Ergebnis 1 bis 8 von 8

Thema: Unklarer Verwalternachweis

  1. #1
    Noch neu hier
    Beruf
    Rechtspfleger
    Registriert seit
    11.05.2017
    Beiträge
    4

    Unklarer Verwalternachweis

    Vielleicht hat von Euch schonmal jemand folgenden Fall gehabt und kann mir helfen:

    Für die Eigentumsumschreibung einer Eigentumswohnung liegt mir die notwendige Verwalterzustimmung vor, soweit alles gut. Als Verwalternachweis ist ein notariell beglaubigtes Bestellungsprotokoll beigefügt, auch ok. Problem ist jetzt der Wortlaut im Bestellungsprotokoll. Dort wurde von der Eigentümergemeinschaft beschlossen, sie Bestellen Ihren Verwalter wieder für Zeitraum XY. Weiter heißt es unter dem Beschluss: Voraussetzung hierfür [also die Bestellung] ist die kurzfristige Umschreibung der aktuellen Treuhandkonten auf die Eigentümergemeinschaft.
    Meiner Meinung nach ist das kein ausreichender Nachweis für die Verwaltereigenschaft. Da ich nicht wissen kann, ob der Verwalter den Auflagen aus den Bestellungsbeschluss nachgekommen ist, weiß ich auch nicht, ob er nun Verwalter ist oder nicht.
    Älterer Kollege meinte dazu nur, ist doch notariell beglaubigt, kümmer dich nicht drum, passt schon.
    Habe dann mal noch einen Richter bei uns gefragt, der meinte nur, ganz gefährlich, seiner Meinung hätten die Eigentümer Ihren Verwalter nicht unter Bedingungen bestellen dürfen, die Bestellung wäre nichtig und die Zustimmungserklärung wertlos.
    Habt Ihr da was für mich?

    Danke, Christian

  2. #2
    Club 1.000-Anwärter
    Beruf
    Rechtspfleger
    Registriert seit
    19.09.2010
    Beiträge
    798
    Die Verwalterbestellung ist offensichtlich unter einer Bedingung erfolgt (Umschreibung der Treuhandkonten). Zu einer Bedingung im Rahmen einer Verwalterbestellung siehe hier: http://rechtspflegerforum.de/showthr...l=1#post596021
    Geändert von Thorben (11.05.2017 um 21:18 Uhr) Grund: ein Wort gestrichen

  3. #3
    Noch neu hier
    Themenstarter

    Beruf
    Rechtspfleger
    Registriert seit
    11.05.2017
    Beiträge
    4
    Vielen Dank für die schnelle Hilfe.

  4. #4
    Noch neu hier
    Themenstarter

    Beruf
    Rechtspfleger
    Registriert seit
    11.05.2017
    Beiträge
    4
    Habe den Verwalternachweis zurückgewiesen und mich auf die Bedingungsfeindlichkeit berufen. Hatte dann vorhin einen sehr verärgerten Notar am Telefon. Seiner Meinung nach ist dem nicht so, er beruft sich hier auf Bärmann, 13. Auflage §26 Rn57, wo die Entscheidung des Kammergericht Berlin, OLGZ 1976, 266/270 ausdrücklich in Frage gestellt wird.
    Ich vertrete die eher die Auffassung, dass gerade weil die Verwaltereigenschaft in kein öffentliches Verzeichnis eingetragen wird, keinerlei Beschränkungen oder Bedingungen aus der Verwalterbestellung zu ersehen sein dürfen.

  5. #5
    Club 3.000
    Beruf
    Rechtspfleger
    Registriert seit
    07.02.2012
    Ort
    Hessen
    Beiträge
    3.187
    Wenn zwei sich streiten, freut sich das Beschwerdegericht. Es steht ihm ja frei, dies überprüfen zu lassen.
    "Just 'cos You got the Power, that don't mean You got the Right!" ((c) by Mr. Kilmister)

    Aus traurigen gegebenem Anlass ergänzt: "Killed by Death" (ebenfalls (c) by Lemmy)

  6. #6
    Noch neu hier
    Themenstarter

    Beruf
    Rechtspfleger
    Registriert seit
    11.05.2017
    Beiträge
    4
    Das würde ich ja gerne verhindern....hast Du vielleicht noch eine weitere Idee für mich?

  7. #7
    Interessierter
    Beruf
    Rechtspflegerin
    Registriert seit
    27.10.2015
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    91
    Stehe zu deiner Entscheidung!
    Wenn dir der Verwalternachweis nicht genügt, dann tut er das nicht.
    Und es ist doch tatsächlich ein Sachverhalt zu dem man die Meinung eines Obergerichtes gut gebrauchen könnte.

  8. #8
    Club 5.000 Avatar von Prinz
    Beruf
    Rechtspfleger
    Registriert seit
    20.04.2009
    Beiträge
    5.502
    Spielbauer hat in der Neuauflage von Spielbauer/Then, WEG, 3. Auflage 2017 in § 26 RN 8 an der hier dargestellten

    http://rechtspflegerforum.de/showthr...63#post1096063

    Ansicht festgehalten, dass die Verwalterbestellung nach zutreffender Meinung aus Gründen der Rechtssicherheit bedingungsfeindlich ist, stellt in Fußnote 67 die für und gegen seine Ansicht sprechenden Meinungen dar, setzt sich mit den Entscheidungen des BGH v. 24. 10. 2005, II ZR 55/04 und v. 24. 10. 2005, II ZR 55/04, die zur Bestellung eines GmbH-Geschäftsführers ergangen sind, auseinander und kommt zu dem Ergebnis, dass diese Entscheidungen auf die Bestellung eines Verwalters einer Wohnungseigentümergemeinschaft nicht übertragbar sind.
    Lieber einen Frosch küssen als eine Kröte schlucken

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •