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Thema: gerichtlicher Prüfungsumfang Abrechnung Zwangsverwalter

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  1. #1
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    gerichtlicher Prüfungsumfang Abrechnung Zwangsverwalter

    Der Institutsverwalter hat mehrere Grundstücke in der Verwaltung, die u.a. mit einem großen Objekt überbaut sind. Da es für ihn eine wirtschaftliche Einheit ist, hat er ein Sammelkonto und verteilt nach einem willkürlichen Schlüssel, den er sich selbst überlegt hat, die Einnahmen. So kommen u.a. Einnahmen auf ein unbebautes Grundstück, für das gar keine Einnahmen erzielt werden. Nach Hinweis auf den Mangel (was nicht der einzige ist) und Darlegung, den Institutsverwalter abzusetzen wurde von der Bank die Aufhebung beantragt.
    Nach Aufforderung bucht er nun im Rahmen der Schlussrechnung auf Einzelkonten, dabei ist aber einiges schief gegangen. Im Übrigen erklärt er mir immer wieder, dass es ihm nicht möglich ist, die Abrechnung anders zu fertigen. Die betreibende Bank hat schon vorab erklärt, dass sie gegen die Abrechnung keine Einwände hat.
    Mir stellt sich nun die Frage, ob ich in dem Wissen, dass die Abrechnung sehr mangelhaft und für mich gar nicht prüfbar ist, den Schuldner unter Hinweis auf die Mängel noch abfrage, ob auch er die Abrechnung anerkennt und für mich ist der Fall abgeschlossen oder ob ich die Abrechnung durch einen unabhängigen Gutachter (ähnlich der Inso-Schlussrechnungen) prüfen lasse und die Kosten dafür als gerichtliche Auslagen in die Kostenrechnung einstelle. Habe ich überhaupt diese Möglichkeit? Habe dazu keine Fundstelle. Muss ich mich so reinhängen, oder kann ich mich unter Hinweis auf Mängel zurücklehnen und es den Beteiligten überlassen, was sie draus machen?

  2. #2
    Gehört zum Inventar Avatar von fossil75
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    ... wurde von der Bank die Aufhebung beantragt.
    Ich gehe mal davon aus, dass das (oder die) Verfahren deswegen aufgehoben wurde(n).

    ... und es den Beteiligten überlassen, was sie draus machen?
    Ja.
    Das Verfahren ist beendet; das Gericht ist raus.
    Es ist nicht Aufgabe des Gerichts, nach Verfahrensaufhebung (insbes. wegen erfolgter Antragsrücknahme) die Rechte der ehemaligen Verfahrensbeteiligten wahrzunehmen.

    ... den Schuldner unter Hinweis auf die Mängel noch abfrage, ...
    Wenn das Verfahren aufgehoben wurde, gibt es keinen Schuldner mehr, den das Gericht auf irgendwas hinzuweisen hat.

  3. #3
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    Die mangelhafte Rechnungslegung und die Androhung der Absetzung hat mit Sicherheit den Antrag auf Aufhebung der Verfahren ausgelöst.
    Ich habe aber das Problem, dass auch die Schlussrechnung für den Gläubiger und Schuldner gelegt wird. Eine Einschränkung im Falle der Aufhebung kann ich nicht finden.
    Außerdem muss ich als Gericht die sachliche und rechnerische Richtigkeit der Abrechnung prüfen. Auch hier habe ich das Problem, dass Buchungen regelrecht falsch erfolgt sind. Somit kann ich die sachliche und rechnerische Richtigkeit nicht feststellen.

  4. #4
    Club 3.000 Avatar von Patweazle
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    Wie in Betreuungssachen:
    Feststellen, dass die sachliche und rechnerische Richtigkeit nicht bescheinigt werden kann und die Parteien ggf. auf den Zivilrechtsweg verweisen.
    "Ihr Recht bekommen die Leute bei mir, aber nicht ihren Willen!" (PuCo)

    Wir Zauberer wissen über sowas Bescheid!

  5. #5
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    Ich würde den Zwangsverwalter anhalten, seine Arbeit ordentlich zu erledigen, falls das nicht fruchtet ein Zwangsgeldverfahren durchführen (natürlich einschließlich Vollstreckung, meistens hilft spätestens das). Wenn dann alles auch nicht hilft, dies Gläubiger und Schuldner mitteilen und auf den Klageweg verweisen.
    "Just 'cos You got the Power, that don't mean You got the Right!" ((c) by Mr. Kilmister)

    Aus traurigen gegebenem Anlass ergänzt: "Killed by Death" (ebenfalls (c) by Lemmy)

  6. #6
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    #4:

    Woraus berechne ich dann die Gerichtskosten. Masse lässt sich ja in den einzelnen Verfahren nicht bestimmen?

  7. #7
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    Entweder die Aufteilung beibehalten oder ein "Hauptgrundstück" suchen, dem alles zugeordnet wird und bei den anderen Mindestgebühren.

    Und GAAANZ wichtig: Namen notieren und Punkte notieren, damit er nie wieder eine Verwaltung bekommt, auch nicht als Institutsverwalter!!
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    Aus traurigen gegebenem Anlass ergänzt: "Killed by Death" (ebenfalls (c) by Lemmy)

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