2 Abgeschlossenheitsbescheinigungen, dann Grundstücksvereinigung und Teilungserklärung

  • Hallo an Alle,

    ein etwas ungewöhnlicher Fall, bei dem ich für Hilfe dankbar wäre:

    Eine Notarin fragt an - es gibt 2 aneinander grenzende Grundstücke mit jeweils einem aufstehenden Gebäude, für die jeweils bereits eine Abgeschlossenheitsbescheinigung erteilt wurde.

    Der Bauträger hat sich nun überlegt, die Grundstücke zu vereinigen und dann eine Teilungserklärung für beide Gebäude beurkunden zu lassen - jedoch aufgrund der beiden schon erteilten Abgeschlossenheitsbescheinigungen. - Ist das zulässig? M.E. wird eine Abgeschlossenheitsbescheinigung für ein Grundstück erteilt. An der Abgeschlossenheit der einzelnen Wohnungen aus den schon erteilten Bescheinigungen ändert sich ja nichts. Aber ich bin mir nicht sicher, ob man eine Teilungserklärung zu 2 Abgeschlossenheitsbescheinigungen errichten kann.

    Wo das Gesetz nicht hilft, da muss Klugheit raten. (J. W. Goethe)

  • Ich sehe da kein Problem. Verschiedene Abgeschlossenheitsbescheinigungen kommen auch vor, wenn das aufzuteilende Grundstück mit mehreren Einfamilienhäusern bebaut wird und die jeweiligen Parteien verschiedene Architekten und/oder Baufirmen beauftragen.

  • Mal eine dumme Nachfrage: Wenn ich zwei Abgeschlossenheitsbescheinigungen habe (z. B. für zwei nebeneinander liegenden Mehrfamilienhäusern), muss dann die Nummerierung fortlaufend sein (z. B. Haus 1: Wohnungen 1 - 5, Haus 2: Wohnungen 6-10)? Oder geht auch Haus 1 - Wohnungen 1 - 5, Haus 2 - Wohnungen 1 - 5? Oder ist das völlig wurscht?

  • Mal eine dumme Nachfrage: Wenn ich zwei Abgeschlossenheitsbescheinigungen habe (z. B. für zwei nebeneinander liegenden Mehrfamilienhäusern), muss dann die Nummerierung fortlaufend sein (z. B. Haus 1: Wohnungen 1 - 5, Haus 2: Wohnungen 6-10)? Oder geht auch Haus 1 - Wohnungen 1 - 5, Haus 2 - Wohnungen 1 - 5? Oder ist das völlig wurscht?

    Geht auch.

    OLG Frankfurt a. M. Beschl. v. 17.2.2022 – 20 W 261/20:

    „[…] Entgegen seiner Ansicht enthalten die einzelnen Teileigentumseinheiten im Lageplan eine hinreichend unterscheidbare Nummerierung. Nach § 7 Abs. 4 S. 1 WEG müssen aus dem Lageplan neben der Aufteilung des Gebäudes und des Grundstücks die Lage und Größe der im Sondereigentum und der im gemeinschaftlichen Eigentum stehenden Teile des Gebäudes und des Grundstücks ersichtlich sein und alle zu demselben Wohneigentum gehörenden Einzelräume und Teile des Grundstücks mit der jeweils gleichen Nummer gekennzeichnet werden. Dabei kann es ausreichen, wenn die Nummern nicht fortlaufend sind, sondern sich z.B. auch durch Beifügung eines Buchstabens unterscheiden (Jennißen/Abramenko, WEG, 7. Aufl. 2021, § 7 Rn. 35 m.w.N.). […]“

    Speziell zur Mehrhausanlage -> Ring/Grziwotz/Schmidt-Räntsch, BGB Sachenrecht, WEG § 7 Rn. 5: „(zB Haus I Wohnung 1, Haus II Wohnung 1 usw.)“.

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