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Thema: Unterhalt, 2 Personen, 1 Anwältin

  1. #1
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    Unterhalt, 2 Personen, 1 Anwältin

    Folgende Frage habe hier zwei Beratungshilfeanträge vorliegen.

    Es handelt sich jeweils in der Angelegenheit Trennungsunterhalt.

    Allerdings das Kuriose ist, dass die Anwältin die ja den nachträglichen Bewilligungsantrag gestellt hat, diesen einmal für die Frau stellt und einmal für den Mann.

    Die gleiche Anwältin.
    Das ist doch Parteiverrat. Kann ich Beratungshilfe mit diesem Argument ablehnen?

  2. #2
    Club 1.000 Avatar von Task-Force-Rpfl
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    Also für mich handelt es sich höchstens um eine Angelegenheit, da ein innere, sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht.

    Das man den "Parteiverrat" als Verweigerungsgrund heranziehen könnte halte ich für zweifelhaft

  3. #3
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    Rechnet sie evtl. jeweils nur die Beratungsgebühr ab? Ich habe schon ein Paar (absichtlich groß geschrieben) Mal erlebt, dass Ehegatten gemeinsam BerH beantragt haben, um sich beim RA zu informieren und dann auf dieser Grundlage alles einvernehmlich zu regeln (zumindest bis zur eigentlichen Scheidung).

  4. #4
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    OK...
    das könnte ich ja noch irgendwie nachvollziehen, aber sie kann doch net auf der einen Seite sagen ich mache unterhalt geltend und auf der anderen ich wehre Unterhalt ab.

    Das ergibt sich ja aus den beigefügten Schreiben

  5. #5
    Club 3.000 Avatar von bin-ganz-frisch
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    Zitat Zitat von Hitch Beitrag anzeigen
    Das ist doch Parteiverrat. Kann ich Beratungshilfe mit diesem Argument ablehnen?
    Ja. Wenn Pareiverrat vorliegt, verstoßen beide Anwaltsverträge gegen ein Gesetz; 134 BGB
    Die Absperrungen im Grenzgebiet zwischen Himmel und Hölle sind von unbekannten Tätern beschädigt worden. Der Teufel schickt ein Telegramm an Gott: "Wir haben hier unten zahlreiche Rechtsanwälte befragt. Alle meinen, dass Ihr für den Schaden aufkommen müsst".
    Viel später trifft die Antwort aus dem Himmel ein: "Ich werde bezahlen. Konnte hier oben leider keinen Rechtsanwalt finden".

  6. #6
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    Naja,

    ich würde mich da nie soweit aus dem Fenster lehnen und lieber den RA anschreiben und mitteilen, dass Du lediglich eine A. siehst. Daneben kannst Du ja - nett umschrieben - mal Dein Unverständnis aufzeigen und um Klärung bitten.

  7. #7
    Club 3.000 Avatar von bin-ganz-frisch
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    Zitat Zitat von Diabolo Beitrag anzeigen
    Naja,

    ich würde mich da nie soweit aus dem Fenster lehnen und lieber den RA anschreiben und mitteilen, dass Du lediglich eine A. siehst. Daneben kannst Du ja - nett umschrieben - mal Dein Unverständnis aufzeigen und um Klärung bitten.
    Vermutlich fließen heute auch die Flüsse bergauf...was´n los, diabolo?
    Wenn es wirklich so ist, dass die RAin mit einem Schreiben Unterhalt geltend macht und mit dem anderen diesen Anspruch abwehrt, gibt´s kein Vertun mehr. Das ist Parteiverrat; Sudden death, das geht einfach gar nicht!
    Die Absperrungen im Grenzgebiet zwischen Himmel und Hölle sind von unbekannten Tätern beschädigt worden. Der Teufel schickt ein Telegramm an Gott: "Wir haben hier unten zahlreiche Rechtsanwälte befragt. Alle meinen, dass Ihr für den Schaden aufkommen müsst".
    Viel später trifft die Antwort aus dem Himmel ein: "Ich werde bezahlen. Konnte hier oben leider keinen Rechtsanwalt finden".

  8. #8
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    Kann eine Erstberatung für beide Ehegatten erfolgen und jeweils separat abgerechnet werden? Ich glaube, nicht mal das geht, da die Ansprüche auf Trennungsunterhalt nie gleichgerichtet sein können, sondern auch bei der Erstberatung Tipps und Hinweise für das weitere Vorgehen gegeben werden (sollten) und selbige zwangsläufig gegensätzlich sind.

    Ergo, RA bitten, im Hinblick auf das Vertretungsverbot bei Parteien mit nicht gleichgerichteten Interessen, den Antrag (evtl. sogar beide , da mit der Annahme und Beratung des 2. Mandats der Anspruch wg. Parteiverrats verwirkt ist) zurückzunehmen. Das Wort Parteiverrat würde ich nicht nutzen.
    Es ist immer besser, die Figuren des Gegners zu opfern.

    Savielly Tartakover

  9. #9
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    Ich danke für die vielen Hinweise.
    es ist Klärung eingetreten.

    Die Anträge wurden nach kurzem Anruf zurückgenommen
    -per FAX-


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