könnte man sich den Aufwand mit den Beurteilungen eigentlich schenken.

Bei uns erfolgt die Beförderung von A9 nach A10 (Einstellungs-)Jahrgangsweise und innerhalb des Jahrgangs nach Beurteilung. Kann ich gut mit leben, auch wenn es natürlich insgesamt schneller gehen könnte.

spassinnebacken
09.06.2011, 13:20
Weiß hier irgendjemand, warum meine Beiträge in diesem Thema gelöscht wurden?

jörg
09.06.2011, 13:30
Wahrscheinlich aufgrund des Vorschlags eines Nutzers, dass Eure Auseínandersetzung "off topic" war, siehe VP

Noah
25.04.2013, 12:37
Hallo,

habe erfahren, dass in Württemberg seit diesem Jahr die Beförderung von A9 nach A10 plötzlich nicht mehr wie in den vergangenen Jahren als Regelbeförderung durchgeführt wird, sondern das nun Stellen ausgeschrieben werden, auf die man sich bewerben muss. Was jemand hierzu was konkretes?

Danke+VG

Tommy
26.04.2013, 10:31
Diese neue Handhabung ist m.E. nur logisch und folgerichtig, denn warum sollte man das Beförderungsverfahren von A9 auf A10 anders handhaben als die anderen.
Kurz gesagt: Auch hier gilt nunmehr Art. 33 GG, von wegen Eignung - Leistung - Befähigung. D.h. es geht nicht mehr nach Zeitablauf nach Prüfung bzw. Lebenszeitverbeamtung sondern nach der letzten Beurteilung.

Exec
26.04.2013, 10:55
Diese neue Handhabung ist m.E. nur logisch und folgerichtig, denn warum sollte man das Beförderungsverfahren von A9 auf A10 anders handhaben als die anderen.
Kurz gesagt: Auch hier gilt nunmehr Art. 33 GG, von wegen Eignung - Leistung - Befähigung. D.h. es geht nicht mehr nach Zeitablauf nach Prüfung bzw. Lebenszeitverbeamtung sondern nach der letzten Beurteilung.

Beförderung nach Rangfolge ist klar. Das heißt aber nicht zwingend, dass man A10-Stellen ausschreiben und sich 'Beförderungswillige' hierauf bewerben müssen. Unnützer Riesenaufwand.

45
26.04.2013, 11:08
In Bayern wurden die Ausschreibungen abgeschafft und in Baden-Württemberg werden sie dafür sogar für A 10 eingeführt.:gruebel:

lazuli
26.04.2013, 11:16
In Niedersachsen darf man sich nunmehr auch auf A7 und A10 bewerben, keine Regelbeförderung mehr.

45
26.04.2013, 12:00
Eine Auslese besteht doch dann aber nur bezüglich derer, die nicht schlau genug sind, sich zu bewerben. Ansonsten sind die Voraussetzungen für eine Beförderung die Gleichen, wie wenn man die Stellen nicht ausschreiben würde. Wozu also?

Exec
26.04.2013, 12:09
Eine Auslese besteht doch dann aber nur bezüglich derer, die nicht schlau genug sind, sich zu bewerben. Ansonsten sind die Voraussetzungen für eine Beförderung die Gleichen, wie wenn man die Stellen nicht ausschreiben würde. Wozu also?

Der ganze kostenintensive Aufwand hat den Zweck, das Beförderungsverfahren intransparenter zu machen, damit mehr "nach Nase" befördert werden kann.

kleinersti
26.04.2013, 12:17
Eine Auslese besteht doch dann aber nur bezüglich derer, die nicht schlau genug sind, sich zu bewerben. Ansonsten sind die Voraussetzungen für eine Beförderung die Gleichen, wie wenn man die Stellen nicht ausschreiben würde. Wozu also?

Der ganze kostenintensive Aufwand hat den Zweck, das Beförderungsverfahren intransparenter zu machen, damit mehr "nach Nase" befördert werden kann.


Finde ich nicht. Wenn Stellen ausgeschrieben werden und der Bewerber hierfür seinen Hut in den Ring wirft, kann er sich jetzt gegen eine Nichtberücksichtigung wehren.

Die ganze Zeit konnten die OLGs tun und lassen was Sie wollten und bei einer Ausschreibung müssen sie ggf. begründen, warum der eine Bewerber besser ist als der andere.

Im Übrigen waren beim OLG Stuttgart bis vor ein paar Tagen, soweit ich mich erinnere 10 oder 12 A10er-Stellen, ausgeschrieben .

Asuka
26.04.2013, 12:37
Beim OLG Stuttgart hab ich die Ausschreibungen der A10er Stellen auch gesehen.
Auf der Homepage des OLG Karlsruhes sind aber so gut wie nie Ausschreibungen zu finden.
Weiß jemand, ob in Karlsruhe auch schon A10er ausgeschrieben wurden?

kleinersti
26.04.2013, 12:40
Beim OLG Stuttgart hab ich die Ausschreibungen der A10er Stellen auch gesehen.
Auf der Homepage des OLG Karlsruhes sind aber so gut wie nie Ausschreibungen zu finden.
Weiß jemand, ob in Karlsruhe auch schon A10er ausgeschrieben wurden?

Nein, bisher gab es dort keine Ausschreibungen.

Es gibt Gerüchte, die besagen, dass KA frühestens nach der nächsten Beurteilungsrunde (Sept. 2013) ausschreiben wird...:gruebel:

45
26.04.2013, 13:48
Die ganze Zeit konnten die OLGs tun und lassen was Sie wollten und bei einer Ausschreibung müssen sie ggf. begründen, warum der eine Bewerber besser ist als der andere.

Die Begründung ist aber auch nur eine Fingerübung.

kleinersti
26.04.2013, 15:40
Naja, die ganze Zeit hatten die Beteiligten keine Möglichkeit etwas zu machen und wer befördert wurde, hatte sich meist auch erst nach einer gewissen Zeit herumgesprochen. Bisher konnte man ja schlecht seine Beförderung "beantragen". Jetzt müssen die OLGs befürchten, dass sich der ein oder andere zur Wehr setzt und dann muss schon was vorgelegt werden.

Den OLGs hatte es ja schon nicht geschmeckt, dass sie bzgl. ihrer Beurteilungs- und Beförderungspraxis von den VerwG eine auf die Mütze bekommen haben. Insofern bin ich mir, zumindest beim OLG KA sehr sicher, dass dies zukünftig transparenter abläuft, auch wenn dennoch der ein oder andere wahrscheinlich dabei auf der Strecke bleibt.

Noah
26.04.2013, 16:37
Wäre aber doch schön gewesen, man hätte mal etwas verlauten lassen vom OLG, dass man sich nun bewerben muss (wo das doch die ganzen Jahre auch nicht so war), um evtl. eine A10 zu bekommen...So gingen die ausgeschriebenen Beförderungsstellen wohl an dem einen oder anderen ungesehen vorüber. Persönliches Pech eben für diejenigen, die nicht regelmäßig die Stellenausschreibungen lesen :mad:

Mitwisser
27.04.2013, 06:11
In Sachsen-Anhalt mussten sich A9er schon immer für eine A10 bewerben. Bislang gab es da auch keine nennenswerten Probleme. Bei denjenigen, die noch nach Jahrzehnten A9 sind, liegt es aber wahrscheinlich nicht daran, dass sie die Ausschreibungen nicht gelesen haben.

Exec
27.04.2013, 06:20
Wäre aber doch schön gewesen, man hätte mal etwas verlauten lassen vom OLG, dass man sich nun bewerben muss (wo das doch die ganzen Jahre auch nicht so war), um evtl. eine A10 zu bekommen...So gingen die ausgeschriebenen Beförderungsstellen wohl an dem einen oder anderen ungesehen vorüber. Persönliches Pech eben für diejenigen, die nicht regelmäßig die Stellenausschreibungen lesen :mad:

Hat der Personalrat das ebenfalls nicht gestreut? Wäre ja durchaus wichtig gewesen - gerade wenn das OLG nicht informiert.

Noah
27.04.2013, 10:25
Leider nein...

Noah
27.04.2013, 10:28
In Sachsen-Anhalt mussten sich A9er schon immer für eine A10 bewerben. Bislang gab es da auch keine nennenswerten Probleme. Bei denjenigen, die noch nach Jahrzehnten A9 sind, liegt es aber wahrscheinlich nicht daran, dass sie die Ausschreibungen nicht gelesen haben. Wenn das immer so gehandt habt wird, ist das ja auch verständlich. Allerdings wenn eine Umstellung erfolgt, wäre es ja schon schön gewesen, wenn man rechtzeit davon erfahren hätte. Es war ja all die Jahre in BW so, dass man sich nicht bewerben musste. Da war nicht abzusehen, dass sich das dieses Jahr einfach mal so ändert..

derHesse
29.04.2013, 14:12
In Bayern wurden die Ausschreibungen abgeschafft und in Baden-Württemberg werden sie dafür sogar für A 10 eingeführt.:gruebel:

Kannst Du dann mal für Unwissende/Ungläubige Hessen erklären, wie´s mit einem/einer nach oben geht ?

Hier wird alles ausgeschrieben, auch mD und Wachis !

45
29.04.2013, 14:22
Kannst Du dann mal für Unwissende/Ungläubige Hessen erklären, wie´s mit einem/einer nach oben geht?

Offiziell nach den Punkten, die man bei der Beurteilung erhält. Angeblich kann man auch irgendwo abfragen, wo man in der Thronfolge steht. Da ich kein heißer Kandidat für ein Beförderung bin, hält sich das Interesse dafür bei mir allerdings in Grenzen. Wobei ich den Sinn der Aussschreibung immer noch nicht verstehe. Wenn das OLG jemanden außerhalb der Reihe befördern wolllte, lassen sich dafür auch Gründen finden.

derHesse
29.04.2013, 14:28
Kannst Du dann mal für Unwissende/Ungläubige Hessen erklären, wie´s mit einem/einer nach oben geht?

Offiziell nach den Punkten, die man bei der Beurteilung erhält. Angeblich kann man auch irgendwo abfragen, wo man in der Thronfolge steht. Da ich kein heißer Kandidat für ein Beförderung bin, hält sich das Interesse dafür bei mir allerdings in Grenzen. Wobei ich den Sinn der Aussschreibung immer noch nicht verstehe. Wenn das OLG jemanden außerhalb der Reihe befördern wolllte, lassen sich dafür auch Gründen finden.

Hhhmmmm, ......hört sich irgendwie nebulös und nicht nachprüfbar an ; gibt es denn demzufolge keine/wenig durch Personal/Beförderungs-Fragen verursachte Arbeit für die Verwaltungsgerichte in Bayern ?

45
29.04.2013, 14:40
Hhhmmmm, ......hört sich irgendwie nebulös und nicht nachprüfbar an ; gibt es denn demzufolge keine/wenig durch Personal/Beförderungs-Fragen verursachte Arbeit für die Verwaltungsgerichte in Bayern ?

Nachprüfbar ist es doch eigentlich schon? Zumindest theoretisch. Ich bekommen in der Beurteilung eine bestimmte Anzahl von Punkten und die setzen mich in der Summe an eine bestimmte Position in der Liste. Aber an die Beantwortung der Frage im Detail sollte dann vielleicht doch besser jemand von der Verwaltung ran.

Exec
29.04.2013, 14:46
In meinem Verwaltungszweig geht es so:

Alle Dienstposten haben Mindestbewertung A11. Für alle Bediensteten aller örtlichen Behörden gibt es eine gemeinsame Beförderungsrangfolge (A9 - > A 10; A 10 -> A 11, usw.), wonach genau feststeht, wer wann "dran" ist. Der Rang dort richtet sich nach den Beurteilungen, die nach einem bestimmten System zueinander gewichtet werden. Die Personalräte kennen die vollständigen Listen und überwachen das Beurteilungs-/Beförderungsverfahren. Wer Lust hat, kann sofort seine Ranglistennummer in Erfahrung bringen (z. B. Anruf beim Personalrat). Erfolgen Beförderungen, wird landesweit im Intranet bekannt gegeben, welche Rangfolgennummern befördert wurden, so dass man seine Beförderungschancen abschätzen kann.

Es gibt dann noch Sonderlaufbahnen oder übergeordnete Dienststellen, die eigene Beförderungstöpfe und Ranglisten haben, wo im Prinzip das gleiche abläuft.

Ab A12 (+ A11 Sonderlaufbahnen/übergeordnete Dienststelle) wird ausgeschrieben. Ist man per Rangfolge zu einer Beförderung A12/A13 dran, hat man aber keinen entsprechenden Dienstposten, kann man nicht befördert werden. Dann geht die Beförderung an den nächsten mit entsprechendem Dienstposten.

derHesse
29.04.2013, 14:49
edith ...zu 45

Okay, das heißt - der Logik folgend - ich kann verwaltungsgerichtlich am ehesten gegen die punktegebende Beurteilung vorgehen ? Gegen die Nichtberücksichtigung bei einer Beförderung(srunde) habe ich zum konkreten Anlass ja nichts in der Hand ?!?

45
29.04.2013, 14:50
Ab A12

:gruebel:

45
29.04.2013, 14:56
edith ...zu 45

Okay, das heißt - der Logik folgend - ich kann verwaltungsgerichtlich am ehesten gegen die punktegebende Beurteilung vorgehen ? Gegen die Nichtberücksichtigung bei einer Beförderung(srunde) habe ich zum konkreten Anlass ja nichts in der Hand ?!?

So sieht es aus. Nur dass ich niemanden kenne, der jemals gegen eine Beurteilung vorgegangen wäre.

Exec
29.04.2013, 14:57
edith ...zu 45

Okay, das heißt - der Logik folgend - ich kann verwaltungsgerichtlich am ehesten gegen die punktegebende Beurteilung vorgehen ? Gegen die Nichtberücksichtigung bei einer Beförderung(srunde) habe ich zum konkreten Anlass ja nichts in der Hand ?!?

So sieht es aus. Nur dass ich niemanden kenne, der jemals gegen eine Beurteilung vorgegangen wäre.

Hier gibt es ja auch einen weiten Beurteilungsspielraum, der kaum gerichtlich überprüfbar ist. In der Regel ist mit einer entsprechenden Klage auch EdeKa.

Norwegen
29.04.2013, 15:08
In Niedersachsen werden die A10-Stellen demnächst auch ausgeschrieben.

Steinkauz
16.05.2013, 14:17
Heute kam per mail die Meldung des OLG karlsruh ein , dass man künftig auch die Stellen in A10 zur Bewerbung ausschreiben werde.
Waynes interessiert; mich nicht mehr.:)

Mausejule
16.05.2013, 14:22
Waynes interessiert; mich nicht mehr.:)

Na, die, die noch A9 sind. ;)

oje7
16.05.2013, 14:58
Wurde auch mitgeteilt, wann das OLG Karlsruhe die Beförderungsstellen ausschreibt?
Es gibt in diesem OLG -Bezirk nämlich mehr als genug Rpfl. die seit vielen Jahren in A 9 festhängen.

Steinkauz
16.05.2013, 15:03
Nö, leider nicht.
Es steht nur drin "künftig" mit Verweis auf die Stellenausschreibungen auf der OLG-Homepage.

oje7
16.05.2013, 15:05
Danke.

kleinersti
16.05.2013, 15:14
Es gibt in diesem OLG -Bezirk nämlich mehr als genug Rpfl. die seit vielen Jahren in A 9 festhängen.

Das OLG hat in seinem Schreiben ja mitgeteilt, dass "...Mit der Änderung soll sichergestellt werden, dass vor einer Beförderungsentscheidung nur diejenigen Beamten anlassbeurteilt werden, die durch die Einreichung einer Bewerbung zum Ausdruck gebracht haben, dass sie an einem Beförderungsverfahren teilnehmen wollen."

Da ja alle unglaublich gerne A9 sind, wird es bestimmt keine Bewerbungen hierauf geben. :wechlach:

Verar... kann ich mich selber besser...:oops:

45
16.05.2013, 15:20
Sind die Stellen denn gerichtsgebunden? So dass man evtl. einen Wechsel in Kauf nehmen müßte?

oje7
16.05.2013, 15:21
Hier lag die E-Mail noch nicht vor, bzw. wurde von der Verwaltung noch nicht weitergeleitet.
Es ist dürfte klar sein, dass sich jeder A9-er (außer er ist gerade frisch von der Prüfung) bewerben wird.
Mich wundert nur, dass das alte System (automatische Beförderung) nun geändert wird. Jetzt muss jeder Bewerber beurteilt werden, zuvor nur die vom OLG ohne Bewerbung zur Beförderung auserwählten. Man muss ja aber auch nicht alles verstehen.

Steinkauz
16.05.2013, 15:25
Zu #76 :

kann ich mir - jedenfalls bis A12 - nicht vorstellen und gehe weiter davon aus , dass die ausgeschriebenen Stellen gerichtsgebunden sind.
Für A11 und 12 ist es ja ebenfalls so, dass einfach mal 10 oder 20 Beförderungsstellen abstrakt in den Zookäfig geschmissen werden , um die sich dann die Hyänen balgen können.;)

45
16.05.2013, 15:39
... um die sich dann die Hyänen balgen können.;)

Aber nur, wenn sie auch ganz sicher teilnehmen wollen.:)

Wobder
16.05.2013, 15:39
.... die durch die Einreichung einer Bewerbung zum Ausdruck gebracht haben, dass sie an einem Beförderungsverfahren teilnehmen wollen."
...

Wie bei den Pinguinen, nicht wer es verdient hat, bekommt Futter, sondern der, der den Schnabel am weitesten aufreißt, traurig.

Dirk
16.05.2013, 15:53
Es gibt in diesem OLG -Bezirk nämlich mehr als genug Rpfl. die seit vielen Jahren in A 9 festhängen.

Das OLG hat in seinem Schreiben ja mitgeteilt, dass "...Mit der Änderung soll sichergestellt werden, dass vor einer Beförderungsentscheidung nur diejenigen Beamten anlassbeurteilt werden, die durch die Einreichung einer Bewerbung zum Ausdruck gebracht haben, dass sie an einem Beförderungsverfahren teilnehmen wollen."

Da ja alle unglaublich gerne A9 sind, wird es bestimmt keine Bewerbungen hierauf geben. :wechlach:

Verar... kann ich mich selber besser...:oops:
Es kann durchaus sinnvoll sein, sich nicht zu bewerben. Wenn an einem Gericht mit 20 Inspektoren 2 A10'er-Stellen ausgeschrieben sind und ich eine eher schlechte Beurteilung zu befürchten hätte, würde ich mich auch nicht bewerben, sondern versuchen bessere Leistungen zu erbringen um in der nächsten Runde Chancen zu haben.

Impi85
16.05.2013, 16:01
dürfte aber allein deshalb schon nicht funktionieren, weil man wohl kaum vorher weiß, wie die beurteilung (auch im verhältnis zu den anderen) ausfällt. wenn man mist gebaut hat, klar. nur sowas ist ja eine seltene ausnahme...

Dirk
16.05.2013, 16:28
dürfte aber allein deshalb schon nicht funktionieren, weil man wohl kaum vorher weiß, wie die beurteilung (auch im verhältnis zu den anderen) ausfällt. wenn man mist gebaut hat, klar. nur sowas ist ja eine seltene ausnahme...
Hier gibt es zwischen den Beurteilungen Beurteilungsgespräche, so dass eine Beurteilung nicht ganz überraschend endet. Ich denke, man kann seine Kollegen auch ganz gut einschätzen und so die eigenen Chancen berechnen.

Impi85
16.05.2013, 16:32
okay, sowas kenne ich nicht. die letzten beurteilungen liefen bei mir in etwa so ab, dass ich zum geschäftsleiter ging, dieser mir die beurteilung zur einsicht vorlegte, ich danach den erhalt bestätigte und ggf. noch kurz ein paar (lobende) worte gesagt bekam. das wars dann aber auch schon. insgesamt eine sache von wenigen minuten....

45
16.05.2013, 16:36
Es kann durchaus sinnvoll sein, sich nicht zu bewerben. Wenn an einem Gericht mit 20 Inspektoren 2 A10'er-Stellen ausgeschrieben sind und ich eine eher schlechte Beurteilung zu befürchten hätte, würde ich mich auch nicht bewerben, sondern versuchen bessere Leistungen zu erbringen um in der nächsten Runde Chancen zu haben.

War bei uns früher genau umgekehrt. Wer Amtrat werden wollte, mußte sich schon frühzeitig bewerben, um nicht in Vergessenheit zu geraten.

Impi85
16.05.2013, 16:39
noch eine ergänzung:
das einschätzen der kollegen mag zwar durchaus möglich sein, man hat ja fachlich des öfteren miteinander zu tun und stellt mal nen besonderen fall vor oder bekommt fragen gestellt.
problem bei der sache ist aber doch wieder, dass die die beurteilung erstellenden personen in der verwaltung das meist nicht (so gut) können und ich deshalb mehrfach erlebt habe, dass in quasi identischen, jedenfalls vergleichbaren fällen jemand mehrfach (u. a. "versteckt" in der formulierung) klar besser bewertet wurde, obwohl es dafür keinen wirklich objektiven grund gab.... auch deshalb sehe ich die vergleichssache eher als fernliegend an.

kleinersti
16.05.2013, 16:39
Die A10er werden Baden-weit ausgeschrieben und nicht den einzelnen Gerichten zugewiesen. Deshalb werden sich grob geschätzt 98% der A9er auf die dann ausgeschriebenen A10er Stelle bewerben. Selbst die Frischlinge haben ja nichts zu verlieren, denn es gibt keine bzw. mir bekannten weiteren Voraussetzungen außer Eignung, Leistung, Befähigung und Bedarf. Das OLG kann daher nicht mehr damit kommen, dass man ja erst vor einem Jahr die Prüfung bestanden hätte.

Wie der Beurteilende diese Gruppe einstuft, ist natürlich wieder etwas anderes...

Asuka
17.05.2013, 06:24
Selbst die Frischlinge haben ja nichts zu verlieren, denn es gibt keine bzw. mir bekannten weiteren Voraussetzungen außer Eignung, Leistung, Befähigung und Bedarf. Das OLG kann daher nicht mehr damit kommen, dass man ja erst vor einem Jahr die Prüfung bestanden hätte.

Es gibt meines Wissens noch eine weitere Voraussetzung.
Rechtspfleger werden zwar nicht mehr als z.A. eingestellt, aber die Probezeit gibt es nach wie vor.
Und ich habe es noch nie erlebt, auch nicht in der freien Wirtschaft, dass jemand während der Probezeit befördert wurde.

Hector
17.05.2013, 07:30
Selbst die Frischlinge haben ja nichts zu verlieren, denn es gibt keine bzw. mir bekannten weiteren Voraussetzungen außer Eignung, Leistung, Befähigung und Bedarf. Das OLG kann daher nicht mehr damit kommen, dass man ja erst vor einem Jahr die Prüfung bestanden hätte.

Doch, § 20 Landesbeamtengesetz:
(3) Eine Beförderung ist nicht zulässig
1. während der Probezeit,
2. vor Ablauf eines Jahres seit der Einstellung,
3. vor Ablauf eines Jahres seit der letzten Beförderung.

Spidey
17.05.2013, 07:56
Für A11 und 12 ist es ja ebenfalls so, dass einfach mal 10 oder 20 Beförderungsstellen abstrakt in den Zookäfig geschmissen werden , um die sich dann die Hyänen balgen können.;)

Wow, 10 oder 20 Stellen für A11 und A12! Hier in NRW kann man froh sein, wenn mal 2 oder 3 in der Verlosung sind.:binsauer

kleinersti
17.05.2013, 08:03
Doch, § 20 Landesbeamtengesetz:
(3) Eine Beförderung ist nicht zulässig
1. während der Probezeit,
2. vor Ablauf eines Jahres seit der Einstellung,
3. vor Ablauf eines Jahres seit der letzten Beförderung.


Ja, das stimmt natürlich, aber dennoch können diese Kollegen sich auch bewerben. Es wird ja auch ein "Riesengeheimnis" darum gemacht, wann z.B. die Probezeit endet. Genaue Aussagen gab es, zumindest als dies in meinem Jahrgang noch relevant war, vom OLG nicht.

Und da die Voraussetzungen doch erst am Tage der Ernennung vorliegen müssen, fällt da nur ein sehr kleiner Personenkreis raus. Schließlich muss man bedenken, dass es in Baden auch noch viele Kollegen aus dem Prüfungsjahrgang 2005 gibt, die noch in A9 rumdümpeln und das obwohl sie gute Leistungen bringen.

Jakintzale
17.05.2013, 09:59
Es wird ja auch ein "Riesengeheimnis" darum gemacht, wann z.B. die Probezeit endet. Genaue Aussagen gab es, zumindest als dies in meinem Jahrgang noch relevant war, vom OLG nicht.


Das "Geheimnis" besteht wegen der personalrechtlichen Verschwiegenheitspflicht gegenüber Unbeteiligten, dem Betroffenen selbst ist Auskunft zu erteilen. Das Auskunftsrecht ist justiziabel.

Die Dauer der Probezeit ist in den Landesbeamtengesetzen geregelt, in Hamburg in § 19 HmbBG. Sie dauert in der Regel drei Jahre, Zeiten hauptberuflicher Tätigkeit innerhalb oder außerhalb des öffentlichen Dienstes können auf die Probezeit angerechnet werden, soweit die Tätigkeit nach Art und Bedeutung der Tätigkeit in der Laufbahn gleichwertig ist.
Eignung, Befähigung und fachliche Leistung des Beamten sind wiederholt zu bewerten und müssen bei prognostischer Wertung die zweifelsfreie Feststellung der Bewährung ergeben.

Die Probezeit kann bis zu einer Höchstdauer von fünf Jahren verlängert werden.

Daraus folgt, dass die Probezeit individuell unterschiedlich lange dauern kann und selbstverständlich Außenstehenden darüber und über die Gründe hierfür keine Auskünfte erteilt werden dürfen, und zwar weder von der personalverwaltenden Stelle noch von Personalräten.
Nur dem Betroffenen selbst wird Auskunft erteilt.

kleinersti
17.05.2013, 10:52
Es wird ja auch ein "Riesengeheimnis" darum gemacht, wann z.B. die Probezeit endet. Genaue Aussagen gab es, zumindest als dies in meinem Jahrgang noch relevant war, vom OLG nicht.


Das "Geheimnis" besteht wegen der personalrechtlichen Verschwiegenheitspflicht gegenüber Unbeteiligten, dem Betroffenen selbst ist Auskunft zu erteilen. Das Auskunftsrecht ist justiziabel.

Die Dauer der Probezeit ist in den Landesbeamtengesetzen geregelt, in Hamburg in § 19 HmbBG. Sie dauert in der Regel drei Jahre, Zeiten hauptberuflicher Tätigkeit innerhalb oder außerhalb des öffentlichen Dienstes können auf die Probezeit angerechnet werden, soweit die Tätigkeit nach Art und Bedeutung der Tätigkeit in der Laufbahn gleichwertig ist.
Eignung, Befähigung und fachliche Leistung des Beamten sind wiederholt zu bewerten und müssen bei prognostischer Wertung die zweifelsfreie Feststellung der Bewährung ergeben.

Die Probezeit kann bis zu einer Höchstdauer von fünf Jahren verlängert werden.

Daraus folgt, dass die Probezeit individuell unterschiedlich lange dauern kann und selbstverständlich Außenstehenden darüber und über die Gründe hierfür keine Auskünfte erteilt werden dürfen, und zwar weder von der personalverwaltenden Stelle noch von Personalräten.
Nur dem Betroffenen selbst wird Auskunft erteilt.


Und genau dies ist nicht erfolgt. Trotz mehrmaliger persönlicher Nachfrage (im Übrigen auch durch die Verwaltung) wurde keine Aussage vom OLG getroffen. Und dies war bei viele Kollegen so.

Auch wurden Leistungen nur noch mittels Vordruck festgestellt:
Leistungen "besser oder gleich dem Prüfungsergebnis" und "schlechter" (sinngemäß). Eine qualitative und aussagekräftige Beurteilung fand nicht statt.

Juergen
17.05.2013, 12:52
Für A11 und 12 ist es ja ebenfalls so, dass einfach mal 10 oder 20 Beförderungsstellen abstrakt in den Zookäfig geschmissen werden , um die sich dann die Hyänen balgen können.;)

Wow, 10 oder 20 Stellen für A11 und A12! Hier in NRW kann man froh sein, wenn mal 2 oder 3 in der Verlosung sind.:binsauer


Das ist dann dort aber OLG-weit. Die Ausschreibungen in NRW finden für die jeweiligen Landgerichte statt. Hier sind zB dieses Jahr 5 A10 und 5 A11 Stellen für unseren Landgerichtsbezirk ausgeschrieben.

spassinnebacken
24.05.2013, 14:19
Für A11 und 12 ist es ja ebenfalls so, dass einfach mal 10 oder 20 Beförderungsstellen abstrakt in den Zookäfig geschmissen werden , um die sich dann die Hyänen balgen können.;)

Wow, 10 oder 20 Stellen für A11 und A12! Hier in NRW kann man froh sein, wenn mal 2 oder 3 in der Verlosung sind.:binsauer


Das ist dann dort aber OLG-weit. Die Ausschreibungen in NRW finden für die jeweiligen Landgerichte statt. Hier sind zB dieses Jahr 5 A10 und 5 A11 Stellen für unseren Landgerichtsbezirk ausgeschrieben.

So ist es. Bezirksweit (für den gesamten OLG-Bezirk Hamm, NRW) sind es über 140 Stellen (A 10 bis A 13 AZ), die ausgeschrieben sind.

Noah
12.06.2013, 11:55
Heute kam per mail die Meldung des OLG karlsruh ein , dass man künftig auch die Stellen in A10 zur Bewerbung ausschreiben werde.


Schön, da ist das OLG KA dem in S ja einen Schritt voraus... Vorankündigungen sind schon ne feine Sache.

maxe
11.07.2013, 16:20
Ich muss jetzt mal meinen Frust loswerden.
Also ich bin 1993 verbeamtet worden mit der A 10 bis zum heutigen Tage. Im nächsten Jahr habe ich mein 40-jähriges "Dienstjubiläum". Andere Kollegen sind bereits mehrfach befördert worden bis in die A 11 und haben nicht einmal das Lebensalter meiner Dienstjahre erreicht.
Arbeitsmäßig kann mir auch nichts negatives nachgesagt werden.
Ich habe immer gehofft, dass vor den Wahlen auch an unserem ziemlich kleinen Gericht noch mal eine Stelle A 11 ausgeschrieben würde, auf die ich mich bewerben könnte, aber der Zug ist schon abgefahren.
Ich bin so demotieviert und mache jetzt Feierabend.

Steinkauz
11.07.2013, 16:33
Ich kann den Frust gut verstehen.
Würde mal versuchen mit dem beurteilenden Direktor / überbeurteilenden LG-Präsidenten versuchen zu reden, woran das liegen mag.
Ist die Konkurrenzsituation im LG-Bezirk um A11 -er Stellen so groß ?
Vielleicht ergibt sich eine "Verbesserung" anlässlich der derzeit laufenden Beurteilungsrunde.

Welcher OLG-Bezirk bist Du denn ?
Habe den Eindruck , dass in letzter Zeit bei den Schwaben nämlich "besser" befördert wird.

maxe
20.12.2013, 10:18
Hallo an alle,
nun hat es wider Erwarten noch in diesem Jahr (gestern Urkunde erhalten ) mit einer Beförderung geklappt. Ich habe damit schon gar nichrt mehr gerechnet.
Freue mich natürlich, auch wenn es nach 20 Jahren Zeit wurde..
Nun wünsche ich allen
frohe und erholsame Weinhachtsfeiertage
und einen guten Rutsch.
Auf ein neues in 2014

B.Mann
20.12.2013, 10:22
Herzlichen Glückwunsch :blumen::blumen:

melanie
20.12.2013, 14:19
Hat jemand bzgl. A 10 im OLG Karlsruhe schon was gehört??

BREamter
20.12.2013, 18:58
Ich lese mit Erstaunen, wie unterschiedlich sich das in den einzelnen Bundesländern verhält. Ich bekomme zum 01.01.2014 A10 nach Mindestwartezeit (1 Jahr) seit Ernennung zum BaL (Disclaimer: ich habe keine Ministeriums-/OLG-/Verwaltungstätigkeit ausgeübt). :cool:

Mitwisser
21.12.2013, 16:56
@BREamter: Hast Du was angestellt?

13
21.12.2013, 17:16
:2weglach:

kleinersti
22.12.2013, 21:15
Hallo an alle,
nun hat es wider Erwarten noch in diesem Jahr (gestern Urkunde erhalten ) mit einer Beförderung geklappt. Ich habe damit schon gar nichrt mehr gerechnet.
Freue mich natürlich, auch wenn es nach 20 Jahren Zeit wurde..
Nun wünsche ich allen
frohe und erholsame Weinhachtsfeiertage
und einen guten Rutsch.
Auf ein neues in 2014

Glückwunsch !!!
Bist Du auch aus BaWü bzw. beim OLG KA???

tom
23.12.2013, 08:03
Ich lese mit Erstaunen, wie unterschiedlich sich das in den einzelnen Bundesländern verhält. Ich bekomme zum 01.01.2014 A10 nach Mindestwartezeit (1 Jahr) seit Ernennung zum BaL (Disclaimer: ich habe keine Ministeriums-/OLG-/Verwaltungstätigkeit ausgeübt). :cool:

Bremen hat's ja ;)

BREamter
23.12.2013, 21:24
Bremen hat's ja ;)


Der Zinsgewinn für die Differenz wird noch mitgenommen, habe heute eine Besoldungsmitteilung für 01/2014 mit Berechnung nach A9 erhalten. :D

Cromwell
27.12.2013, 15:20
Eigentlich solle man sich über Almosen des Dienstherrn nicht freuen.

Es bleibt einem allerdings auch nichts anderes übrig, als sich zu freuen, wenn man innerlich akzeptiert hat, dass die Dinge so (schlecht) sind wie sie sind. Man könnte die "Freude" aber auch durch die bloße missbilligende Kenntnisnahme dessen ersetzen, was ohnehin schon längst fällig war. Dies ändert zwar nichts in der Sache, stellt die Dinge aber in den zutreffenden Kontext.

kleinersti
27.12.2013, 23:44
Ist zwar Off-topic...
... aber da stimme ich dir vollständig zu und es ist zwischenzeitlich doch leider Gottes die EINZIGE Motivation, die einem in diesem Beruf noch geblieben ist.

Außerdem ist es ja auch die Verar..., die die Landesregierungen inzwischen fahren. Auf der einen Seite wundern, warum der qualifizierte Nachwuchs fehlt und dann nix als wirklichen Anreize schaffen...

Der größte Hammer hat vor ein paar Tagen noch mein Chef gebracht, als er meinte, dass er den Nachwuchsmangel gar nicht nachvollziehen könne, denn schließlich sei das so ein interessanter und befriedigender Beruf. Ach nee, ja is klar...
Nachdem ich ihm dann mal kurz die Tatsachen bzgl. Karriere und Arbeitsbelastung etc. an den Kopf geknallt hatte, hat er dann seine Aussage zurückgenommen.
Leider glaube ich dennoch, dass er es im Ergebnis nicht verstanden hat...:gruebel:

BREamter
28.12.2013, 00:55
Sorry, aber mit fällt zu dem ganzen Herumgestänkere über die Beschäftigungs- und Beförderungssituation nicht mehr viel ein.

In dem Bundesland, in dem ich tätig bin, ist die Lage offenbar besser als andernorts. Daher will ich mich nicht beschweren.

Für das große Ganze betrachtet:

Wenn es materiell so Scheiße ist, den Beruf des Rechtspflegers auszuüben, warum sind dann alle so scharf darauf (incl. Bundeslandwechsel mit anschließendem Tauschgesuch), dieser Tätigkeit nachzugehen?

Ich habe > € 2.000 netto / Monat (minus PKV), Gleitzeit, 40-Stunden-Woche und 30 Urlaubstage pro Jahr. Jenseits des öffentlichen Dienstes ist das bei einer vergleichbaren Ausbildung keine Selbstverständlichkeit. Über die vergleichbare Ausbildung hinaus nicht einmal für Rechtsanwälte.

Gegs
28.12.2013, 13:18
Nicht zuletzt ist die PKV wegen des Beihilfeanspruchs auch noch erheblich günstiger als für Unser-Einer.

Cromwell
28.12.2013, 16:05
Das hat aber nichts mit dem Rechtspflegerberuf, sondern mit dem Beamtenstatus als solchem zu tun.

Wenn man von den besagten 2000 € netto lediglich einen Betrag 200 € für die private Krankenversicherung in Abzug bringt und bei einem Mittel von 30 Monatstagen von 171,5 Stunden monatlicher Arbeitszeit ausgeht, kommt man - bei ohnehin unbezahlten Überstunden - auf einen Nettostundenlohn von 10,50 €.

Inakzeptabel.

Freund_der_Staatskasse
28.12.2013, 19:07
Das hat aber nichts mit dem Rechtspflegerberuf, sondern mit dem Beamtenstatus als solchem zu tun.

Wenn man von den besagten 2000 € netto lediglich einen Betrag 200 € für die private Krankenversicherung in Abzug bringt und bei einem Mittel von 30 Monatstagen von 171,5 Stunden monatlicher Arbeitszeit ausgeht, kommt man - bei ohnehin unbezahlten Überstunden - auf einen Nettostundenlohn von 10,50 €.

Inakzeptabel.

Nicht, wenn man die Besoldung mit den Gehältern in den juristischen Berufen allgemein vergleicht.

Beispiel:
Angestellter RA in einer Großkanzlei: 100.000 € Jahresbrutto bei 70 Wochenarbeitsstunden: Ca. 4.600€ Monatsnetto / 280 Stunden = 16, 40€ Nettostundenlohn
Beispiel Richter R1: 2.500 € Monatsnetto bei 50 Wochenarbeitsstunden (sicher nicht zu hoch geschätzt bei Berufsanfängern) = 12,50€ Nettostundenlohn

Angesichts dessen, dass man als RA in einer Großkanzlei bzw. Richter sechs Jahre studiert und mindestens ein doppel vb haben muss, sind 10 Euro netto als Rechtspfleger, der nur drei Jahre "studiert" hat und bei dem das Ergebnis der Diplomprüfung i.d.R. egal ist sicher nicht zu niedrig gegriffen...

Im Übrigen kenne ich den Begriff "unbezahlte Überstunden" als Rechtspfleger nicht... ;)

Gruß
Peter

oldman
28.12.2013, 19:52
ich sage dazu: jammern auf ordentlichem Niveau. 3,5 Jahre Anwärter mit ausreichender Vergütung; dagegen 3,5 Jahre Universitätsstudium mit BAföG bedeuten schon mehr als 20.000 € Vorteil für den rechtspfleger , die der Student erst aufholen muss.

kleinersti
28.12.2013, 22:56
Natürlich gibt es immer Bereiche, wo die Situation noch besch... ist als bei uns. Aber ich möchte mich weder mit der Bundeskanzlerin noch mit einer Frisöse vergleichen !!!

Im Übrigen verdient ein Richter bei uns 2.967.-€ in der niedrigsten Erfahrungsstufe und der vergleichbare Rpfl 1.957.-€. Der Richter dürfte daher selbst wenn er 10% länger Dienst leistet, denn schließlich kommen die Rpfl-Anfänger auch selten nach ihren 41 Stunden aus dem Büro, mal locker 30% mehr verdienen...

Wenn ich uns aber mit dem sonstigen öD vergleiche, dann sind die dortigen Beförderungschancen zumindest bis A11 wesentlich besser.
Egal in welchen Bereichen (Polizei, Gemeinde, Finanzamt etc.) sind die dortigen Kollegen nach spätestens 10 Jahren bereits in A11. Viele bzw. die meisten sind nach 3 - 4 Jahren A10. So etwas ist bei der Justiz in Baden nahezu unmöglich oder zumindest die absolute Ausnahme...

Grisu
29.12.2013, 00:30
Ich bin nun schon etwas über 23 Jahre dabei. Als ich mich damals für den Beruf entschieden habe, musste man noch ins Berufsinformationszentrum rennen, um ein bisschen mehr zu erfahren. Und bereits damals hieß es, dass in der Justiz bescheiden befördert wird. Heute kann man das noch einfacher und schneller in Erfahrung bringen.

Man mag die Situation selbst kritisieren und - das steht jedem frei - z.B. über den Verband versuchen, etwas daran zu ändern.

Diese regelmäßige Abkotzen finde ich jedoch zum Kotzen. An der Situation hat sich seit Jahren nichts geändert, viele haben in Kenntnis dessen diesen Beruf gewählt (oder hätten es wissen können), also beschwert Euch nicht permanent. Ihr hattet auch die Wahl eines anderen Berufes, in welchem es bessere Beförderungschancen gibt. Jm2c

online
29.12.2013, 18:27
Im Übrigen verdient ein Richter bei uns 2.967.-€ in der niedrigsten Erfahrungsstufe und der vergleichbare Rpfl 1.957.-€. Der Richter dürfte daher selbst wenn er 10% länger Dienst leistet, denn schließlich kommen die Rpfl-Anfänger auch selten nach ihren 41 Stunden aus dem Büro, mal locker 30% mehr verdienen...



Und warum vergleichst Du das Gehalt eines Rechtspflegers im ersten Jahr mit dem eines Volljuristen? :gruebel: Das ist doch in anderen Behörden genauso, dass der höhere Dienst deutlich mehr verdient als der gehobene.

Mitwisser
30.12.2013, 09:50
Das hat ja lange gedauert, ehe wir vom eigentlichen Thema zum allgemeinen Rummotzen über unseren Beruf und die schlechte Bezahlung gefunden haben. :respekt

Dabei vergessen wir oft schnell den eigentlichen Hintergrund einer Beförderung: Die Übertragung höherwertiger Aufgaben bei gleichzeitiger Anhebung der angemessenen Besoldung. Wenn also für Grundbucheintragungen ein Inspektor A9 genügt, dann müsste er für ein höheres Salär auch höhere Aufgaben übernehmen. Ist das so? Soweit ich weiß, nein.

Vielmehr wird jeder Absolvent einer FHS Rechtspflege als Inspektor A9 angestellt und darf (mit Ausnahme Insolvenzsachen) sofort alles machen, was dem Rechtspfleger nach dem Rechtspflegergesetz übertragen ist. Für eine Beförderung müsste er zusätzliche Aufgaben übernehmen. Wobei zusätzlich nicht im Sinne des Umfangs zu verstehen ist, sondern zusätzlich in Bezug auf die eigentlichen Rechtspflegeraufgaben (z. B. Verwaltung :flucht:).

Und da sind wir bei der uralten Forderung der Rechtspfleger und ihrer Verbände: Einstiegsamt A11! Angesichts schwächelnder Mitgliederzahlen dürfte das aber in Zukunft nicht leichter werden. Insofern darf jeder für sich im Forum seinen Frust ablassen, wohlwissend, dass das außer noch mehr Frust nichts bringt.

Guten Rutsch!

45
30.12.2013, 09:56
Wenn also für Grundbucheintragungen ein Inspektor A9 genügt, dann müsste er für ein höheres Salär auch höhere Aufgaben übernehmen. [...] Wobei zusätzlich nicht im Sinne des Umfangs zu verstehen ist, sondern zusätzlich in Bezug auf die eigentlichen Rechtspflegeraufgaben (z. B. Verwaltung :flucht:).

War abzusehen.

Eisbär
30.12.2013, 11:41
Verwaltung = höherwertige Tätigkeit :gruebel:

Dieses Denken erklärt so einiges...

Hector
30.12.2013, 13:37
Verwaltung = höherwertige Tätigkeit :gruebel:

Dieses Denken erklärt so einiges...

Hier ist sicher nicht höherwertig in dem Kontext gemeint, dass orginäre Rechtspflegeraufgaben als minderwertig angesehen werden. Diese Aufgaben sind unstreitig anspruchsvoll. Aber wer Verwaltungsaufgaben wahrnimmt ist nunmal Führungskraft und hat Personalverantwortung incl. Weisungsbefugnis für den mittleren Dienst und Budgetverantwortung. Und aus diesen Aufgaben leitet sich eine Hervorhebung im Vergleich zu den übrigen Haien im Beförderungsbecken ab. Dass - was unzweifelhaft so ist- leider nicht genug Beförderungsstellen für alle Mitbewerber, die ihre hochwertigen Aufgaben durchaus sehr gut erfüllen fehlen, liegt aber nicht an den Leuten aus der Verwaltung (Deren Job die meisten soweiso nicht mal geschenkt haben wollen). Das liegt einzig und allein an den vom Finanzministerium zugewiesenen Beförderungsstellen. Oft wird auch vergessen, dass kein Anspruch auf eine Beförderung besteht. Der Regelfall ist eigentlich -wie in der hier sonst so gepriesenen und besser entlohnten freinen Wirtschaft die Gehaltserhöhung durch die Übertragung von Tarifabschlüssen und vor allem durch Aufstieg in höhere Erfahrungsstufen. Der Beamte hat lediglich einen Anspruch auf ermessensfehlerfreie Entscheidung in Bezug auf seine Person bei anstehenden Beförderungen. Die Beförderung ist per Definition aber keine Gehaltserhöhung, sondern grds. die Übertragung von sogenannten höherwertigen Tätigkeiten mit größeren Verantwortlichkeiten. Anders wird man in der freien Wirtschaft auch nicht befördert. Dort muss ich eben Team-, Projekt- oder Abteilungsleiter werden, wenn ich befördert werden will. Sonst bleiben mir nur die Tarifabschlüsse. Beim Rechtspfleger ist das mit der höherwertigen Tätigkeit schwierig, da jeder alles macht. Abhilfe schaffen da entweder die geplante Dienstpostenbewertung oder eine Sonderlaufbahn. Die Frage, was besser ist kann sicherlich einen eigenen Thread füllen. Bis dahin geht es eben noch allein nach den Beurteilungen. Und das heißt, wer in der Quote oben landet wird befördert, weil er laut Beurteilung eben gut ist. Wer gut ist (und das Pech hat, dass die Beurteiler das nicht so sehen) wird nicht befördert. Die Tatsache, dass die Rahmenbedingungen im öffentlichen Dienst immer schlechter werden hat mit der Frage der Beförderung grundsätzlich erst mal nichts zu tun.

kleinersti
30.12.2013, 21:43
Im Übrigen verdient ein Richter bei uns 2.967.-€ in der niedrigsten Erfahrungsstufe und der vergleichbare Rpfl 1.957.-€. Der Richter dürfte daher selbst wenn er 10% länger Dienst leistet, denn schließlich kommen die Rpfl-Anfänger auch selten nach ihren 41 Stunden aus dem Büro, mal locker 30% mehr verdienen...



Und warum vergleichst Du das Gehalt eines Rechtspflegers im ersten Jahr mit dem eines Volljuristen? :gruebel: Das ist doch in anderen Behörden genauso, dass der höhere Dienst deutlich mehr verdient als der gehobene.


Das ist ja auch gut so.
Und ich habe aber den Vergleich aus #113 nur mit richtigen Zahlen füttern wollen.


Insbesondere habe und werde ich nicht über Kollegen aus der Verwaltung lästern/meckern, denn es kann ja jeder versuchen auch in diesen Bereich vorzudringen.
Ich beklage mich über die schlechte Beförderungssituation und da hauptsächlich über die zu wenigen Beförderungsstellen.
Dies ist auch ausschließlich der Politik bzw. den einzelnen Landesregierungen geschultet.

Im Übrigen dürfen wohl Kollegen in A9/A10 ehr "jammern" als Kollegen in A11 oder höher, gerade im Hinblick auf die gleiche Tätigkeit bei ungleicher (schlechterer) Bezahlung...:gruebel:

Ich bin gespannt, wann die Dienstpostenbewertung eingeführt wird und vor allem wie diese dann auch zeitnahe umgesetzt wird...

45
02.01.2014, 07:59
... 200 € für die private Krankenversicherung ...

354,81 €

Mitwisser
02.01.2014, 09:07
... Ich bin gespannt, wann die Dienstpostenbewertung eingeführt wird und vor allem wie diese dann auch zeitnahe umgesetzt wird...
Die Dienstpostenbewertung sollten wir uns lieber nicht wünschen. Inzwischen trauen sich da nicht mal mehr die Ministerien ran - aus Angst, ihre Beamten endgültig zu vergraulen. Aus meiner Sicht würde uns einzig die Sonderlaufbahn für Rechtspfleger (wie z.B. für Amtsanwälte) helfen.

kleinersti
02.01.2014, 09:32
... Ich bin gespannt, wann die Dienstpostenbewertung eingeführt wird und vor allem wie diese dann auch zeitnahe umgesetzt wird...
Die Dienstpostenbewertung sollten wir uns lieber nicht wünschen. Inzwischen trauen sich da nicht mal mehr die Ministerien ran - aus Angst, ihre Beamten endgültig zu vergraulen. Aus meiner Sicht würde uns einzig die Sonderlaufbahn für Rechtspfleger (wie z.B. für Amtsanwälte) helfen.


Mein OLG hatte zumindest bis Okt. 2012 diese Bedenken überhaupt nicht. Der zuständige Richter hatte sogar die Hoffnung, dass er endlich unsere herausgehobene Tätigkeit dann auch mit der passenden Besoldung vergüten könnte.

Und wenn ich die Dotierungen in meiner Heimatgemeinde anschaue, dann müssten wir fast alle mit A12 anfangen... ;)
Okay, das wäre das Argument für die Sonderlaufbahn :D
...aber wo soll denn dafür das Geld herkommen ??? :(

13
02.01.2014, 12:05
Die Dienstpostenbewertung sollten wir uns lieber nicht wünschen. Inzwischen trauen sich da nicht mal mehr die Ministerien ran - aus Angst, ihre Beamten endgültig zu vergraulen. Aus meiner Sicht würde uns einzig die Sonderlaufbahn für Rechtspfleger (wie z.B. für Amtsanwälte) helfen.
:meinung:

Spidey
04.01.2014, 14:31
Aus meiner Sicht würde uns einzig die Sonderlaufbahn für Rechtspfleger (wie z.B. für Amtsanwälte) helfen.

Die Sonderlaufbahn (so sehr sie aus Sicht von uns Rechtspflegern zu wünschen wäre) ist doch der Klassiker der unerfüllten Wünsche. Seit mindestens 30 Jahren geistert dieses Phantom immer mal wieder durch die Lande, ohne dass realistisch eine tatsächliche Umsetzung auch nur in weiter Ferne zu sehen ist.

Als ich vor langer Zeit angefangen habe, warb der Rechtspflegerbund um Mitgliedschaft mit dem Argument, dass dank der gute Lobbyarbeit die Sonderlaufbahn unmittelbar bevorstehe und dass die jungen Rechtspfleger dies mit dem Beitritt anerkennen sollten.:wechlach::wechlach::wechlach:


Die Realität ist aber, wie schon Kleinersti richtig anmerkt: woher soll das Geld dafür kommen und warum sollte irgendeine Landesregierung damit anfangen? :heul:

henry
04.01.2014, 16:12
Ich hatte vor kurzem Schülerpraktikanten hier. Ich habe ihnen geraten, auf keinen Fall den rechtspflegerberuf zu ergreifen.
Aber für uns Beamte ist es ja leider zu spät. :mad:
henry

13
04.01.2014, 16:44
Das ging mir genauso. Ich habe auch aufgezeigt, wie es tatsächlich aussieht und mich sehr kritisch geäußert. Was soll man den armen Teufeln auch etwas vormachen...

Manfred
04.01.2014, 16:58
Wir sollten uns nicht die Sonderlaufbahn wünschen, sondern einen eigenen Status mit einer eigenen Besoldungsordnung. In einer Sonderlaufbahn bleiben wir Beamte, und das passt nicht auf uns. Richter sind ja auch keine Beamte sondern eben Richter, und genau deshalb sollten auch wir, die wir ehemalige richterliche Aufgaben wahrnehmen, keine Beamte sein.

13
04.01.2014, 18:39
So richtig das auch mein mag, DAS werden wir wohl mit Sicherheit nicht mehr erleben.

papabaer
04.01.2014, 20:26
So richtig das auch mein mag, DAS werden wir wohl mit Sicherheit nicht mehr erleben.

Ich denke, mit meinen 26 kann ich wohl sagen: ich auch nicht.

papabaer
04.01.2014, 20:36
Ich bin gespannt, wann die Dienstpostenbewertung eingeführt wird und vor allem wie diese dann auch zeitnahe umgesetzt wird...

Und das soll gut sein, weil...?!

Ich denke, bei der Vielzahl von Tätigkeitsfeldern die wir beackern bekommt man da keine vernünftige Bewertung hin.

online
04.01.2014, 21:03
Wer macht denn diese Bewertung überhaupt und wie soll die erfolgen?

13
04.01.2014, 21:05
Ich werte diese Erfindung sogar als Funktionsgruppenverordnung für jedermann... es muss gespart werden. :teufel:

online
04.01.2014, 21:14
Na, dass da ne Runde Extra-Gehalt vom Finanzministerium spendiert wird, ist nicht zu erwarten.

13
04.01.2014, 21:18
Woher auch? Die Justiz wird immer dann aus dem großen Topf bedient, wenn nix mehr drin ist. Da ist sich auch jeder selbst der Nächste. Aber das war auch noch nie anders... :pff:

kleinersti
06.01.2014, 19:31
Ich bin gespannt, wann die Dienstpostenbewertung eingeführt wird und vor allem wie diese dann auch zeitnahe umgesetzt wird... Und das soll gut sein, weil...?!

Ich denke, bei der Vielzahl von Tätigkeitsfeldern die wir beackern bekommt man da keine vernünftige Bewertung hin.


...es wohl die einzige Chance ist, dass unsere Tätigkeit in der Öffentlichkeit/Politik gewürdigt wird.

Sicherlich wird die Politik Interesse daran haben, dass die Dotierungen möglichst niedrig ausfallen, aber wenn endlich die einzelnen Bewertungspunkte mal auf dem Tisch liegen, kann man auch den direkt Vergleich mit den Kollegen der Kommunen etc. anstellen. Daher glaube ich nicht, dass wir da so schlecht dabei rauskommen...

...und wenn es nur die Sonderlaufbahn wird :wechlach:

13
06.01.2014, 19:54
...und wenn es nur die Sonderlaufbahn wird :wechlach:

Leitender Oberrechtspfleger (FH), Besoldungsgruppe D 1... :2weglach:

BREamter
06.01.2014, 20:08
Sicherlich wird die Politik Interesse daran haben, dass die Dotierungen möglichst niedrig ausfallen, aber wenn endlich die einzelnen Bewertungspunkte mal auf dem Tisch liegen, kann man auch den direkt Vergleich mit den Kollegen der Kommunen etc. anstellen. Daher glaube ich nicht, dass wir da so schlecht dabei rauskommen...

Da möchte ich widersprechen.

Mahnsachen können nach § 36b Abs. 1 Nr. 2 RPflG auf den UdG übertragen werden. Da kann man sich also schon die Frage stellen, warum das höher besoldet werden sollte als A9/A10.

PKH/VKH ist bekanntlich eine Sonderform der Sozialhilfe. Sachbearbeiterstellen beim Jobcenter (SGB II) oder Sozialamt (SGB XII) liegen hier laut Stellenausschreibungsblättchen bei A8 - A10 (worin die Unterschiede liegen, kann ich nicht sagen), A11 ist schon Teamleitung.

Auch bei sonstigen Stellen außerhalb der Justiz ist hier bei A11 oftmals schon eine Leitungskomponente enthalten.

kleinersti
06.01.2014, 20:12
Wie zu guten alten Bundi-Zeiten:

Rechtspfleger ==> Oberrechtspfleger ==> Hauptrechtspfleger

Dann müssen wir ja nur noch die vergleichbare Besoldungsstufe finden :teufel:

Manfred
06.01.2014, 20:16
...es wohl die einzige Chance ist, dass unsere Tätigkeit in der Öffentlichkeit/Politik gewürdigt wird.

Sicherlich wird die Politik Interesse daran haben, dass die Dotierungen möglichst niedrig ausfallen, aber wenn endlich die einzelnen Bewertungspunkte mal auf dem Tisch liegen, kann man auch den direkt Vergleich mit den Kollegen der Kommunen etc. anstellen. Daher glaube ich nicht, dass wir da so schlecht dabei rauskommen...

...und wenn es nur die Sonderlaufbahn wird :wechlach:

Und wovon träumst Du Nachts?

Bei der Bewertung der Dienstposten ist dem Verordnungsgeber Tür und Tor geöffnet. Er könnte z.B. sagen, dass sämtliche Tätigkeiten mit A9 zu bewerten sind, da ja jetzt auch schon sämtliche Tätigkeiten durch JI wahrgenommen werden können. In den neuen Ländern gibt es eine Entscheidung zur Einordnung eines Beschäftigten, der als Rpfleger eingesetzt wurde. Danach ist ein ZVG-Rpfleger mit E10 (= A10) nicht zu niedrig besoldet.

BaWü scheint wohl den Weg zu gehen, dass der Stellenkegel neben den Stellenbedarf in den einzelnen Bereichen gelegt wird, und dann wird verteilt. So kommt ungefähr das heraus, was jetzt stellentechnisch schon existiert.

Und ein Vergleich mit den Kommunen o.ä. brauchst Du gar nicht anstellen. Jede Laufbahn hat so ihre Besonderheiten, und alle sind sie was Besseres... Warum sollte also der Rpfleger besser sein, als die anderen? Hier wird nur nach Kassenlage bewertet, und die Argumente Für und Wider eines besseren Stellenkegels sind so weich, dass Du damit nicht wirklich etwas bewegen kannst.

Die einzig realistische Chance für eine Verbesserung unserer Ausbildung (3,5 Jahre erscheinen mir für die derzeitigen Aufgaben unbedingt erforderlich) und damit für einen höheren Besoldungsanspruch aufgrund einer höherwertigen Ausbildung, als dieses im übrigen gD der Fall ist, sieht für mich wie folgt aus:

1. Es gibt kaum noch Nachwuchs, und die Qualität (Studiendurchschnitt, Durchfallerzahlen, etc.) wird immer schlechter.
2. Die Arbeitsbelastung und damit die Bearbeitungszeiten steigen.
3. Der Krankenstand, insbesondere bei den Langzeiterkrankten nimmt merklich zu, was Auswirkungen auf die Nachwuchsgewinnung (siehe 1) und die Arbeitsbelastung (siehe 2) hat.
4. Der Justizgewährungsanspruch in der Freiwilligen Gerichtsbarkeit und der Zwangsvollstreckung ist nicht mehr gegeben, die Rechtspflege in diesem Bereich kollabiert.
5. Die Landesregierungen werden endlich wach und merken, dass die Justiz für unseren Wirtschaftsstandort und unsere Bürger unverzichtbar ist.
6. Es wird endlich ernsthaft damit begonnen, die Justiz nicht mehr nur als das 5. Rad am Wagen zu betrachten.
7. Der Beruf des Rpflegers wird attraktiver ausgestaltet (höheres Einstiegsamt, besserer Stellenkegel, vielleicht sogar ein eigener Status).

Die Punkte 1 und 2 sind schon in vollem Gange, die Punkte 3 und 4 treten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein, die ersten Anzeichen sind schon da. Ob Punkt 5 eintritt, wage ich fast zu bezweifeln, denn außer schönen Sonntagsreden kommt aus den Landesregierungen kaum etwas wirklich Brauchbares. Vielleicht gibt es mal ein paar Stellenhebungen, damit wird aber nur zum Ausdruck gebracht, dass der bisher mögliche Stellenkegel aufgrund der Stellenobergrenzenverordnung (Funktionsgruppenverordnung) noch nicht ganz ausgeschöpft war (was uns als positiv verkauft wird ist praktisch das Eingeständnis eines meist jahrelangen Besch...). Und wenn Punkt 5 nicht eintritt, dann kommt es auch nicht zu 6 und 7.

Aber wahrscheinlich werden wir gar nicht merken, dass Punkt 4 eintritt, denn die meisten Kollegen arbeiten halt länger und gehen noch dünner über die Akten drüber (bis evt. zum Punkt 3). Willkommen in der (künftigen) Bananenrepublik. :(

13
06.01.2014, 20:32
http://wuerziworld.de/Smilies/schild/sd3.gif

Cromwell
06.01.2014, 20:54
1. Es gibt kaum noch Nachwuchs, und die Qualität (Studiendurchschnitt, Durchfallerzahlen, etc.) wird immer schlechter.
2. Die Arbeitsbelastung und damit die Bearbeitungszeiten steigen.
3. ...
4. Der Justizgewährungsanspruch in der Freiwilligen Gerichtsbarkeit und der Zwangsvollstreckung ist nicht mehr gegeben, die Rechtspflege in diesem Bereich kollabiert.

Die Punkte 1 und 2 sind schon in vollem Gange, die Punkte 3 und 4 treten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein, die ersten Anzeichen sind schon da.

Aber wahrscheinlich werden wir gar nicht merken, dass Punkt 4 eintritt, denn die meisten Kollegen arbeiten halt länger und gehen noch dünner über die Akten drüber (bis evt. zum Punkt 3). Willkommen in der (künftigen) Bananenrepublik.

Ich würde dazu tendieren, das Wort "künftig" zu streichen.

Zu Punkt 1: Nicht nur die Qualität der Studierenden sinkt, sondern auch die Qualität der Rechtspfleger, die den Abschluss letztlich schaffen. Dass dem so ist, kann man tagtäglich im Forum sehen, wenn man - nicht vereinzelt, sondern häufig - Fragen und Stellungnahmen liest, die einem die rechtliche Schamesröte ins Gesicht treiben.

Zu den Punkten 2 und 4: Der Justizgewährungsanspruch wird gemeinhin nur unter dem Aspekt der Bearbeitungsdauer diskutiert. In Wahrheit ist er nicht selten schon wegen der fehlenden Qualität der Sachbearbeitung nicht mehr gewährleistet, weil mangels Wissen und/oder mangels Zeit überhaupt nichts mehr geprüft und nur noch so getan wird, als würde etwas geprüft. Dadurch wird ein trügerischer Schein an Qualität erweckt, die nicht existiert.

Die eigentliche Frage ist also nicht diejenige nach dem Status des Rechtspflegers, sondern die, ob und wie lange man Rechtspfleger überhaupt noch braucht und wie lange die Rechtspfleger selbst brauchen, um ihren eigenen Berufsstand abzuschaffen.

Um nicht missverstanden zu werden: Die Dilettanten vermehren sich auch in anderen juristischen Berufsgruppen innerhalb und außerhalb des öffentlichen Dienstes mit rasender Geschwindigkeit. Nur arbeitet keine so eifrig an der Erbringung des Nachweises des eigenen Überflüssigseins wie die Rechtspflegerschaft.

oldman
06.01.2014, 21:09
@Cromwell
Welche Rolle spielt die Qualität der Lehrenden?

Manfred
06.01.2014, 21:28
...
Zu Punkt 1: Nicht nur die Qualität der Studierenden sinkt, sondern auch die Qualität der Rechtspfleger, die den Abschluss letztlich schaffen. Dass dem so ist, kann man tagtäglich im Forum sehen, wenn man - nicht vereinzelt, sondern häufig - Fragen und Stellungnahmen liest, die einem die rechtliche Schamesröte ins Gesicht treiben.
...Das möchte ich so noch nicht stehen lassen. Von ein paar Ausnahmen mal abgesehen halte ich viele hier dennoch für qualifiziert. Das Problem ist der Zeitdruck am Arbeitsplatz und das Forum selbst. Eine Frage ist schnell gepostet, einen Kommentar zu wälzen und sich mit Rechtsprechung auseinanderzusetzen dauert etwas länger. Gleiches trifft leider auch auf einigen Antworten zu.

Freund_der_Staatskasse
06.01.2014, 21:43
Zu Punkt 1: Nicht nur die Qualität der Studierenden sinkt, sondern auch die Qualität der Rechtspfleger, die den Abschluss letztlich schaffen. Dass dem so ist, kann man tagtäglich im Forum sehen, wenn man - nicht vereinzelt, sondern häufig - Fragen und Stellungnahmen liest, die einem die rechtliche Schamesröte ins Gesicht treiben.

Meiner Meinung und Erfahrungen nach sind die rechtlichen Fähigkeiten und Kenntnisse der Rechtspfleger über die verschiedenen Altersschichten ungefähr gleich verteilt. Mir ist noch nie aufgefallen, dass Kollegen, die ihr Diplom vor längerer Zeit gemacht haben, kompetenter sind als die jüngeren Kollegen (eine gewisse Einarbeitungszeit vorausgesetzt).

Dein Schluss aus den Forumsbeiträgen geht im Übrigen alleine schon deshalb ins Leere, da hier sowohl junge als auch ältere Kollegen schreiben bzw. sich neu anmelden.

Gruß
Peter

Steinkauz
07.01.2014, 07:46
Das Problem ist der Zeitdruck am Arbeitsplatz und das Forum selbst. Eine Frage ist schnell gepostet, einen Kommentar zu wälzen und sich mit Rechtsprechung auseinanderzusetzen dauert etwas länger. Gleiches trifft leider auch auf einigen Antworten zu.

Erkläre mir mal bitte genauer , warum das Forum selbst das Problem sein sollte.:gruebel:
Ich fürchte ( und hoffe zugleich ) eher , dass dass Forum der Problemlöser ist .
Zuzugeben ist Dir höchstens, dass mit der Existenz des Forums die Eigeninitiative des Problemerstellers auf die Allgemeinheit abgewälzt wird.
Aber mit diesem "Problem" hat wahrscheinlich jedes öffentliche Forum zu kämpfen.
Andere würden womöglich sogar den Sinn und nicht das Problem eines Forums darin sehen.

Grisu
07.01.2014, 08:05
Zuzugeben ist Dir höchstens, dass mit der Existenz des Forums die Eigeninitiative des Problemerstellers auf die Allgemeinheit abgewälzt wird. Aber mit diesem "Problem" hat wahrscheinlich jedes öffentliche Forum zu kämpfen. Andere würden womöglich sogar den Sinn und nicht das Problem eines Forums darin sehen.

Sehe ich etwas gemischt. Bevor ich den Kollegen im Nachbarzimmer mit meinem Problem behellige, habe ich mir darüber ein paar Gedanken gemacht, mich mit dem Problem selbst beschäftigt. Und dann komme ich an eine Position, wo ich mir unklar bin, habe aber die einzelnen Möglichkeiten abgewogen.
Nicht anders sollte es sein, wenn ich eine Frage im Forum einstelle. Ist es aber leider oft.

Steinkauz
07.01.2014, 08:12
Nicht anders sollte es sein, wenn ich eine Frage im Forum einstelle. Ist es aber leider oft.

:daumenrau
Die Reihenfolge bei einer Problemlösung, die ich mir mal gebildet habe, ist wohl in der Tat nicht repräsentativ.

1.) selbst mal schauen, was mir ( an Lösung ) fehlt
2.) Zweitmeinung bei meinem Hausarzt oder Apotheker im Nachbarzimmer ;) einholen.
3.) Falls 1.) und 2.) nicht ausreichen : Überweisung zum Facharzt im Rechtspflegerforum

Exec
07.01.2014, 08:58
zu #142:

Die Leistungen bei den Rechtspflegerprüfungen sind ja bei einigen Bundesländern (z. B. BaWü, Bayern, NRW) auf den Seiten der Landesjustizprüfungsämter einsehbar. Danach sind die Leistungen recht konstant und die Durchfallquote niedrig (bei großen Jahrgängen fallen traditionell auch prozentual mehr durch als bei sehr kleinen Jahrgängen, bei denen nur Überflieger eingestellt werden). Nebenbei: Gute oder sogar sehr gute Rechtspflegerabschlüsse sind in der Regel schlecht für den Dienstherrn, weil diejenigen oft dann ein Unistudium anstreben.

Ringt sich der Dienstherr zu der Erkenntnis durch, dass Personalmangel herrscht und will er diesem nicht durch Aufgabenverlagerung Richtung mittleren Dienst/Tarifbeschäftigte abhelfen, so stellt er schon immer einfach mehr Nachwuchskräfte ein. Das lässt sich auch prima im Landtag verkaufen - das Land bildet aus!

Der Dienstherr wäre verrückt, wenn er auf die Idee käme, eine teure Sonderlaufbahn einzurichten. Diese Explosion der Personalkosten soll erstmal wer im Haushaltsausschuss des Landtages erklären! Gerade wenn Personalmangel herrscht, stell ich viele billige junge Beamte ein als wenige teure. Davon ab war der Verdienst noch nie das ausschlaggebende Kriterium für das Ergreifen eines Beamtenjobs. Überleg mal woher der krasse Frauenüberschuss bei den Rechtspflegern herrührt.

Ein Sonderstatus ähnlich dem Richter (eh abwegig) wäre das Irrste, weil dies den Personalmangel verstärken würde. Vorteil von Beamten ist ja gerade, dass man die abordnen und versetzen kann, wo gerade Mangel herrscht.

Mitwisser
07.01.2014, 09:03
@Manfred (zu #142): Dem ersten Teil kann ich zustimmen. Dem von Dir beschriebenen Ausweg kann ich nur bedingt folgen. Spätestens ab 2. kommt der Schlips ins Rad, denn die Belastungszahlen in den Ländern zeigen eher einen Rückgang der Belastung. Und dass die Krankheitsausfälle steigen, ist eine Folge der demografischen Entwicklung. Und selbst den dadurch pro Person steigenden Arbeitsanfall können wir wuppen.

Insofern sollten wir froh sein, wenn wir den Status quo in Bezug auf unsere Besoldung (einschließlich Beförderungen) noch ein paar Jahre halten können. Tut mir leid Kollegen, aber ich sehe den Beruf des Rechtspflegers eher dem Untergang geweiht, als dass ihm die Ehre einer Sonderlaufbahn zuteil wird.

45
07.01.2014, 09:18
... aber ich sehe den Beruf des Rechtspflegers eher dem Untergang geweiht ...

:daumenrau

Steinkauz
07.01.2014, 09:24
Bei all den Untergangsszenarien , die hier aufgeworfen werden - ohne Prüfung von deren Richtigkeit - :

1.) Worin besteht der Untergang außer im schleichenden Abbau der Zuständigkeiten/ gedeckelten Beförderungsmöglichkeiten ?

2.) Was ist die Alternative für den Rechtspfleger nach Eintritt des Untergangs ?
Anders gefragt , wer taucht dann aus der Sintflut auf , wenn diese wieder abgelaufen ist ?

Mitwisser
07.01.2014, 09:27
...
2.) Was ist die Alternative für den Rechtspfleger nach Eintritt des Untergangs ?
Anders gefragt , wer taucht dann aus der Sintflut auf , wenn diese wieder abgelaufen ist ?
Der Sachbearbeiter/Verwaltungsbeamte - wie in jeder anderen Behörde auch.

45
07.01.2014, 09:32
...
2.) Was ist die Alternative für den Rechtspfleger nach Eintritt des Untergangs ?
Anders gefragt , wer taucht dann aus der Sintflut auf , wenn diese wieder abgelaufen ist ?

Wenn das mit dem Bereichsrechtspfleger ...

http://www.rechtspflegerforum.de/showthread.php?69349-Notariatsreform-in-BaWü-(II)/page3

... auch nur halbwegs läuft ...

Steinkauz
07.01.2014, 09:42
Wenn das mit dem Bereichsrechtspfleger ...

http://www.rechtspflegerforum.de/showthread.php?69349-Notariatsreform-in-BaWü-(II)/page3

... auch nur halbwegs läuft ...

Tja , die Blumen des "Bösen" zeigen sich in der Tat jetzt schon , obwohl der Winter noch nicht vorbei ist.
Nach dem Hundertjährigen Kalender ist allerdings auch Schneefall noch für Ostern 2014 angekündigt.;)

Kann mir aber eine durchgängige Besetzung der Justiz mit "reinen" Verwaltungsbeamten ( noch ) nicht recht vorstellen.

45
07.01.2014, 10:11
Kann mir aber eine durchgängige Besetzung der Justiz mit "reinen" Verwaltungsbeamten ( noch ) nicht recht vorstellen.

Da gäbe es noch andere Möglichkeiten. Das Beispiel in Baden-Württemberg zeigt aber, welche Bedeutung wir inzwischen haben.

Mitwisser
07.01.2014, 10:21
...
Kann mir aber eine durchgängige Besetzung der Justiz mit "reinen" Verwaltungsbeamten ( noch ) nicht recht vorstellen.
Das wird sicher auch nicht passieren, es gibt ja noch die Richter (Art. 92 GG).

Steinkauz
07.01.2014, 10:27
Nehmen wir doch mal die "Untergangskriterien" auf , die hier teilweise bereits aufgeworfen wurden :
(Aufzählung ist nicht abschließend und bedarf ggf. der Ergänzung ):

1.) Abbau von Zuständigkeiten ( wohl eher schleichend )

2.) Deckelung der Beförderungsmöglichkeiten ( sagen wir mal auf max. A11 )

3.) mangelnde Bewerberzahlen für den Berufsnachwuchs (unter anderem wegen 2.)

4.) "schlechtere Qualität" neu eingestellter Anwärter

5.) to be done........

Fragen , die sich hieraus ergeben:

a.) Wer bietet im "eigenen Berufsstandbashing" mehr ?

b.) Sind die Folgen aus 1.) bis 4.) ff. für den Berufsstand absehbar ?

c.) Was kann dem an Positivem entgegengehalten werden ?


Wer insbesondere was für c.) ( übrig ) hat; nur her damit.
Wir wollen ja schließlich nicht , dass Kai das Forum irgendwann umbenennen muss.;)

Alterfalter
07.01.2014, 10:46
Nehmen wir doch mal die "Untergangskriterien" auf , die hier teilweise bereits aufgeworfen wurden :
(Aufzählung ist nicht abschließend und bedarf ggf. der Ergänzung ):

1.) Abbau von Zuständigkeiten ( wohl eher schleichend )

2.) Deckelung der Beförderungsmöglichkeiten ( sagen wir mal auf max. A11 )

3.) mangelnde Bewerberzahlen für den Berufsnachwuchs (unter anderem wegen 2.)

4.) "schlechtere Qualität" neu eingestellter Anwärter

5.) to be done........

Fragen , die sich hieraus ergeben:

a.) Wer bietet im "eigenen Berufsstandbashing" mehr ?

b.) Sind die Folgen aus 1.) bis 4.) ff. für den Berufsstand absehbar ?

c.) Was kann dem an Positivem entgegengehalten werden ?


Wer insbesondere was für c.) ( übrig ) hat; nur her damit.
Wir wollen ja schließlich nicht , dass Kai das Forum irgendwann umbenennen muss.;)

Positiv:
Ich bin mit meinem Studium etwa zeitgleich fertig geworden wie meine Schwester, sie allerdings im gehobenen Verwaltungsdienst. Sie ist damals im Sozialamt gelandet und durfte als SB'in jede Bewilligung über 2000,00 DM dem Abteilungsleiter zur Zustimmung vorlegen. Sie war sehr erstaunt, was ich hingegen schon bearbeiten durfte. Um eine Beförderung zu erreichen, musste sie sich vom angestammten Platz wegbewerben auf eine höher bewertete Stelle - als Rpfl kann ich befördert werden und mein Zeugs trotzdem weiter bearbeiten.

Ich empfinde die sachliche Unabhängigkeit jeden Tag als etwas Wertvolles, auf das ich nicht mehr verzichten möchte. Wenn ich wirklich mehr Geld zum Glücklichsein gebraucht hätte, hätte ich eben noch ein weiteres Studium draufsatteln müssen.

Steinkauz
07.01.2014, 10:50
Positiv:
Ich bin mit meinem Studium etwa zeitgleich fertig geworden wie meine Schwester, sie allerdings im gehobenen Verwaltungsdienst. Sie ist damals im Sozialamt gelandet und durfte als SB'in jede Bewilligung über 2000,00 DM dem Abteilungsleiter zur Zustimmung vorlegen. Sie war sehr erstaunt, was ich hingegen schon bearbeiten durfte. Um eine Beförderung zu erreichen, musste sie sich vom angestammten Platz wegbewerben auf eine höher bewertete Stelle - als Rpfl kann ich befördert werden und mein Zeugs trotzdem weiter bearbeiten.

Ich empfinde die sachliche Unabhängigkeit jeden Tag als etwas Wertvolles, auf das ich nicht mehr verzichten möchte. Wenn ich wirklich mehr Geld zum Glücklichsein gebraucht hätte, hätte ich eben noch ein weiteres Studium draufsatteln müssen.

Schon mal ein guter Einstieg , mit dem Positiven anzufangen.:daumenrau
Geht mir nämlich genauso !

Die Gegenrede wird sicher demnächst kommen........

45
07.01.2014, 11:00
Wer bietet im "eigenen Berufsstandbashing"

Kein "Bashing", sondern nüchternes Fazit.


Um eine Beförderung zu erreichen, musste sie sich vom angestammten Platz wegbewerben auf eine höher bewertete Stelle - als Rpfl kann ich befördert werden und mein Zeugs trotzdem weiter bearbeiten.


Die Gegenrede wird sicher demnächst kommen.......

Die war schon da. ;)


Aber wer Verwaltungsaufgaben wahrnimmt ist nunmal Führungskraft und hat Personalverantwortung incl. Weisungsbefugnis für den mittleren Dienst und Budgetverantwortung. Und aus diesen Aufgaben leitet sich eine Hervorhebung im Vergleich zu den übrigen Haien im Beförderungsbecken ab.

Freund_der_Staatskasse
07.01.2014, 11:03
Positives:
- dank VAZ kann man kommen und gehen wann man will
- eher niedrige Arbeitsbelastung (habe mein Pensum zeitweise in der Hälfte der Zeit geschafft)
- anspruchsvolles juristisches Arbeiten ist möglich, man hat immer mal wieder komplexe und einen fordernde Fälle auf dem Tisch.
- sachliche Unabhängigkeit

Steinkauz
07.01.2014, 11:05
Wer bietet im "eigenen Berufsstandbashing"

Kein "Bashing", sondern nüchternes Fazit.



Ansichtssache !

Kurz zu FdS :

Die VAZ könnte man auch als Verwaltungsbeamter genießen und wäre wohl weniger rechtspflegereigen.

Eisbär
07.01.2014, 11:09
Für ein und die selbe Tätigkeit bekommt Rechtspfleger A12 etwa 500,00 € monatlich mehr als Rechtspfleger A9.

Positiv/Negativ?

Steinkauz
07.01.2014, 11:12
Für ein und die selbe Tätigkeit bekommt Rechtspfleger A12 etwa 500,00 € monatlich mehr als Rechtspfleger A9.

Positiv/Negativ?

Ist das jetzt bzgl. #160 ein ( neues ? ) Untergangskriterium ?

oldman
07.01.2014, 11:22
und der mit A 13 m. Z. bekommt noch viel mehr

Eisbär
07.01.2014, 11:23
Für ein und die selbe Tätigkeit bekommt Rechtspfleger A12 etwa 500,00 € monatlich mehr als Rechtspfleger A9.

Positiv/Negativ?

Ist das jetzt bzgl. #160 ein ( neues ? ) Untergangskriterium ?

Das ist die Mohrrübe, die dem Esel ständig vor die Nase gehalten wird.

Soll als Beispiel für Untergangskriterium 2.) dienen. Die alten, die ihre Pfründe sicher haben, sehens sicher anders.

Steinkauz
07.01.2014, 11:25
Das ist die Mohrrübe, die dem Esel ständig vor die Nase gehalten wird.

Soll als Beispiel für Untergangskriterium 2.) dienen. Die alten, die ihre Pfründe sicher haben, sehens sicher anders.

Oha !
Habe jetzt Dein Beispiel zu #160 Ziff. 2 verstanden.
Lässt für mich hoffen.:D

Araya
07.01.2014, 12:41
Nehmen wir doch mal die "Untergangskriterien" auf , die hier teilweise bereits aufgeworfen wurden :
(Aufzählung ist nicht abschließend und bedarf ggf. der Ergänzung ):

1.) Abbau von Zuständigkeiten ( wohl eher schleichend )

2.) Deckelung der Beförderungsmöglichkeiten ( sagen wir mal auf max. A11 )

3.) mangelnde Bewerberzahlen für den Berufsnachwuchs (unter anderem wegen 2.)

4.) "schlechtere Qualität" neu eingestellter Anwärter

5.) to be done........

Fragen , die sich hieraus ergeben:

a.) Wer bietet im "eigenen Berufsstandbashing" mehr ?

b.) Sind die Folgen aus 1.) bis 4.) ff. für den Berufsstand absehbar ?

c.) Was kann dem an Positivem entgegengehalten werden ?


Wer insbesondere was für c.) ( übrig ) hat; nur her damit.
Wir wollen ja schließlich nicht , dass Kai das Forum irgendwann umbenennen muss.;)

Positiv:
Ich bin mit meinem Studium etwa zeitgleich fertig geworden wie meine Schwester, sie allerdings im gehobenen Verwaltungsdienst. Sie ist damals im Sozialamt gelandet und durfte als SB'in jede Bewilligung über 2000,00 DM dem Abteilungsleiter zur Zustimmung vorlegen. Sie war sehr erstaunt, was ich hingegen schon bearbeiten durfte. Um eine Beförderung zu erreichen, musste sie sich vom angestammten Platz wegbewerben auf eine höher bewertete Stelle - als Rpfl kann ich befördert werden und mein Zeugs trotzdem weiter bearbeiten.

Ich empfinde die sachliche Unabhängigkeit jeden Tag als etwas Wertvolles, auf das ich nicht mehr verzichten möchte. Wenn ich wirklich mehr Geld zum Glücklichsein gebraucht hätte, hätte ich eben noch ein weiteres Studium draufsatteln müssen.

A) auch als Rechtspfleger kann man wechseln. Ist für die eine oder andere Beförderung uU sogar eher hilfreich. Außerdem muss man nicht zwangsläufig den FB wechseln, man bekommt nur mehr Verantwortung (zB dann selbst AbtL).
B) Wie lange dauerte es bei ihrer Beförderung und wie lange bei deiner? Die ich aus "normalen" Verwaltungen kenne wurden durchweg deutlich schneller befördert, zT schon in A11, A10 geht aber immer erheblich schneller.
C) Wo ist bei beidem der Vorteil der sachlichen Unabhängigkeit? (Und wie sachlich unabhängig sind wir denn überhaupt noch wirklich?)

Mitwisser
07.01.2014, 16:53
Für ein und die selbe Tätigkeit bekommt Rechtspfleger A12 etwa 500,00 € monatlich mehr als Rechtspfleger A9.

Positiv/Negativ?
Aus Sicht des A12er Rechtspflegers? Positiv! :cool:

13
07.01.2014, 17:03
:ironie: Ja ja, bei der Justiz geht es schon extrem gerecht zu... :teufel:

Doppelte Halbtagskraft
07.01.2014, 17:11
Für ein und die selbe Tätigkeit bekommt Rechtspfleger A12 etwa 500,00 € monatlich mehr als Rechtspfleger A9.

Positiv/Negativ?
Aus Sicht des A12er Rechtspflegers? Positiv! :cool:

Ein Brüller... (für alle Amtsräte)

Immerhin sitzt du für deine A12 da wo niemand hin möchte und machst Sachen die niemand machen möchte. Das soll dem Wald-und-Wiesen-Rpfl egal sein.

Für alle Grundbuchrechtspfleger, die Tür an Tür sitzen, ist das zu Recht verdammt ärgerlich.

promotor iustitiae
07.01.2014, 17:15
[...]Immerhin sitzt du für deine A12 da wo niemand hin möchte und machst Sachen die niemand machen möchte. Das soll dem Wald-und-Wiesen-Rpfl egal sein. [...]

Da wären wir wieder beim Thema Dienstpostenbewertung.

Stellenbeschreibung: Sachen die niemand machen möchte.
Stellenbewertung: A12

:ironie:

Doppelte Halbtagskraft
07.01.2014, 17:33
[...]Immerhin sitzt du für deine A12 da wo niemand hin möchte und machst Sachen die niemand machen möchte. Das soll dem Wald-und-Wiesen-Rpfl egal sein. [...]

Da wären wir wieder beim Thema Dienstpostenbewertung.

Stellenbeschreibung: Sachen die niemand machen möchte.
Stellenbewertung: A12

:ironie:

Wenn man das weiter denkt, würde man auch ohne Ironie so am schnellsten zu vernünftigen Verhältnissen kommen.

In kommunalen Behörden kriegt der Behörden-/Abteilungsleiter den ganzen Mist auf den Tisch der in den Abteilungen beim normalen Sachbearbeiter weit aus der Norm fällt bzw. irgendwelche Besonderheiten enthält und hat zusätzlich die Leitungstätigkeit.

Dagegen hätte ja auch niemand etwas. Aber bei uns kann es durch Zufall oder den schlauen Kollegen (schon länger dabei, mehr Erfahrung) dazu kommen, dass der JI ggü. dem JAR das schwierigere Pensum/die schwierigeren Verfahren hat.

Da aber weder Beurteiler noch Beurteilungsrichtlinienersteller einen Einblick haben, was überhaupt in welchem Sachgebiet ein "schwieriges Verfahren" darstellt, sind sowieso sämtliche Diskussionen überflüssig. Auch von A 9 kann man leben und trotz Abgesang auf die Berufsgruppe mache ich mir um unsere berufliche Zukunft keine Sorgen. Wer da ist wo er hin will, kann auf die Zugabe (Beförderungsstufe) warten.

promotor iustitiae
07.01.2014, 17:43
Da aber weder Beurteiler noch Beurteilungsrichtlinienersteller einen Einblick haben, was überhaupt in welchem Sachgebiet ein "schwieriges Verfahren" darstellt, sind sowieso sämtliche Diskussionen überflüssig. Auch von A 9 kann man leben und trotz Abgesang auf die Berufsgruppe mache ich mir um unsere berufliche Zukunft keine Sorgen. Wer da ist wo er hin will, kann auf die Zugabe (Beförderungsstufe) warten.

Das hätte Herr Pofalla nicht schöner sagen können! Ich akzeptiere, dass die Dikussion hiermit "vom Tisch ist" ;). Wurde ja eigentlich auch schon alles gesagt (nur noch nicht von allen).

Mitwisser
07.01.2014, 17:59
...
Da aber weder Beurteiler noch Beurteilungsrichtlinienersteller einen Einblick haben, was überhaupt in welchem Sachgebiet ein "schwieriges Verfahren" darstellt, sind sowieso sämtliche Diskussionen überflüssig. ...
Und Du meinst, dass die Betroffenen das besser einschätzen können? Nach meiner Beobachtung hält ein jeder das, was er macht, für das Schwierigste, macht das aber alles mit Links und bekommt viel zu wenig Geld dafür. Auf die Selbsteinschätzung wäre ich gespannt.

Exec
07.01.2014, 18:25
Bisher haben noch alle Behörden - vom Amt für Abfallwirtschaft bis zum Zollkriminalamt - eine Dienstpostenbewertung hinbekommen. So ein Gericht ist da sicherlich kein Stück zu exotisch für. Ich verstehe gar nicht, wo da die besondere Schwierigkeit liegen soll...

Steinkauz
07.01.2014, 18:49
.......sind sowieso sämtliche Diskussionen überflüssig.

Das halte ich im Hinblick auf #160 für verfrüht, nachdem hier schon die wildesten Abgesänge auf den Rechtspflegerberuf angestoßen wurden.
Wie gesagt , nicht von mir ; sondern von mir lediglich zusammengefasst.

Alterfalter
07.01.2014, 22:30
Nehmen wir doch mal die "Untergangskriterien" auf , die hier teilweise bereits aufgeworfen wurden :
(Aufzählung ist nicht abschließend und bedarf ggf. der Ergänzung ):

1.) Abbau von Zuständigkeiten ( wohl eher schleichend )

2.) Deckelung der Beförderungsmöglichkeiten ( sagen wir mal auf max. A11 )

3.) mangelnde Bewerberzahlen für den Berufsnachwuchs (unter anderem wegen 2.)

4.) "schlechtere Qualität" neu eingestellter Anwärter

5.) to be done........

Fragen , die sich hieraus ergeben:

a.) Wer bietet im "eigenen Berufsstandbashing" mehr ?

b.) Sind die Folgen aus 1.) bis 4.) ff. für den Berufsstand absehbar ?

c.) Was kann dem an Positivem entgegengehalten werden ?


Wer insbesondere was für c.) ( übrig ) hat; nur her damit.
Wir wollen ja schließlich nicht , dass Kai das Forum irgendwann umbenennen muss.;)

Positiv:
Ich bin mit meinem Studium etwa zeitgleich fertig geworden wie meine Schwester, sie allerdings im gehobenen Verwaltungsdienst. Sie ist damals im Sozialamt gelandet und durfte als SB'in jede Bewilligung über 2000,00 DM dem Abteilungsleiter zur Zustimmung vorlegen. Sie war sehr erstaunt, was ich hingegen schon bearbeiten durfte. Um eine Beförderung zu erreichen, musste sie sich vom angestammten Platz wegbewerben auf eine höher bewertete Stelle - als Rpfl kann ich befördert werden und mein Zeugs trotzdem weiter bearbeiten.

Ich empfinde die sachliche Unabhängigkeit jeden Tag als etwas Wertvolles, auf das ich nicht mehr verzichten möchte. Wenn ich wirklich mehr Geld zum Glücklichsein gebraucht hätte, hätte ich eben noch ein weiteres Studium draufsatteln müssen.

A) auch als Rechtspfleger kann man wechseln. Ja, kann er - aber meine Schwester musste wechseln (sich auf die Beförderungsstelle bewerben) Ist für die eine oder andere Beförderung uU sogar eher hilfreich. Außerdem muss man nicht zwangsläufig den FB wechseln, man bekommt nur mehr Verantwortung (zB dann selbst AbtL).
B) Wie lange dauerte es bei ihrer Beförderung auf diesen Umstand kam es mir nicht vordergründig an, ich wollte eher auf die positiven Seiten des "Rechtspflegerei" hinweisen - ich will die Frage aber trotzdem beantworten: ich glaube, sie war etwas schneller A10 als ich und wie lange bei deiner? Die ich aus "normalen" Verwaltungen kenne wurden durchweg deutlich schneller befördert, zT schon in A11, A10 geht aber immer erheblich schneller.
C) Wo ist bei beidem der Vorteil der sachlichen Unabhängigkeit? Mach mal eine Weile Sachen, bei denen dir vom Vorgesetzten gesagt wird, in welche Richtung es gehen soll, bis wann und mit welchen Mitteln es erledigt sein muss - auch wenn du weder vom Ziel und dem Tempo noch vom "Methodeneinsatz" überzeugt bist; die Vorteile des Rpfl-Lebens liegen dann schnell auf der Hand (Und wie sachlich unabhängig sind wir denn überhaupt noch wirklich?)

45
08.01.2014, 07:41
... nachdem hier schon die wildesten Abgesänge auf den Rechtspflegerberuf angestoßen wurden.
...

Tatsächlich war das die Reaktion auf die Idee einer Sonderlaufbahn etc. (#152). Solange wir günstiger als die Alternativen sind, wird es vermutlich auch Rechtspfleger geben.

Steinkauz
08.01.2014, 07:47
Tatsächlich war das die Reaktion auf die Idee einer Sonderlaufbahn etc. (#152). Solange wir günstiger als die Alternativen sind, wird es vermutlich auch Rechtspfleger geben.

Wäre denn die Alternative Verwaltungsbeamter teurer ?

45
08.01.2014, 07:55
Wäre denn die Alternative Verwaltungsbeamter teurer ?

Den Verwaltungsbeamten hat Mitwisser ins Spiel gebracht. Mir kommt eher der Bereichsrechtspfleger verdächtig vor. Und mein Geschäftsleiter hatte die Idee, dass der Stand der Rechtspfleger nicht für die Ewigkeit sein könnte, schon damals, als man das Nachlaßgericht an die Notariate abgeben wollte.

Steinkauz
08.01.2014, 08:01
Na ja, wenn die ( künftigen ) Bereichsrechtspfleger aus dem mittleren Dienst stammen und diese bei A9 gedeckelt sind, dann wäre eher diese Alternative billiger als ein Vollrechtspfleger .

Das eigentliche Thema der Threadüberschrift ( um ausnahmsweise ;)mal wieder BTT zu werden ) würde sich danach nicht mehr stellen.

Araya
08.01.2014, 09:14
Bisher haben noch alle Behörden - vom Amt für Abfallwirtschaft bis zum Zollkriminalamt - eine Dienstpostenbewertung hinbekommen. So ein Gericht ist da sicherlich kein Stück zu exotisch für. Ich verstehe gar nicht, wo da die besondere Schwierigkeit liegen soll...

zB im § 9 RpflG.
Hierarchie hat auch ihre Vorteile, mehr Geld = mehr/andere Arbeit/Verantwortung. Bei den Rechtspflegern machen aber von A9 bis A13z alle dasselbe, gleiche Arbeit, gleiche Verantwortung. Einen "Aufstieg" in dem Sinne gibt es nicht. Theoretisch kannst du von der Prüfung bis zur Pensionierung dieselben Akten bearbeiten und durchbefördert werden. Wo gibt es das sonst noch?

Doppelte Halbtagskraft
08.01.2014, 09:21
... Da aber weder Beurteiler noch Beurteilungsrichtlinienersteller einen Einblick haben, was überhaupt in welchem Sachgebiet ein "schwieriges Verfahren" darstellt, sind sowieso sämtliche Diskussionen überflüssig. ...

Und Du meinst, dass die Betroffenen das besser einschätzen können? Nach meiner Beobachtung hält ein jeder das, was er macht, für das Schwierigste, macht das aber alles mit Links und bekommt viel zu wenig Geld dafür. Auf die Selbsteinschätzung wäre ich gespannt.

Das Thema Selbsteinschätzung ist ein ganz eigenes. Da gibt es nicht nur im Bereich der Justiz große gesellschaftliche Defizite. Aber das ist nicht das Thema...

Was ich für sehr problematisch halte, ist die Tatsache, dass sich insbesondere die Beurteiler weder die Mühe machen sich anzuschauen was ihre Leute machen noch die hinreichenden Detailkenntnisse besitzen um einschätzen zu können, ob sie ihre Arbeit gut machen. Es wird, wenn überhaupt, geguckt wie es quantitativ aussieht. Alles andere ist eine willkürliche Einschätzung dessen, was der Beurteiler irgendwann irgendwie wahrgenommen hat. Mit einer objektiven Einschätzung der Eignung und Befähigung hat das wenig zu tun.

Was ich sagen will:

Wir brauchen uns keine Gedanken um die Dienstpostenbewertung machen, wenn die die Dienstposten bewerten sollen, gar nicht wissen, was wie zu bewerten ist. Sollte es irgendwann mal so kommen, wird ohnehin willkürlich im "Edelrechtspflegergedächnismodus" festgelegt, welche (Rechtspfleger-)Arbeit für A 9, A 10, A 11... zu erbringen ist.

Steinkauz
08.01.2014, 09:31
Was ich sagen will:

Wir brauchen uns keine Gedanken um die Dienstpostenbewertung machen, wenn die die Dienstposten bewerten sollen, gar nicht wissen, was wie zu bewerten ist. Sollte es irgendwann mal so kommen, wird ohnehin willkürlich im "Edelrechtspflegergedächnismodus" festgelegt, welche (Rechtspfleger-)Arbeit für A 9, A 10, A 11... zu erbringen ist.


:daumenrau:daumenrau:daumenrau
So wird es sein und nicht anders !
ZVG,Inso- u. Grundbuch werden mit einiger Sicherheit bis A12 gelangen können; der Rest fällt hinten runter.
Wird Zeit , dass ich mir in 2014 noch meine Amtsratsstelle sicher !:teufel:

Assi
08.01.2014, 12:11
zB im § 9 RpflG.


Ist m.W. nicht korrekt.

In der Akte ist Rechtspfleger zwar unabhängig, aber welche Akten er macht, besagt der Geschäftsverteilungsplan. Und den macht hier immer noch die Verwaltung, nicht ein Rechtspflegerpräsidium.

13
08.01.2014, 12:24
Was ich sagen will:

Wir brauchen uns keine Gedanken um die Dienstpostenbewertung machen, wenn die die Dienstposten bewerten sollen, gar nicht wissen, was wie zu bewerten ist. Sollte es irgendwann mal so kommen, wird ohnehin willkürlich im "Edelrechtspflegergedächnismodus" festgelegt, welche (Rechtspfleger-)Arbeit für A 9, A 10, A 11... zu erbringen ist.

:meinung: :daumenrau

Döner
08.01.2014, 12:51
Was ich sagen will:

Wir brauchen uns keine Gedanken um die Dienstpostenbewertung machen, wenn die die Dienstposten bewerten sollen, gar nicht wissen, was wie zu bewerten ist. Sollte es irgendwann mal so kommen, wird ohnehin willkürlich im "Edelrechtspflegergedächnismodus" festgelegt, welche (Rechtspfleger-)Arbeit für A 9, A 10, A 11... zu erbringen ist.

:meinung: :daumenrau

Doof nur, wenn es am Gericht keine A9er mehr gibt, weil alle auf A10 festhängen. Was will man da machen? Da haben dann die Kollegen der niederen Rechtspflegertätigkeiten auf Dauer Pech oder wie?

Mitwisser
08.01.2014, 13:22
Doof nur, wenn es am Gericht keine A9er mehr gibt, weil alle auf A10 festhängen. Was will man da machen? Da haben dann die Kollegen der niederen Rechtspflegertätigkeiten auf Dauer Pech oder wie?
Nein, die haben dann Glück. Sie haben ja schon A10 und müssen nur A9-bewertete Arbeiten verrichten. :)

KlausR
08.01.2014, 13:25
Sie dürften aber einen Anspruch auf amtsangemessene Tätigkeit haben, also auf mit A 10 bewertete Tätigkeiten. Für die mit A 9 bewerteten Tätigkeiten muss sich die Verwaltung dann jemanden schnitzen (vielleicht machts ja der Richter mit).
Im Ernst müsste dann natürlich die Personalausstattung jedes Gerichts alle anfallenden Tätigkeiten berücksichtigen, also ausreichend A 9er, A 10er usw. Wer befördert werden will, muss sich dann eventuell auf eine Stelle bei einem anderen Gericht bewerben, wenn es beim eigenen Gericht dafür keine Kapazitäten mehr gibt.

Steinkauz
08.01.2014, 13:31
So sehe ich das auch wie Mitwisser !
Bei kleineren Gerichten ohne Konzentrationszuständigkeiten wird es sicher noch so sein , dass es auch A11er -Stellen gibt .
Bloß wird A11 ( abzgl. der Leutz mit Bestandsschutz ) vorrangig bei dem Verwaltungsleiter/Geschäftsleiter angesiedelt sein.
Für Ba-Wü jedenfalls ist offenbar künftig bei einem kleinem Gericht bei dem Verwaltungsleiter ( VWL ) mit A11 Schluss.
Ausnahme natürlich , wenn sich die Person an eine entspr. größere Behörde wegbewirbt.

Wie man da für die kleinen Gerichte noch VWL finden/motivieren will, bleibt mir ein ( großes ) Rätsel.

Hector
08.01.2014, 13:51
So sehe ich das auch wie Mitwisser !

Für Ba-Wü jedenfalls ist offenbar künftig bei einem kleinem Gericht bei dem Verwaltungsleiter ( VWL ) mit A11 Schluss.


Man überlegt in Ba-Wü auch, Grundbuchsachen bei A11 zu deckeln. So wie ich gehört hab, fällt nur noch bei Betreuung, Nachlass und ZVG A12+ ab.

melanie
08.01.2014, 13:56
So sehe ich das auch wie Mitwisser !

Für Ba-Wü jedenfalls ist offenbar künftig bei einem kleinem Gericht bei dem Verwaltungsleiter ( VWL ) mit A11 Schluss.


Man überlegt in Ba-Wü auch, Grundbuchsachen bei A11 zu deckeln. So wie ich gehört hab, fällt nur noch bei Betreuung, Nachlass und ZVG A12+ ab.


Nur dann müssten diese Stellen (Betreuung, ZVG, Nachlass) immer ausgeschrieben werden. Ich finde es schade, dass Grundbuch ein wenig "degradiert" wird.

Steinkauz
08.01.2014, 14:03
Das warten wir erst mal lieber ab......

Andreas
08.01.2014, 14:11
Man überlegt in Ba-Wü auch, Grundbuchsachen bei A11 zu deckeln. So wie ich gehört hab, fällt nur noch bei Betreuung, Nachlass und ZVG A12+ ab.Da sehe ich wegen der Menge der Grundbuchrechtspfleger eher haushaltspolitische Erwägungen. Ich sehe jedenfalls nicht, dass das Dasein als Grundbuchrechtspfleger leichter wäre als das des Nachlassrechtspflegers - eher im Gegenteil, da wir Grundbuchler nicht nur seit jeher (und nicht erst seit acht Tagen) eigenverantwortlich Testamente auslegen, sondern auch noch die Folgen von Nacherbfolge und TV voll auskosten dürfen, was dem Nachlassgericht meist erspart bleibt.

Und wer die Betreuungssachen bei A12 + abladen will, müsste die Familiensachen konsequenterweise genauso dorthin verfrachten.

Hector
08.01.2014, 14:21
Man überlegt in Ba-Wü auch, Grundbuchsachen bei A11 zu deckeln. So wie ich gehört hab, fällt nur noch bei Betreuung, Nachlass und ZVG A12+ ab..[/QUOTE]

So hört man aus der Landesleitung des BDR. Spruchreif ist noch nichts, aber die Dienstpostenbewertung soll wohl noch 2014 abgeschlossen werden. Das dürfte also noch interessant werden.

Steinkauz
08.01.2014, 14:25
Also WV 1.12.2014.

Was man in einen billigen A10er- Thread :teufel:alles an Themen so reinpacken kann.
Qualitativ spielt der Schräd auf hohem Niveau.;)

Tommy
08.01.2014, 14:29
... Bei den Rechtspflegern machen aber von A9 bis A13z alle dasselbe, gleiche Arbeit, gleiche Verantwortung. ...Zumindest in Ba.-Wü. entspricht das (heute schon) nicht der Realität.

Hector
08.01.2014, 14:31
Hat jemand bzgl. A 10 im OLG Karlsruhe schon was gehört??

Aber die letzte wirklich themennahe Frage scheint trotzdem keiner beantworten zu können :gruebel:

Hector
08.01.2014, 14:35
... Bei den Rechtspflegern machen aber von A9 bis A13z alle dasselbe, gleiche Arbeit, gleiche Verantwortung. ...Zumindest in Ba.-Wü. entspricht das (heute schon) nicht der Realität.

Also an meinem baden-württembergischen AG zumindet bis A12 schon. Da sind beispielsweise auf Betreuung oder Inso von A9 bis A12 alle Besoldungsgruppen im Spiel.

melanie
08.01.2014, 14:41
Hat jemand bzgl. A 10 im OLG Karlsruhe schon was gehört??

Aber die letzte wirklich themennahe Frage scheint trotzdem keiner beantworten zu können :gruebel:


Schön, dass du meine Ausgangsfrage wieder rausgeholt hast. :-)

oje7
08.01.2014, 14:42
Hat jemand bzgl. A 10 im OLG Karlsruhe schon was gehört??

Aber die letzte wirklich themennahe Frage scheint trotzdem keiner beantworten zu können :gruebel:

Die Beurteilungen sollen wohl alle fertig sein. Die Quoten sind wohl erfüllt aber die Ergebnisse der Beförderungsausschreibung lassen offenbar noch auf sich warten.
Jeder Monat den es länger dauert spart ja auch Geld :-) und die Bewerbungsfrist auf A10 ist ja auch erst seit ein paar Monaten vorbei .

Tommy
08.01.2014, 14:48
... Bei den Rechtspflegern machen aber von A9 bis A13z alle dasselbe, gleiche Arbeit, gleiche Verantwortung. ...Zumindest in Ba.-Wü. entspricht das (heute schon) nicht der Realität.

Also an meinem baden-württembergischen AG zumindet bis A12 schon. Da sind beispielsweise auf Betreuung oder Inso von A9 bis A12 alle Besoldungsgruppen im Spiel.
Zugegeben, geben tut´s das schon. Aber faktisch öffnet sich nach A11 die Schere.
In A12 dürften bereits die Rpfl mit Verwaltungsaufgaben klar die Mehrheit darstellen und einen Rpfl (nur) mit Rechtspflegeraufgaben auf A13 zu hieven ist zwar kein schwarzer Schwan aber mit Sicherheit ein ganz dunkelgrauer. 13z halte ich für absolut ausgeschlossen.

Wobder
08.01.2014, 14:51
Ich gebe mal ein kleines fiktives Rechenbeispiel. Wir haben Bundesland A, dort gibt es jährlich 100 Beförderungsstellen, nach der Dienstpostenbewertung fallen einige Abtl. raus, aus denen vorher auch befördert wurde. Für die zahlenmäßig geringeren Stellen braucht man weniger Beförderungstellen, da 1. weniger Rpfl. dort und 2. auch nicht jeder sofort, sondern erst nach Dauer + Bewährung befördert wird.

D.H. es werden nach Ansicht des AG völlig gerecht und notwendig aus 100 Stellen nur noch 30. Ups, einen hätte ich fast vergessen, nämlich den, der sich ganze ausgedacht hat, der erhält dann A 18, statt A16, weil er ja so kreativ war und gespart hat.

Ganz spaßig wird es natürlich für den, der die letzten 20 Jahre eine angebliche "Edelstelle" innehatte und nun im Rahmen der Rotation auf eine "Ekelstelle" kommt oder den der noch 5 Jahre eine Edelstelle hat, im 6 Jahr eigentlich eine Beförderung erhalten könnte, umgesetzt wird und Ende Gelände. Wenn das mal nicht motiviert, aber wahrscheinlich fehlt nur wieder mal die Transparenz, d.h. ich als Stino-rpfl. bin schlicht zu doof, das zu verstehen.

felgentreu
08.01.2014, 15:51
Wirklich nur fiktiv?

Araya
08.01.2014, 15:54
zB im § 9 RpflG.


Ist m.W. nicht korrekt.

In der Akte ist Rechtspfleger zwar unabhängig, aber welche Akten er macht, besagt der Geschäftsverteilungsplan. Und den macht hier immer noch die Verwaltung, nicht ein Rechtspflegerpräsidium.

Das hat aber nichts mit der Dienstpostenbewertung zu tun.

oldman
08.01.2014, 15:57
A 13 mZ ist jedenfalls in NRW ausschließlich Rechtspflegern mit überwiegenden Rechtspflegertätigkeiten im Sonderschlüssel vorbehalten; in der Vewaltung kommt man dann in A 14 und den damit höheren Dienst

Araya
08.01.2014, 16:03
... Bei den Rechtspflegern machen aber von A9 bis A13z alle dasselbe, gleiche Arbeit, gleiche Verantwortung. ...Zumindest in Ba.-Wü. entspricht das (heute schon) nicht der Realität.

Also an meinem baden-württembergischen AG zumindet bis A12 schon. Da sind beispielsweise auf Betreuung oder Inso von A9 bis A12 alle Besoldungsgruppen im Spiel.
Zugegeben, geben tut´s das schon. Aber faktisch öffnet sich nach A11 die Schere.
In A12 dürften bereits die Rpfl mit Verwaltungsaufgaben klar die Mehrheit darstellen und einen Rpfl (nur) mit Rechtspflegeraufgaben auf A13 zu hieven ist zwar kein schwarzer Schwan aber mit Sicherheit ein ganz dunkelgrauer. 13z halte ich für absolut ausgeschlossen.

Mir ging es nicht darum, wie es tatsächlich an den Gerichten gehandhabt wird, sondern darum, dass es möglich (um nicht zu sagen vorgesehen) ist. Es gibt bestimmt genügend Gerichte, wo (gerne im Grundbuch) Kollegen sitzen, die seit der Prüfung nichts anderes machen...und die ist 30 Jahre her. Oder mal nur einen (wirklich) kurzen Abstecher in andere Gefilde unternommen haben, in der Regel dann relativ kurz nach der Prüfung.

Kurz: In den in § 9 RpflG genannten Tätigkeiten eines Rechtspflegers sehe ich keine Ausführungen dazu, dass M-Sachen nur ein A9er machen darf und für GB oder Register A11 Voraussetzung ist.

derHesse
08.01.2014, 16:04
......., der erhält dann A 18, statt A16, weil er ja so kreativ war und gespart hat.



Da ( in Hessen ) bei A 16 Schluß ist, dürfte der dann in die B-Besoldung rutschen.....

Mitwisser
08.01.2014, 17:28
Ich gebe mal ein kleines fiktives Rechenbeispiel. Wir haben Bundesland A, dort gibt es jährlich 100 Beförderungsstellen, nach der Dienstpostenbewertung fallen einige Abtl. raus, aus denen vorher auch befördert wurde. Für die zahlenmäßig geringeren Stellen braucht man weniger Beförderungstellen, da 1. weniger Rpfl. dort und 2. auch nicht jeder sofort, sondern erst nach Dauer + Bewährung befördert wird.

D.H. es werden nach Ansicht des AG völlig gerecht und notwendig aus 100 Stellen nur noch 30. Ups, einen hätte ich fast vergessen, nämlich den, der sich ganze ausgedacht hat, der erhält dann A 18, statt A16, weil er ja so kreativ war und gespart hat.

Ganz spaßig wird es natürlich für den, der die letzten 20 Jahre eine angebliche "Edelstelle" innehatte und nun im Rahmen der Rotation auf eine "Ekelstelle" kommt oder den der noch 5 Jahre eine Edelstelle hat, im 6 Jahr eigentlich eine Beförderung erhalten könnte, umgesetzt wird und Ende Gelände. Wenn das mal nicht motiviert, aber wahrscheinlich fehlt nur wieder mal die Transparenz, d.h. ich als Stino-rpfl. bin schlicht zu doof, das zu verstehen.
Wenn das wirklich so ginge, dann wäre das schlimm. Zum Glück beschäftigen sich mit derlei Dingen in aller Regel Leute, die davon was verstehen. Das mag im Ergebnis den Betroffenen noch immer nicht gefallen, aber es sähe anders aus, als Du es beschreibst. Aber das ist alles OT.

Wobder
08.01.2014, 19:39
... Zum Glück beschäftigen sich mit derlei Dingen in aller Regel Leute, die davon was verstehen. Das mag im Ergebnis den Betroffenen noch immer nicht gefallen, aber es sähe anders aus, als Du es beschreibst. Aber das ist alles OT.

Ah, wusste ich es doch, mir fehlt der Durchblick, trotzdem wäre mir ein logisches Argument lieber. Meinst du die fähigen Leute, die auch schon bisher verantwortlich für die Lohnpolitik gezeichnet haben und für Streichung des Urlaubs,-Weihnachtsgeldes, Nichtübernahme (bzw. später) von Angestelltenerhöhungen etc. gesorgt?

Wenn du die meinst, glaube ich dir ungesehen, dann sieht es anders aus, es werden nicht 30, sondern max. 20 B.Stellen.

online
09.01.2014, 07:19
Man überlegt in Ba-Wü auch, Grundbuchsachen bei A11 zu deckeln. So wie ich gehört hab, fällt nur noch bei Betreuung, Nachlass und ZVG A12+ ab.Da sehe ich wegen der Menge der Grundbuchrechtspfleger eher haushaltspolitische Erwägungen. Ich sehe jedenfalls nicht, dass das Dasein als Grundbuchrechtspfleger leichter wäre als das des Nachlassrechtspflegers - eher im Gegenteil, da wir Grundbuchler nicht nur seit jeher (und nicht erst seit acht Tagen) eigenverantwortlich Testamente auslegen, sondern auch noch die Folgen von Nacherbfolge und TV voll auskosten dürfen, was dem Nachlassgericht meist erspart bleibt.

Und wer die Betreuungssachen bei A12 + abladen will, müsste die Familiensachen konsequenterweise genauso dorthin verfrachten.

Ha, F-Sachen werden nach meiner Erfahrung als so ziemlich das Billigste bewertet, weil viele immer noch glauben, das seien "nur Kosten".

In Baden-Württemberg ist ja der Abbau einer Sonderlaufbahn schon angerollt, nämlich die Abschaffung der Bezirksnotare. Sich da Hoffnungen zu machen, Rechtspfleger könnten nun eine Sonderlaufbahn bekommen, kann man sich abschminken. Statt dessen kam man ja auf die glorreiche Idee, dass eigentlich viel weniger Leute das Gleiche machen könnten wie vorher, siehe Konzentration der Grundbuchämter. Das wird noch sehr spannend, wie das funktionieren soll (man hört auch gar nichts mehr von den inzwischen bestehenden zentralen Grundbuchämtern?). Da wird auch nicht überlegt, wie man gutes Personal durch mehr Geld motivieren kann, sondern man denkt daran, Bereichsrechtspfleger auszubilden, um Lücken zu stopfen...

Positiv für unseren Berufsstand: Notarvertreter beginnen in A12, Notare haben A13, in einzelnen Fällen mehr. Das für die Tätigkeit in Grundbuch, Nachlass und Betreuung. Man sollte meinen, dass die Besoldung deshalb so hoch ist, weil sie für diese Tätigkeiten angemessen ist oder dafür mal als angemessen angesehen wurde? Gerade die Bewertung von Grundbuchsachen scheint ja sehr unterschiedlich gesehen zu werden, User wie Mitwisser tendieren da zu A9, obiger mindestens zu A11... Um auf das Positive zurückzukommen: Durch das Freiwerden von A12- und A13-Stellen wird, hoffe ich, eine kleine Beförderungswelle ausgelöst werden. Viele viele der Beförderungsstellen werden aber wohl gestrichen werden, weil Rechtspfleger ja billiger sind. :gruebel: Und dem Staat keine Gebühreneinnahmen bescheren.

Assi
09.01.2014, 07:33
Das hat aber nichts mit der Dienstpostenbewertung zu tun.

Doch, und zwar insoweit, als daß ein Faktor bei der Dientspostenbewertung die Weisungsfreiheit ist, bei der offenbar sämtliche Rechtspfleger aufschreien und auf ihre Unabhängigkeit verweisen, ergo nicht bewertet werden könnten.

Mit der Weisungsfreiheit ist jedoch nicht die sachliche Unabhängigkeit gemeint, sondern daß wir es uns nicht aussuchen können, welches Sachgebiet wir machen. Dieses wird uns zugewiesen.

Das wir innerhalb der Verfahren unabhängig sind, ist ein anderer Faktor innerhalb der Dienstpostenbewertung.

Ich habe probehalber mal die Betreuung, wie ich sie verstehe, durchbewertet und bin auf A10 gekommen. Wäre für mich ein Riesensprung :mad:, aber selbst bei durchgeführter Bewertung haben die Beamten keinen Beförderungsanspruch.

Gut an der Dienstpostenbewertung wäre noch, daß dann die Topfwirtschaft nicht mehr zu rechtfertigen wäre, also der Stellenkegel entfällt.

Enno
09.01.2014, 08:58
... Bei den Rechtspflegern machen aber von A9 bis A13z alle dasselbe, gleiche Arbeit, gleiche Verantwortung. ...Zumindest in Ba.-Wü. entspricht das (heute schon) nicht der Realität.

Also an meinem baden-württembergischen AG zumindet bis A12 schon. Da sind beispielsweise auf Betreuung oder Inso von A9 bis A12 alle Besoldungsgruppen im Spiel.


Die Crux an der Sache, dass es immer noch kleinstaatliche Regulierungsprozesse hinsichtlich der unterschiedlichen Besoldungsgruppen im Rechtspflegerbereich gibt, obwohl alle Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger die gleiche Ausbildung genossen haben und daher von ihnen selbstverständlich auch erwartet werden kann, in allen Rechtspflegerbereichen tätig zu sein, liegt daran dass unsere Landesfrauen und -herren nicht bereit sind, eine einheitliche Besoldung einzuführen.

Würde man die Einkommen aller bisherigen Besoldungsgruppen in einen Topf werden und eine einheitliches Rechtspflegeramt schaffen, käme eine Besoldungsgruppe heraus, die etwa bei A 11,25 liegt.
Also würde man etwa ein viertel mehr als A 11 verdienen.

Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer, wenn man erwartet, vom BDR nach der Forderung eines einheitlichen Amtes unterstützt zu werden.
Denn wer sägt schon gern am eigenen Ast bzw. am Sprößling der bald zu einem A 12 und längerem Ast wird.

Stattdessen wird dem Fußvolk mit Selbstbeweihräucherung z.B. über die Schaffung von Rechtspflegerpräsidien, die wohl ganz offensichtlich auch nicht in der Lage oder nicht willens sind, das hier angesprochene Problem zu Gunsten aller zu lösen oder mit Initiativen zur Einführung der flexiblen Arbeitszeit, die die Landesfrauen und -herren schon aus Leidensdruck bald wie Sauerbier anbieten werden, die Augen verschleiert.

Ich wette eine Schwarzwälderkirschtorte, dass wenn die Vorstände des BDR mit A9/A10 besetzt wären, wir schon lange eine einheitliche Besoldung hätten.

Da man dann alle Besoldungsgruppen in einen Topf wirft, wäre es für die Landesfrauen und -herren eine einheitliche Besoldungsgruppe sogar kostenneutal und würde aufgrund der einfacheren Abrechnungen auch noch Plätze bei den Besoldungsämtern erübrigen.
Darüberhinaus würden die Pensionslasten sinken, weil es keine Pensionen, die auf A 12 und höher basieren, geben.

Aber wo kein Wille ist, ist nun mal auch kein Weg.

Was mal wieder beweist, jeder ist sich selbst der Nächste ist bzw. seines Glückes Schmied ist.

Und da dies so ist, haben die Kolleginnen und Kollegen im BDR insoweit bei mir schon lange verspielt.

Tommy
09.01.2014, 09:27
... Ich wette eine Schwarzwälderkirschtorte, dass wenn die Vorstände des BDR mit A9/A10 besetzt wären, wir schon lange eine einheitliche Besoldung hätten. ...
Meines Wissens sind im Landesvorstand B.-W. alle Besoldungsstufen von A9 bis A13 vertreten. Aber wer glaubt, dass die Sonderlaufbahn (=einheitliche Besoldung) am Willen der Berufsorganisation scheitert, der glaubt auch, dass der Kühlschrank schuld ist, wenn kein Essen mehr drin ist.

FED
09.01.2014, 10:03
Enno, dann laß Dich doch mit A9 in den Vorstand des BDR wählen und reiße das Ruder in Deinem Sinne herum. Es fasziniert mich immer wieder, wie Leute über den miesen BDR meckern können, ohne sich selbst zu engagieren. Und natürlich fordert ein A9er ganz uneigennützig, daß alle A11 haben müssen. Nur wenn ein A12 nicht abkohlen möchte, ist das höchst eigennützig (bin übrigens keiner)...

Araya
09.01.2014, 10:09
Das hat aber nichts mit der Dienstpostenbewertung zu tun. Doch, und zwar insoweit, als daß ein Faktor bei der Dientspostenbewertung die Weisungsfreiheit ist, bei der offenbar sämtliche Rechtspfleger aufschreien und auf ihre Unabhängigkeit verweisen, ergo nicht bewertet werden könnten. Mit der Weisungsfreiheit ist jedoch nicht die sachliche Unabhängigkeit gemeint, sondern daß wir es uns nicht aussuchen können, welches Sachgebiet wir machen. Dieses wird uns zugewiesen. Das wir innerhalb der Verfahren unabhängig sind, ist ein anderer Faktor innerhalb der Dienstpostenbewertung. Ich habe probehalber mal die Betreuung, wie ich sie verstehe, durchbewertet und bin auf A10 gekommen. Wäre für mich ein Riesensprung :mad:, aber selbst bei durchgeführter Bewertung haben die Beamten keinen Beförderungsanspruch. Gut an der Dienstpostenbewertung wäre noch, daß dann die Topfwirtschaft nicht mehr zu rechtfertigen wäre, also der Stellenkegel entfällt.

Für mich macht es keinen Unterschied, ob ich meine Arbeit von einem (Behördenleitung) oder von einem Präsidium (siehe Richter) zugewiesen bekomme.

Mitwisser
09.01.2014, 10:14
... Zum Glück beschäftigen sich mit derlei Dingen in aller Regel Leute, die davon was verstehen. Das mag im Ergebnis den Betroffenen noch immer nicht gefallen, aber es sähe anders aus, als Du es beschreibst. Aber das ist alles OT. Ah, wusste ich es doch, mir fehlt der Durchblick, trotzdem wäre mir ein logisches Argument lieber. Meinst du die fähigen Leute, die auch schon bisher verantwortlich für die Lohnpolitik gezeichnet haben und für Streichung des Urlaubs,-Weihnachtsgeldes, Nichtübernahme (bzw. später) von Angestelltenerhöhungen etc. gesorgt? Wenn du die meinst, glaube ich dir ungesehen, dann sieht es anders aus, es werden nicht 30, sondern max. 20 B.Stellen.
Ob Dir tatsächlich der Durchblick fehlt, vermag ich nicht einzuschätzen. Allein dieser post von Dir könnte Deine Vermutung stützen.
Für die Streichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie die Angleichung der Besoldung an Tarifabschlüsse sind die Damen und Herren Abgeordneten Deines Landtages verantwortlich. Selbst für die Schaffung einer Sonderlaufbahn für Rechtspfleger kannst Du Dich bei denen stark machen.
Die Dienstpostenbewertung bei den Rechtspflegern ist dagegen Kernaufgabe der Justizverwaltung. Frag doch mal bei Deinem Präsidenten / Direktor nach.
Wenn Du Dich damit beschäftigen willst, dann fang einfach mal bei § 18 BBesG bzw. den entsprechenden Landesbesoldungsgesetzen an. Du wirst schnell erkennen, dass der "Grundsatz der funktionsgerechten Besoldung" nichts neues ist. Im Gegenteil, er gehört zu den hergebrachten Grundsätzen des Berufsbeamtentums, wurde für die Rechtspfleger jedoch nie so richtig umgesetzt. Und nach meiner Einschätzung ist das auch gut so, denn die Bewertungskriterien sind alles andere als Rechtspflegerfreundlich.

Wobder
09.01.2014, 10:42
... Und nach meiner Einschätzung ist das auch gut so, denn die Bewertungskriterien sind alles andere als Rechtspflegerfreundlich.

Ah, jetzt ! kommen wir der Sache näher, ich habe etwas zugespitzt zum Ausdruck bringen wollen, dass es für die Mehrheit sehr wahrscheinlich schlechter wird und genau das musst du nun wohl auch zugeben und dafür ist es völlig unerheblich ! (und mir persönl. auch egal), ob nun die fähigen Leute vom Landtag oder der J.verwaltung am Werke sind, das Ergebnis wird sich nicht wesentlich unterscheiden. Wenn du dich damit ! mal beschäftigst, wirst du erkennen, dass das nichts neues ist.

Enno
09.01.2014, 10:45
Nur wenn ein A12 nicht abkohlen möchte, ist das höchst eigennützig (bin übrigens keiner)...




Aber ich! :)

Und daher weiß ich, wie stiefmütterlich dieses Thema während meiner bisherigen Dienstzeit angefasst worden ist.

Oder sollte es wider Erwarten irgendwo in diesem unserem Land tatsächlich irgend geartete entsprechende Initiativen des BDR geben, die auch nur ein Fünkchen Aussicht auf Erfolg versprechen?

Man muss eine einheitliche Regelung ja auch nicht unbedingt auf die ganz knallharte Methode einpeitschen.

Wie in vielen Bereichen könnte man mit Übergangsregelungen arbeiten.

Z.B. könnte man damit anfangen, die Einstiegsbesoldung auf A 10 anzuheben und entsprechend dem Ausscheiden der älteren Kolleginnen und Kollegen die Einstiegsbesoldung weiter so zu erhöhen, so dass diese keine Einkommenseinbußen erleiden und somit motiert werden, etwas für ihre jüngeren Kolleginnen und Kollegen zu tun. Was zurzeit anscheinend nicht der Fall ist.

Ich befürchte, Ihr werdet diese Diskussion auch dann noch führen, wenn ich mir von 6 feet under aus die Radieschen begucke und mich frage, wofür Ihr eigentlich Eure Beiträge immer noch spendet.

Mitwisser
09.01.2014, 11:16
... Und nach meiner Einschätzung ist das auch gut so, denn die Bewertungskriterien sind alles andere als Rechtspflegerfreundlich.

Ah, jetzt ! kommen wir der Sache näher, ich habe etwas zugespitzt zum Ausdruck bringen wollen, dass es für die Mehrheit sehr wahrscheinlich schlechter wird und genau das musst du nun wohl auch zugeben und dafür ist es völlig unerheblich ! (und mir persönl. auch egal), ob nun die fähigen Leute vom Landtag oder der J.verwaltung am Werke sind, das Ergebnis wird sich nicht wesentlich unterscheiden. Wenn du dich damit ! mal beschäftigst, wirst du erkennen, dass das nichts neues ist.
Zugeben? Das habe ich doch nie bestritten. Im Gegenteil, ich habe weiter oben schon für die Beibehaltung des Status quo geworben. Es ist im Übrigen auch nichts neues, dass sich die jungen Kollegen über schlechte Beförderungschancen aufregen und sich am Ende ihrer Laufbahn dann über den Bauch streicheln und rückblickend ganz zufrieden sind. Ich kenne keinen A12er, der mit der eigenen Entwicklung unzufrieden ist. Ich kenne aber auch keinen A12er, der sich nicht als A9/A10er schon über mangelnde Aufstiegschancen beschwert hätte. Mit zunehmendem Dienstalter und Besoldungsstufen sieht man das alles viel gelassener.

Eisbär
09.01.2014, 11:21
Mit zunehmendem Dienstalter und Besoldungsstufen sieht man das alles viel gelassener.

Ach ja? Auch die vielen, die inzwischen mit A 10 und A 11 dem Kariereende zusteuern?

Mitwisser
09.01.2014, 12:11
Mit zunehmendem Dienstalter und Besoldungsstufen sieht man das alles viel gelassener.

Ach ja? Auch die vielen, die inzwischen mit A 10 und A 11 dem Kariereende zusteuern?
Gibt es denn viele, die mit abgeschlossenem Rechtspflegerstudium mit A10 in Pension gehen? Und lag es bei denen wirklich nur an den schlechten Beförderungsmöglichkeiten? Ich kenne keinen.

15.Meridian
09.01.2014, 12:27
Gibt es denn viele, die mit abgeschlossenem Rechtspflegerstudium mit A10 in Pension gehen? Und lag es bei denen wirklich nur an den schlechten Beförderungsmöglichkeiten? Ich kenne keinen.Ich schon. Die bisherige stellvertretende Geschäftsleiterin meines Amtsgerichts zum Beispiel. Schlicht gesagt: Mir fällt an meinem AG nur ein Rechtspfleger ein, der mit A 11 in Pension gehen wird. Das ist der GL. (Wir sind 20 Rpfl.)

Enno
09.01.2014, 12:31
Mit zunehmendem Dienstalter und Besoldungsstufen sieht man das alles viel gelassener.

Ach ja? Auch die vielen, die inzwischen mit A 10 und A 11 dem Kariereende zusteuern?
Gibt es denn viele, die mit abgeschlossenem Rechtspflegerstudium mit A10 in Pension gehen? Und lag es bei denen wirklich nur an den schlechten Beförderungsmöglichkeiten? Ich kenne keinen.



Das hat doch alles nicht mit der zum Himmel stinkenden Ungerechtigkeit zu tun, dass weniger verdienende Kolleginnen und Kollegen (A9 / A 10) die gleiche Arbeit leisten, für die andere nach A 11, A 12 und mehr besoldet werden.

Solange sich der BDR nicht vehement dagegen ausspricht und vor allen auch etwas unternimmt, ist er für mich unglaubwürdig.

Enno
09.01.2014, 12:34
Gibt es denn viele, die mit abgeschlossenem Rechtspflegerstudium mit A10 in Pension gehen? Und lag es bei denen wirklich nur an den schlechten Beförderungsmöglichkeiten? Ich kenne keinen.Ich schon. Die bisherige stellvertretende Geschäftsleiterin meines Amtsgerichts zum Beispiel. Schlicht gesagt: Mir fällt an meinem AG nur ein Rechtspfleger ein, der mit A 11 in Pension gehen wird. Das ist der GL. (Wir sind 20 Rpfl.)

Bevor ich mir dazu ein Urteil bilde, müsste ich schon etwas über die Altersstruktur wissen.

Ich gehe mal nicht davon aus, dass es sich um Kolleginnen und Kollegen handelt, die sich gleich nach der Schule in die Schublade Rechtspfleger haben stecken lassen, sondern müssten wahrscheinlich schon etwas Moos auf dem Rücken haben. :)

oje7
09.01.2014, 12:44
Mit zunehmendem Dienstalter und Besoldungsstufen sieht man das alles viel gelassener.

Ach ja? Auch die vielen, die inzwischen mit A 10 und A 11 dem Kariereende zusteuern?
Gibt es denn viele, die mit abgeschlossenem Rechtspflegerstudium mit A10 in Pension gehen? Und lag es bei denen wirklich nur an den schlechten Beförderungsmöglichkeiten? Ich kenne keinen.

Mir fallen auf Anhieb 7 Kollegen ein und bei denen lag es nicht an schlechten Leistungen.
Das ist hier Alltag. Mag sein dass es in anderen Bundesländern anders ist...

Araya
09.01.2014, 12:51
Es wird auch keiner davon abgehalten, ob aufgrund der Beförderungsaussichten oder aus sonstigen Gründen, sich an ein anderes Gericht zu bewerben. Das man das dann trotzdem nicht tut, liegt meistens an der persönlichen Bequemlichkeit wie zB Länge des Arbeitsweges. Diese ganz individuellen Umstände sollten auch jeder für sich berücksichtigen. Immerhin sind uU mehrere Stunden weniger Fahrzeit am Tag auch Geld wert, wenn auch nur in Form von entsprächend längerer "Freizeit", die ich zB mit meiner Familie (oder der Suche der zukünftigen) verbringen kann, weniger km im Jahr auf dem Autotacho (mit entsprechend direkten Auswirkungen auf die Unterhaltungskosten wie Sprit, Reifen, Inspektion, Wertverlust etc.). Oder (deutliche) geringeren Lebenshaltungskosten, weil ich eine höhere Miete habe. usw usw. Ich weiß auch nicht, ob man mit A10 in ländlicheren Gegenden besser fährt als mit A12 in Hamburg oder München.

Seb
09.01.2014, 12:56
Unabhängig von der Frage, dass es sicher auch Kollegen gibt, die mit A 10 in Pension gehen, wäre für mich (junger Kollege) interessant zu wissen, ob wirklich die anderen jungen Kollegen bereit sind, die Aufstiegsmöglichkeit bis A12-13 aufzugeben, zugunsten einer sofortigen Eingruppierung in A11, meinetwegen A11,25. Ich fände es demotivierend nicht mehr aufsteigen zu können. Den A 12 und mehr Rechtspflegern kann man eh nichts wegnehmen...also ist doch die Frage, ob diejenigen, die noch nicht A12 und mehr haben bereit sind eine Einheitsbesoldung zu akzeptieren. Wäre das nicht auch ungerecht gegenüber anderen Beamtengruppen, die bis A13 aufsteigen können?

oje7
09.01.2014, 12:58
Es wird auch keiner davon abgehalten, ob aufgrund der Beförderungsaussichten oder aus sonstigen Gründen, sich an ein anderes Gericht zu bewerben. Das man das dann trotzdem nicht tut, liegt meistens an der persönlichen Bequemlichkeit wie zB Länge des Arbeitsweges. Diese ganz individuellen Umstände sollten auch jeder für sich berücksichtigen. Immerhin sind uU mehrere Stunden weniger Fahrzeit am Tag auch Geld wert, wenn auch nur in Form von entsprächend längerer "Freizeit", die ich zB mit meiner Familie (oder der Suche der zukünftigen) verbringen kann, weniger km im Jahr auf dem Autotacho (mit entsprechend direkten Auswirkungen auf die Unterhaltungskosten wie Sprit, Reifen, Inspektion, Wertverlust etc.). Oder (deutliche) geringeren Lebenshaltungskosten, weil ich eine höhere Miete habe. usw usw. Ich weiß auch nicht, ob man mit A10 in ländlicheren Gegenden besser fährt als mit A12 in Hamburg oder München.

Wieso sollte man denn befördert werden, wenn man sich an ein anderes Gericht bewirbt?
Wenn man das Gericht wechseln soll ruft das OLG an und legt einem den Wechsel nahe.
Aber was das mit Beförderungsmöglichkeiten zu tun haben soll erschließt sich mir nicht.

FED
09.01.2014, 13:00
Weil die A11 eben am anderen Gericht ausgeschrieben wird...

oje7
09.01.2014, 13:05
Weil die A11 eben am anderen Gericht ausgeschrieben wird...

wo denn das bitte? bei uns werden im Internet z.B. x-stellen A11 ausgeschrieben (für den ganzen OLG-Bezirk), aber die sind doch nicht an einen Posten bei einem anderen Gericht gebunden.
Man wird befördert und bleibt in der Regel genau auf der Stelle sitzen wo man gerade ist.

Araya
09.01.2014, 13:06
...weil es am anderen Gericht auch A11, A12 und A13 gibt. Und das nicht immer nur für den Geschäftsleiter.

An einem Gericht, an dem gerade mal der Geschäftsleiter A11 hat, wirst du auf Beförderungsstellen nicht zu warten brauchen. Also wechseln oder nicht und die Gründe abwägen.

Araya
09.01.2014, 13:08
Weil die A11 eben am anderen Gericht ausgeschrieben wird...

wo denn das bitte? bei uns werden im Internet z.B. x-stellen A11 ausgeschrieben (für den ganzen OLG-Bezirk), aber die sind doch nicht an einen Posten bei einem anderen Gericht gebunden.
Man wird befördert und bleibt in der Regel genau auf der Stelle sitzen wo man gerade ist.

Da jeder dasselbe macht, fände ich das auch grundsätzlich besser.

In Hessen werden die Stellen aber für das Gericht ausgeschrieben, also 5x A10 in Wiesbaden, 3x in Kassel, 2x in Frankfurt...

Doppelte Halbtagskraft
09.01.2014, 13:09
Unabhängig von der Frage, dass es sicher auch Kollegen gibt, die mit A 10 in Pension gehen, wäre für mich (junger Kollege) interessant zu wissen, ob wirklich die anderen jungen Kollegen bereit sind, die Aufstiegsmöglichkeit bis A12-13 aufzugeben, zugunsten einer sofortigen Eingruppierung in A11, meinetwegen A11,25. Ich fände es demotivierend nicht mehr aufsteigen zu können. Den A 12 und mehr Rechtspflegern kann man eh nichts wegnehmen...also ist doch die Frage, ob diejenigen, die noch nicht A12 und mehr haben bereit sind eine Einheitsbesoldung zu akzeptieren. Wäre das nicht auch ungerecht gegenüber anderen Beamtengruppen, die bis A13 aufsteigen können?

Wenn alle die gleiche Arbeit machen, sollten Sie auch gleich besoldet werden.

Wenn sich die Einheitsbesoldung am Durchschnittsverdienst orientiert verlierst du ja nichts dabei. Und wenn du auf Urkunden und Löhnerhöhungen stehst, kannst du ja deinem Dienstherrn anbieten einen Teil deiner Besoldung erst einmal einzubehalten und erst mit den Jahren auszuzahlen. Dann bekommst du eine Auszeichnung dafür, dass du deinem Land den Zinsvorteil hast zukommen lassen.

Aber mit der Grundidee, dass ja die Möglichkeit besteht, dass man selbst mal mehr verdienen kann als der Nachbar/Kollege lassen sich ganze Volksmassen ruhig halten. Warum sollte das hier anders sein...

Steinkauz
09.01.2014, 13:10
Hier läuft die Stellenausschreibung nicht wie in Hessen, sondern wie von oje beschrieben.
Äpfel und Birnen schmecken eben doch anders(ter:D).

15.Meridian
09.01.2014, 13:22
In Sachsen werden keine Stellen ausgeschrieben (soviel ich weiß), sondern von hoheitlichen Gnaden wird einem vielleicht dereinst die Gunst einer Beförderung gewährt.

Exec
09.01.2014, 13:25
Unabhängig von der Frage, dass es sicher auch Kollegen gibt, die mit A 10 in Pension gehen, wäre für mich (junger Kollege) interessant zu wissen, ob wirklich die anderen jungen Kollegen bereit sind, die Aufstiegsmöglichkeit bis A12-13 aufzugeben, zugunsten einer sofortigen Eingruppierung in A11, meinetwegen A11,25. Ich fände es demotivierend nicht mehr aufsteigen zu können. Den A 12 und mehr Rechtspflegern kann man eh nichts wegnehmen...also ist doch die Frage, ob diejenigen, die noch nicht A12 und mehr haben bereit sind eine Einheitsbesoldung zu akzeptieren. Wäre das nicht auch ungerecht gegenüber anderen Beamtengruppen, die bis A13 aufsteigen können?

Wenn alle die gleiche Arbeit machen, sollten Sie auch gleich besoldet werden.

Wenn sich die Einheitsbesoldung am Durchschnittsverdienst orientiert verlierst du ja nichts dabei. Und wenn du auf Urkunden und Löhnerhöhungen stehst, kannst du ja deinem Dienstherrn anbieten einen Teil deiner Besoldung erst einmal einzubehalten und erst mit den Jahren auszuzahlen. Dann bekommst du eine Auszeichnung dafür, dass du deinem Land den Zinsvorteil hast zukommen lassen.

Aber mit der Grundidee, dass ja die Möglichkeit besteht, dass man selbst mal mehr verdienen kann als der Nachbar/Kollege lassen sich ganze Volksmassen ruhig halten. Warum sollte das hier anders sein...

Pension von A13 ist aber schon geiler als Pension von A 11,25... :gruebel:

Seb
09.01.2014, 13:26
Wenn alle die gleiche Arbeit machen, sollten Sie auch gleich besoldet werden. Wenn sich die Einheitsbesoldung am Durchschnittsverdienst orientiert verlierst du ja nichts dabei. Und wenn du auf Urkunden und Löhnerhöhungen stehst, kannst du ja deinem Dienstherrn anbieten einen Teil deiner Besoldung erst einmal einzubehalten und erst mit den Jahren auszuzahlen. Dann bekommst du eine Auszeichnung dafür, dass du deinem Land den Zinsvorteil hast zukommen lassen. Aber mit der Grundidee, dass ja die Möglichkeit besteht, dass man selbst mal mehr verdienen kann als der Nachbar/Kollege lassen sich ganze Volksmassen ruhig halten. Warum sollte das hier anders sein...

Das Wort Einheitsbesoldung ist schwierig. Aber da fehlen dann ja Leistungsanreize oder Ähnliches. Mir geht es nicht darum mehr zu verdienen, als mein gut arbeitender Rechtspflegerkollege im gleichen Zimmer. Aber ich befürchte, dass eine Einheitsbesoldung dazu führt, dass die von Natur aus Fleißigen für diejenigen mitarbeiten, die dann froh sind in A 11 alimentiert zu werden und jede Motivation verlieren.

Wenn man eine solche Einheitsbesoldung wollte, dann vielleicht vergleichbar R1. Nicht in der Höhe (ich bin ja kein Träumer) aber in der Struktur. R1 entspricht in der Eingangstufe A13 und in der Endstufe glaube ich A16. Eine Beförderung gibt es nicht, es geht rein nach Erfahrung. Nimmt man Erfahrung und ergänzt es durch Leistung (die natürlich schwer zu beurteilen ist im Einzelfall) fände ich das gut.
Also vielleicht eine Besoldung J 1 (J wie Justiz) die umgerechnet vom Eingangsamt bis zum Endamt A10-12 oder so entspricht.

oje7
09.01.2014, 13:27
In Sachsen werden keine Stellen ausgeschrieben (soviel ich weiß), sondern von hoheitlichen Gnaden wird einem vielleicht dereinst die Gunst einer Beförderung gewährt.

:eek: Das ist ja noch schlimmer als hier. Und dann wundern sich manche, dass man sich aufregt, weil das ganze System undurchsichtig ist.

Mars
09.01.2014, 13:29
Unabhängig von der Frage, dass es sicher auch Kollegen gibt, die mit A 10 in Pension gehen, wäre für mich (junger Kollege) interessant zu wissen, ob wirklich die anderen jungen Kollegen bereit sind, die Aufstiegsmöglichkeit bis A12-13 aufzugeben, zugunsten einer sofortigen Eingruppierung in A11, meinetwegen A11,25. Ich fände es demotivierend nicht mehr aufsteigen zu können. Den A 12 und mehr Rechtspflegern kann man eh nichts wegnehmen...also ist doch die Frage, ob diejenigen, die noch nicht A12 und mehr haben bereit sind eine Einheitsbesoldung zu akzeptieren. Wäre das nicht auch ungerecht gegenüber anderen Beamtengruppen, die bis A13 aufsteigen können?

Also für A11 für immer bin ich (junger Kollege in A9) jederzeit zu haben. Gerade in jungen bzw. mittleren Jahren gibt es doch bei dem einen oder anderen einen erhöhten Finanzbedarf (Stichwort Baufinanzierung/Familie). Jeder Cent, der früher zur Verfügung steht, wäre da willkommen. Um Karriere zu machen bzw. für Beförderungen bin ich nicht Rechtspfleger geworden, das hätte ich woanderst deutlich einfacher und schneller haben können. Das Geld, das ich bekomme, soll aber mein Leben ohne Einschränkungen finanzieren.

Mit meinem Gehalt bin ich übrigens zufrieden. Es reicht mir vollkommen für mein Leben, ich habe sogar noch genügend am Ende des Monats übrig. Ob das noch so ist, wenn ich Haus und Familie zu unterhalten habe, wage ich aber zu bezweifeln.

Zurück zum Thema: Die Ausschreibung der A10 Stellen habe ich dummerweise verpasst. Weiß jemand, in welchem zeitlichen Abstand die Ausschreibungen erfolgen (hoffentlich muss ich jetzt nicht 5 Jahre warten...)?

Enno
09.01.2014, 13:38
Unabhängig von der Frage, dass es sicher auch Kollegen gibt, die mit A 10 in Pension gehen, wäre für mich (junger Kollege) interessant zu wissen, ob wirklich die anderen jungen Kollegen bereit sind, die Aufstiegsmöglichkeit bis A12-13 aufzugeben, zugunsten einer sofortigen Eingruppierung in A11, meinetwegen A11,25. Ich fände es demotivierend nicht mehr aufsteigen zu können. Den A 12 und mehr Rechtspflegern kann man eh nichts wegnehmen...also ist doch die Frage, ob diejenigen, die noch nicht A12 und mehr haben bereit sind eine Einheitsbesoldung zu akzeptieren. Wäre das nicht auch ungerecht gegenüber anderen Beamtengruppen, die bis A13 aufsteigen können?

Wenn alle die gleiche Arbeit machen, sollten Sie auch gleich besoldet werden.

Wenn sich die Einheitsbesoldung am Durchschnittsverdienst orientiert verlierst du ja nichts dabei. Und wenn du auf Urkunden und Löhnerhöhungen stehst, kannst du ja deinem Dienstherrn anbieten einen Teil deiner Besoldung erst einmal einzubehalten und erst mit den Jahren auszuzahlen. Dann bekommst du eine Auszeichnung dafür, dass du deinem Land den Zinsvorteil hast zukommen lassen.

Aber mit der Grundidee, dass ja die Möglichkeit besteht, dass man selbst mal mehr verdienen kann als der Nachbar/Kollege lassen sich ganze Volksmassen ruhig halten. Warum sollte das hier anders sein...



Bildlich gesehen stelle ich mir nun ein Schildkröte vor, der man einen festen Draht auf den Rücken geklebt hat, am anderen Ende ein Salatblatt daran befestigt und den Draht dann soweit nach vorne gebogen hat, dass die Schildkröte das Salatblatt zwar sehen, aber nicht erreichen kann.

promotor iustitiae
09.01.2014, 13:39
In Sachsen werden keine Stellen ausgeschrieben (soviel ich weiß), sondern von hoheitlichen Gnaden wird einem vielleicht dereinst die Gunst einer Beförderung gewährt.

:eek: Das ist ja noch schlimmer als hier. Und dann wundern sich manche, dass man sich aufregt, weil das ganze System undurchsichtig ist.

Die Aufregung wäre umsonst.

Richtig ist: Die Beförderungen in Sachsen werden (gefühlt) in Jahrzehnten gemessen.

Aber es gibt ein Konzept für die OGB, welches für alle im Intranet eingestellt ist. Da braucht man nur die Punktzahl der letzten Beurteilung nehmen und kann sich ausrechnen wann man dran ist.

Dass das Ergebnis unbefriedigend ist, das ist die eine Sache. Aber mit "Undurchsichtigkeit" oder "Gnaden" hat das m.E. nichts zu tun.

Ich finde, etwas weniger Polemisierung würde der Diskussion in der Sache gut tun.

Doppelte Halbtagskraft
09.01.2014, 13:44
Unabhängig von der Frage, dass es sicher auch Kollegen gibt, die mit A 10 in Pension gehen, wäre für mich (junger Kollege) interessant zu wissen, ob wirklich die anderen jungen Kollegen bereit sind, die Aufstiegsmöglichkeit bis A12-13 aufzugeben, zugunsten einer sofortigen Eingruppierung in A11, meinetwegen A11,25. Ich fände es demotivierend nicht mehr aufsteigen zu können. Den A 12 und mehr Rechtspflegern kann man eh nichts wegnehmen...also ist doch die Frage, ob diejenigen, die noch nicht A12 und mehr haben bereit sind eine Einheitsbesoldung zu akzeptieren. Wäre das nicht auch ungerecht gegenüber anderen Beamtengruppen, die bis A13 aufsteigen können?

Wenn alle die gleiche Arbeit machen, sollten Sie auch gleich besoldet werden.

Wenn sich die Einheitsbesoldung am Durchschnittsverdienst orientiert verlierst du ja nichts dabei. Und wenn du auf Urkunden und Löhnerhöhungen stehst, kannst du ja deinem Dienstherrn anbieten einen Teil deiner Besoldung erst einmal einzubehalten und erst mit den Jahren auszuzahlen. Dann bekommst du eine Auszeichnung dafür, dass du deinem Land den Zinsvorteil hast zukommen lassen.

Aber mit der Grundidee, dass ja die Möglichkeit besteht, dass man selbst mal mehr verdienen kann als der Nachbar/Kollege lassen sich ganze Volksmassen ruhig halten. Warum sollte das hier anders sein...

Pension von A13 ist aber schon geiler als Pension von A 11,25... :gruebel:

Gleiches Prinzip:

1. Wer geht schon mit A 13 in Pension
2. Warum sollte bei gleicher Arbeit jemand am Ende eine höhere Pension einstreichen
3. Es wird über kurz oder lang im Zuge der Sparmaßnahmen ohnehin dazu kommen, dass man bei Beamtenpensionen das Durchschnittseinkommen der "Lebensarbeitszeit" berücksichtigt. Die Forderung selbst ist nicht neu und in der Bevölkerung sehr populär. Da werden zu gegebener Zeit schon die richtigen Leute drauf kommen.

@ Seb

Die Unmotivierten und Faulen wird man immer mitschleppen müssen. Zudem hat man bei den Rpfl. ja den Vorteil, dass bei vergleichbaren Pensen die Unmotivierten selbiges auch selbst ausbaden (z.B. Sachstandsanfragen, nervige Anrufe, Dienstaufsichtsbeschwerden etc.) dürfen.

Und wenn du dich im Forum mal genau umguckst, wirst du feststellen, dass im jetzigen System die Unzufriedenheit und Demotivation auch schon zur Genüge vorhanden ist.

FED
09.01.2014, 15:08
Weil die A11 eben am anderen Gericht ausgeschrieben wird...

wo denn das bitte? bei uns werden im Internet z.B. x-stellen A11 ausgeschrieben (für den ganzen OLG-Bezirk), aber die sind doch nicht an einen Posten bei einem anderen Gericht gebunden.
Man wird befördert und bleibt in der Regel genau auf der Stelle sitzen wo man gerade ist.

Nun, in Brandenburg auf jeden Fall schon mal, aber da scheinst Du nicht zu sein (wie ich ja inzwischen gelesen habe).

Frog
09.01.2014, 16:38
In Sachsen werden keine Stellen ausgeschrieben (soviel ich weiß), sondern von hoheitlichen Gnaden wird einem vielleicht dereinst die Gunst einer Beförderung gewährt.

:eek: Das ist ja noch schlimmer als hier. Und dann wundern sich manche, dass man sich aufregt, weil das ganze System undurchsichtig ist.

Die Aufregung wäre umsonst.

Richtig ist: Die Beförderungen in Sachsen werden (gefühlt) in Jahrzehnten gemessen.

Aber es gibt ein Konzept für die OGB, welches für alle im Intranet eingestellt ist. Da braucht man nur die Punktzahl der letzten Beurteilung nehmen und kann sich ausrechnen wann man dran ist.

Dass das Ergebnis unbefriedigend ist, das ist die eine Sache. Aber mit "Undurchsichtigkeit" oder "Gnaden" hat das m.E. nichts zu tun.




Seit kurzem gibt es tatsächlich dieses Konzept.

Nach welchen Kriterien allerdings in den vielen Jahren davor die Beförderungen erfolgten, konnte ich zumindest als "normaler" Rechtspfleger nie nachvollziehen. Transparenz ist wohl etwas anderes.

Mitwisser
09.01.2014, 16:56
Seit kurzem gibt es tatsächlich dieses Konzept.

Nach welchen Kriterien allerdings in den vielen Jahren davor die Beförderungen erfolgten, konnte ich zumindest als "normaler" Rechtspfleger nie nachvollziehen. Transparenz ist wohl etwas anderes.
Im Zweifel entsprechend den Kriterien gem § 9 BeamtStG.