Habe folgendes GKG u. RVG- bzw. Kostenausgleichsproblem:

In II. Instanz hat eine von zwei Beklagten der I. Inst. (im Ergebnis des Urteils I. Instanz musste eine Beklagte von der geltend gemachten Forderung über ca. 10.000 Euro ca. 7.000 Euro zahlen, der andere Beklagte nichts) Berufung eingelegt wegen ca. 1590 Euro Teilforderung. Obwohl der RA der Berufungsklägerin wusste, dass wegen dieser Teilsumme evtl. Berufung eingelegt wird (was auch geschah mit letztlich geringem Erfolg, kleine Reduzierung der Forderung I. Instanz, aber nur um ca. 300 Euro statt 1590), hatte der RA im Mai 2010 ein gegnerisches Anwaltsschreiben mit der Bittte, den gesamten Forderungsbetrag I. Instanz zu zahlen, an die Beklagten weitergeleitet mit der Bitte, diesen Betrag umgehend an die Gegenseite zu zahlen. Die Beklagten als Laien sind davon ausgegangen, dass das so sein muss, um ZV. oder ähnl. Nachteile zu vermeiden und hatten den vollen Betrag gezahlt.
Es wurde bei der Besprechung der Berufung auch lange nach dem Kostenrisiko gefragt und dann bei 1.ooo - 1.500 Euro Berufungssumme nach dem entspr. Risiko in den Tabellen nachgesehen.

Die Klage war dann, nachdem wir nachgefragt hatten, ob wir denn den vollen Betrag hätten zahlen müssen, um eine Widerklage erweitert worden (ohne Hinweis auf Mehrkosten dafür).

Am 3.12.2010 ca. hat das Gericht II. Instanz (OLG) dann in einem Sitzungsprotokoll den Streitwert auf 3.535,10 Euro festgesetzt und entspr. wurden die Anwaltskostenrg. II. Inst. sowie eine Gerichtskostenrg. (alle ca. Dezember bzw. die GK-Rg. im Januar bezahlt) gefertigt.

Auf die Frage der Bekl., wie denn der hohe Streitwert von 3.535,10 Euro zustandekommt, schreibt deren RA jetzt, dass dies durch die Addition der Werte zur Klagereduzierung I. Instanz und die Widerklage komme.

Die Bekl. schreiben ihrem RA jetzt:
...
auf Ihr heutiges Antwortschreiben zu nachstehender Anfrage teile ich mit, dass mich diese Auskunft nicht befriedigt.

Wenn möglich bitte ich Sie gegen den Streitwertfestsetzungsbeschluss

Beschwerde

einzulegen mit der Begründung, dass die Klageansprüche der Klage und Widerklage gegenstandsgleich sind und es sich bei der geltendgemachten Minderung der Forderung I. Instanz und der Rückforderung der zu viel gezahlten Beträge um denselben Anspruch handelt. Entsprechend sind die Gerichtskostenrg. II. Instanz und die Anwaltsrechnungen II. Instanz auf den geringen Streitwert zu reduzieren.

Es hätte auch keiner Widerklage bedurft, falls diese sich wirklich streitwerterhöhend auswirken sollte, denn die Zuvielzahlung wäre auch so rechnerisch festzustellen gewesen und mit Sicherheit freiwillig zurückgezahlt worden.

Weiterhin ist zu sehen, dass die Zuvielzahlung von mir nur aufgrund Ihres Schreibens vom 14.5.2010 erfolgt ist, mit dem Sie mir trotz der Ihnen bekannten Berufungsmöglichkeit und meiner Absicht dazu zumindest wegen Teilbeträgen mich zu der Zahlung der gesamten Summe auffordern. Ich musste daher davon ausgehen, dass dies zur Vermeidung von Nachteilen durch ZV. u. Ä. erforderlich ist.
Soweit mir aus diesen Fehlern Schäden entstehen könnten, bitte ich die Angelegenheit Ihrer Haftpflichtversicherung zu melden und ...
(Ende Auszüge Schreiben).

Haben die Beklagten Recht?
Ist der Streitwertbeschluss zu ändern?
Was sind die entspr. §§ im GKG zur Regelung von gegenstandsgleichen und gegenstandsverschiedenen Klagen u. Widerklagen?
Gibt es Literatur dazu oder Urteile?
Sollte im jetzt laufenden Kostenausgleichsverfahren mitgeteilt werden, dass gegen die Streitwertfestsetzung Beschw. / Erinnerung eingelegt ist bzw. wird?
Können die Beklagten dies selbst machen oder sollte ihr RA das tun?

Herzlichen Dank für Antworten in dieser für mich ungewohnten Materie (GKG / RVG, kenne mich nur in der KostO, § 44, aus, wo es m. E. keine Frage wäre, dass hier Gegenstandsgleichheit vorläge).