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Thema: Löschung Sicherungshypothek bei Rückschlagsperre gem. § 88 InsO

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  1. #1
    Anton79
    Gast

    Löschung Sicherungshypothek bei Rückschlagsperre gem. § 88 InsO

    Hallo,

    kurze frage zu folgendem Sachverhalt:

    Wenn zu Gunsten eines Gläubigers eine Sicherungshypothek eingetragen ist, die aber aufgrund der Rückschlagsperre unwirksam ist, wie bekommt der InsO-Verwalter diese wieder aus dem Grundbuch gelöscht?

    Muss zwingend eine Löschungsbewilligung erteilt werden? Oder kann der Verwalter das Insolvenzgericht anschreiben und bitten das das
    InsO-Gericht das Grundbuchamt aufgrund der Rückschlagsperre anschreibt und die Löschung der Sicherungshypothek veranlasst? Ist dies dann Löschung im Wege der Rechtshife? Oder im Wege der amtshilfe?

    Viele Grüße

  2. #2
    Club 18.000 Avatar von rainer19652003
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    Da gibt es schon massenhaft Threads im Grundbuchforum.

    z. B. hier.

  3. #3
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  4. #4
    Club 18.000 Avatar von rainer19652003
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    Etwas Hilfe vielleicht doch noch:

    Schmidt: Hamburger Kommentar zum Insolvenzrecht, 3. Auflage 2009
    Autor: Kuleisa

    Das Grundbuch ist unrichtig i.S.d. §§ 894, 899 BGB, wenn die Voraussetzungen des § 88 vorliegen. Die Berichtigung kann nur vom Insolvenzverwalter beantragt werden (§§ 13, 22, 29 GBO). Das GBA ist nicht verpflichtet, von Amts wegen tätig zu werden (HK-Kayser § 88 Rn. 43; Keller ZIP 2000, 1324, 1330). Der Insolvenzverwalter kann den Nachweis zur Grundbuchberichtigung durch öffentliche Urkunde (§§ 22, 29 GBO) oder durch Berichtigungsbewilligung des betroffenen Rechtsinhabers (§§ 19, 29 GBO) führen. Bei Wahl der ersten Möglichkeit sind das Verwalterzeugnis und der Eröffnungsbeschluss vorzulegen. Weiterhin ist durch öffentliche Urkunden nachzuweisen, dass das betroffene Grundstück/Grundpfandrecht zur Insolvenzmasse gehört, die Vollstreckungsmaßnahme im letzten Monat vor dem Insolvenzantrag vorgenommen wurde und der Vollstreckende Insolvenzgläubiger ist (Keller ZIP 2000, 1324, 1331). Da dies rgm. schwierig ist, wird der Insolvenzverwalter die Grundbuchberichtigung aufgrund Bewilligung des betroffenen Gläubigers beantragen. Der Berichtigungsantrag ist auf Löschung zu richten. Ist die Löschungsbewilligung des Vollstreckungsgläubigers nicht beizubringen und kann der Nachweis durch öffentliche Urkunden nicht geführt werden, muss gegen den Vollstreckungsgläubiger Klage auf Grundbuchberichtigung (§ 894 BGB) erhoben werden. Eine nach § 88 unwirksam gewordene Zwangshypothek wird keine Eigentümergrundschuld. § 868 ZPO findet keine entsprechende Anwendung (BGH ZInsO 2006, 261, 263 [BGH 19.01.2006 - IX ZR 232/04]; a.A. OLG Düsseldorf ZInsO 2003, 804 [OLG Düsseldorf 11.07.2003 - 3 Wx 302/02]; BayObLG ZInsO 2000, 455; Keller ZIP 2000, 1324, 1329; Uhlenbruck-Uhlenbruck § 88 Rn. 15). Nachrangige Grundpfandrechte rücken somit auf

  5. #5
    Club 8.000 Avatar von La Flor de Cano
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    lass Dir vom Gläubiger eine Löschungsbewilligung geben und lege sie erst einmal in den Schrank.

    U.U. bist Du gezwungen das Grundstück aus der Masse freizugeben, dann hat der Gläubiger den Ärger, sein Sicherungsrecht wieder eintragen zu lassen.
    Vertrauue miiir (Kaa: Das Dschungelbuch, 4. Akt, 3. Szene)


  6. #6
    Anton79
    Gast
    manno mann! Das ist ja eine ziemliche Kontroverse!

    Wie ist es denn aktuell in der Praxis?

    Löscht ihr kostenlos bei Amtlöschungsantrag auf Anregung des IV?

    oder

    Löscht ihr (ggf. kostenlos) auf Berichtigungsantrag fürs Grundbuch gem. § 22 I GBO bei Vorlage eines Unrichtigkeitsnachweises ohne Mitwirkung des Sicherungsgläubigers?

    Oder besteht ihr auf eine notariell beglaubigte Löschungsbewilligung des Sicherungsgläubigers!

  7. #7
    Club 18.000 Avatar von rainer19652003
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    Probier es mit der Frage lieber mal im Grundbuchforum, da bist Du besser aufgehoben.

  8. #8
    Club 8.000 Avatar von La Flor de Cano
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    erst löschen lassen, wenn Du das Grundstück verwerten willst. Macht ansosten nur unnötig Arbeit und kann, wie oben gesagt dann zu Problemen führen, wenn man das Grundstück später aus Masse freigeben muss.

    Die ZSH ist nur relativ unwirksam, nämlich soweit sie die Gläubigergesamtheit benachteiligt. Das Sicherungrecht lebt bei Freigabe der Immobilie wieder auf und der Gläubiger kann, falls bereits gelöscht ist wieder rein, IX ZR 232/04.
    Vertrauue miiir (Kaa: Das Dschungelbuch, 4. Akt, 3. Szene)


  9. #9
    Club 9.000 Avatar von Gegs
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    @ Anton79:

    Ich kenne komischer Weise Beides. Manche Gerichte löschen, wenn ich den Unrichtigkeitsnachweis (Bestätigung des Insolvenzgerichts, wenn der Antrag eingegangen ist) vorlege. Andere Rechtspfleger stehen auf die Meinung, Löschungsbewilligung oder Löschungsklage. Und wenn man vorher telefonisch nachfragt, kann Dir die Hälfte nicht sagen, was sie für erforderlich halten.
    Er versprach auf mich zu warten, wann und wo auch immer, denn ich könnte ihn ja brauchen. Und ich brauche ihn - wie schon immer. Er ist eben mein Hund. (Gene Hill)

    "Vergiß der Dich bezahlt hat, Dich versichert und verplant hat, licht Dein' Anker, mach blau!" (Basta)

  10. #10
    SanchoB
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    Hierauf:
    Zitat Zitat von Anton79 Beitrag anzeigen
    Löscht ihr kostenlos bei Amtlöschungsantrag auf Anregung des IV?
    oder
    Löscht ihr (ggf. kostenlos) auf Berichtigungsantrag fürs Grundbuch gem. § 22 I GBO bei Vorlage eines Unrichtigkeitsnachweises ohne Mitwirkung des Sicherungsgläubigers?

  11. #11
    Club 18.000 Avatar von rainer19652003
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    Gut, Gebührenfreiheit kann man hier natürlich vergessen, hab ich überlesen, entschuldigung.

  12. #12
    Club 7.000 Avatar von Jamie
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    Frage eines Gläubigervertreters zur Löschung eines Zwasihyp

    Also, ich habe folgenden Fall:

    Wir haben eine Sicherungshypothek auf das Grundstück der Inso-Schuldnerin eintragen lassen (09.03.10 Eintragungsdatum). Am 15.09.10 ist das Insolvenzverfahren eröffnet worden und wir bekommen nun vom Notar die Aufforderung zur Erteilung der Löschungsbewilligung mit Hinweis auf § 88 InsO.
    Habe mich telefonisch erkundigt, dass InsO-Antrag am 08.10.09 (Fremdantrag durch FinA) gestellt wurde und die Schuldnerin viel später (wann weiß ich jetzt auch nicht, weil ich dachte, dass das irrelevant ist) einen Eigenantrag gestellt hat. Habe auch schon recherchiert und herausgefunden, dass wir eine Löschungsbewilligung gar nicht erteilen können, weil die Sicherungshypothek ohnehin unwirksam ist und (1) entweder in eine Eigentümergrundschuld übergegangen ist, dessen Löschung der Insolvenzverwalter nach § 29 GBO bewirken kann oder (2) durch einfachen Grundbuchberichtigungsantrag des IV oder des Schuldners (?) unter Nachweisführung der Antragsdatums für die InsO gelöscht wird. Einzig nicht herausgefunden habe ich, wer das alles bezahlt.
    Bevor ich der Kollegin Unsinn erzähle, frage ich lieber erst mal hier. Ich denke, der Hinweis auf § 88 InsO ist korrekt. Die Eintragung hätte nicht erfolgen dürfen und die Hypothek muss raus, weil sie unzulässigerweise eintragen wurde.

    Da ich mit Grundstückssachen bei meinen überwiegend Kleinverfahren wenig zu tun hab (und wenn, die Grundstücke meist wertausschöpfend belastet sind und deshalb rausgekickt werden), habe ich mich damit auch noch nicht weiter befasst.

    Die Frage ist wohl nicht unberechtigt: Wer zahlt für die Löschung? Der Gläubiger, der unzulässig ins Grundbuch gelangte?
    "Beschützt die Menschen. Und beschützt, was sie sein könnten." (Optimus Prime) ProReNos

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