Ergebnis 1 bis 5 von 5

Thema: Auflassungsvormerkung für Teilflächen

  1. #1
    Interessierter
    Beruf
    Rechtspfleger
    Registriert seit
    08.04.2008
    Ort
    -
    Beiträge
    50

    Auflassungsvormerkung für Teilflächen

    Hallo Leute,
    ich habe ein Problem, das mir Kopfzerbrechen bereitet.

    Im Grundbuch sind zwei Brüder als Miteigentümer eines Grundstücks zu je 1/2 eingetragen.
    Nun wollen sich diese in der Form auseinandersetzen, dass einer Alleineigentümer einer noch zu vermessenden Teilfläche und der andere Alleineigentümer der Restfläche wird.
    Nun soll aber je eine Auflassungsvormerkung am ganzen Grundstück zur Absicherung des jeweiligen Übereignungsanspruch eingetragen werden.

    Ich bin nun im Zweifel. In der Literatur ist des öfteren zu lesen, dass eine Vormerkung für eine Teilfläche nicht an einem Miteigentumsanteil eingetragen werden kann (obwohl ich glaube, dass sich das zumeist auf WEG bezieht), allerdings glaube ich nicht, dass eine AV zugunsten des Bruders 1 am ganzen Grundstück eingetragen werden kann, wenn dieser bereits Miteigentümer dieses Grundstücks ist.

    Können diese AV´s überhaupt eingetragen werden? Wenn ja, wie, wo und warum?

    Vielen Dank schonmal

  2. #2
    Club 8.000
    Beruf
    Rechtspfleger
    Registriert seit
    02.11.2007
    Beiträge
    8.635
    Die Auseinandersetzung einer Bruchteilsgemeinschaft untereinander erfolgt durch Übertragung des jeweiligen Miteigentumsanteils. Belastungsgegenstand ist daher der Miteigentumsanteil und nicht das Grundstück als Ganzes. Umgekehrt könnte die Vormerkung nicht am Anteil lasten, wenn sie sich (bei einer Auflassung an einen Dritten) auf den gesamten Grundstücksteil beziehen würde. Eingetragen werden könnte (nach entsprechender Abänderung der Bewilligung): "Am Anteil Abt. I/... : Auflassungsvormerkung bezüglich einer Teilfläche von ca. ... m²; gemäß Bewilligung vom ...; eingetragen am ...;"

  3. #3
    Club 8.000
    Beruf
    Rechtspfleger
    Registriert seit
    02.11.2007
    Beiträge
    8.635
    Zitat Zitat von Zutautas Beitrag anzeigen
    Nun soll aber je eine Auflassungsvormerkung am ganzen Grundstück zur Absicherung des jeweiligen Übereignungsanspruch eingetragen werden.
    (Zufällig) noch gefunden: Aufgelassen werden darf nur der Miteigentumsanteil, nicht der ganze Grundstücksteil (vgl. Schöner/Stöber Rn 978).

  4. #4
    Stammgast Avatar von Alpinschussel
    Beruf
    Bezirksnotar
    Registriert seit
    11.11.2009
    Ort
    Württemberg
    Beiträge
    167
    Zitat Zitat von Zutautas Beitrag anzeigen
    Ich bin nun im Zweifel. In der Literatur ist des öfteren zu lesen, dass eine Vormerkung für eine Teilfläche nicht an einem Miteigentumsanteil eingetragen werden kann
    Die Vormerkung geht ja auch nicht auf eine Teilfläche, sondern nur auf den MEA an einer Teilfläche. So würde ich es auch im Grundbuch formulieren:

    Lastend auf dem Miteigentumsanteils von X Abt. I Nr. 1a:
    Vormerkung zur Sicherung des Anspruchs von Y auf Übertragung des Eigentums an dem Miteigentumsanteil an einer Teilfläche von ca. z m²

  5. #5
    Club 17.000
    Beruf
    Rechtspfleger
    Registriert seit
    06.05.2009
    Beiträge
    17.716
    Der von meinem Vorredner genannte Punkt ist der entscheidende: Die beiden Anspruchsgläubiger sind bereits Miteigentümer der Gesamtfläche und deshalb gehen Anspruch und Vormerkung nur auf den jeweils anderen Miteigentumsanteil an der jeweiligen Teilfläche. Damit sind keine Vormerkungen am Grundstück, sondern nur Vormerkungen am jeweiligen Miteigentumsanteil möglich. Daraus folgt zugleich, dass die Vormerkungen auch nicht in einem Rangverhältnis zueinander stehen (unterschiedliche Belastungsgegenstände).

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •