Grundaktenheftung

  • Ich habe da mal eine ganz praktische Frage:

    Wie werden bei Euch Urkunden abgeheftet, die mit metallenen Lochverstärkerringen* und Schnur verbunden sind? Die normalen Heftklammern passen nicht durch die Lochverstärkerringe*. Unsere MitarbeiterInnen legen jetzt diese Urkunden en bloc aber lose mit der Aufschrift "Kann nicht geheftet werden" in die Grundakte. Das ist doch nicht im Sinne der Erfinderin, oder?

    *Wortschöpfung, kann gerne durch einen Fachbegriff ersetzt werden

  • Die Urkunden (ja, es sind auch noch mehrere!) bilden einen Stapel von gut 2 cm, da macht eine Klarsichthülle wenig Sinn.

    Ösen - danke für den Hinweis! :abklatsch Diese verstärken leider genau die für die Heftung definierten Löcher an der langen Seite - da kann man nicht einfach daneben lochen.

  • Klebe-Heftstreifen (liebevoll genannt: Aktendulli) oder sog. Archivbinder; letztere haben schmale Plastikstreifen, die passen auch durch die Ösen. Urkunden mit Kaufhaus-Katalog-Dimensionen bekommen einen Anlageordner. Ich warte nur auf den Tag, wo man solche Monster nachträglich einscannen soll.

    Ich hab es wirklich versucht! Aber es geht einfach nicht komplizierter...

  • Klebe-Heftstreifen (liebevoll genannt: Aktendulli) oder sog. Archivbinder; letztere haben schmale Plastikstreifen, die passen auch durch die Ösen. Urkunden mit Kaufhaus-Katalog-Dimensionen bekommen einen Anlageordner. Ich warte nur auf den Tag, wo man solche Monster nachträglich einscannen soll.

    Ja, das haben wir auch für Sonderfälle (und es gibt Urkunden, die bekommen einen eigenen Leitz-Ordner).

    Was man dabei schnell lernt: Niemals mehr in eine Urkunde packen, als in einen Leitz-Ordner passt, sonst wird das mit der Verbindung mit Schnur und Siegel ein echtes Problem. Kommt zum Glück nicht ganz so oft vor.

    Wozu braucht man alte Grundakten digital?

    Da müsste man ja über 100 Jahre alles einscannen...

    Da gibt es schon Leute, die das vorschlagen. Am besten noch mit OCR, was ja bei Handschriften so gut funktioniert...

    "Allen ist alles egal, außer der Handyvertrag" - Kraftklub

  • Wozu braucht man alte Grundakten digital?

    Da müsste man ja über 100 Jahre alles einscannen...

    Vielleicht möchte man die Eintragungsbewilligungen der bisher eingetragenen Rechte digital -und somit in Echtzeit- zur Verfügung haben?

    Genau so ist es. So werden Forschungsreisen in die alten Akten nicht mehr zur Expedition. Wir scannen gerade über 200 Jahre und müssen Karten auch noch georeferenzieren.

  • Die Probleme sind nicht unbekannt. Die Lesekompetenz bei Kurrentschrift ist deutlich zurück gegangen. Auf diesem Gebiet gibt es aber auch Bestrebungen, sich da per Automation helfen zu lassen. Wir haben unsere Akten, die wir transkribiert haben, ebenfalls archiviert, um ggfls. dort eine künstliche Intelligenz anzulernen, die dann Transkribtionsvorschläge (!) macht.

    Einen Einblick gibt der Artikel aus der Verbandszeitschrift des Bundes der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure aus dem Jahre 2023:

  • Wozu braucht man alte Grundakten digital?

    Da müsste man ja über 100 Jahre alles einscannen...

    Vielleicht möchte man die Eintragungsbewilligungen der bisher eingetragenen Rechte digital -und somit in Echtzeit- zur Verfügung haben?

    Genau so ist es. So werden Forschungsreisen in die alten Akten nicht mehr zur Expedition. Wir scannen gerade über 200 Jahre und müssen Karten auch noch georeferenzieren.

    Hinsichtlich der alten Grundakten werden das wohl die wenigsten Bundesländer praktizieren. Der Personalaufwand dafür und die dafür entstehenden Kosten dürften viel zu hoch sein.

  • Wozu braucht man alte Grundakten digital?

    Da müsste man ja über 100 Jahre alles einscannen...

    Vielleicht möchte man die Eintragungsbewilligungen der bisher eingetragenen Rechte digital -und somit in Echtzeit- zur Verfügung haben?

    Genau so ist es. So werden Forschungsreisen in die alten Akten nicht mehr zur Expedition. Wir scannen gerade über 200 Jahre und müssen Karten auch noch georeferenzieren.

    Hinsichtlich der alten Grundakten werden das wohl die wenigsten Bundesländer praktizieren. Der Personalaufwand dafür und die dafür entstehenden Kosten dürften viel zu hoch sein.

    Was die politisch Verantwortlichen nicht davon abhalten wird

  • Gerade das hält sie davon ab (zumindest im hiesigen Bundesland). Sonst hätte man mit dem Scannen vielleicht vor 10 Jahren schon einmal angefangen.

  • Ich komm drauf, weil das bei Konzipierung von eAkte immer Thema ist und zunehmend bei Einführung scheitert (huch, kostet ja Personal und Geld).

    Wer noch nie wegen Dabag im Halbdämmer (Licht kaputt) auf dem Bauch (gesuchte Akte stets in Bodennähe) durchs Archiv gekraucht ist, um die Bewilligung für ein Gehrecht, aber nicht zum Viehtreiben für Bauer Schnuffelbatz und Rechtsnachfolger im Besitze von 1878 zu suchen oder eine EU aus einem KV von 2012 unter Verweis auf die Anträge zu § 7 lit c und y auf dem Tisch hat, bei der sich die gebeutelte Geschäftsstelle nen Wolf nach der Urkunde sucht, wird evtl. keinen Vorteil im Scannen sehen und Aufwand und Nutzen in Relation setzen. Hybridakten sind für alle Dauerakten wie Grundbuch, Betreuung u.v.m. keine brillante Idee, sondern - sorry - nur eine halbherzige Digitalisierung.

    Ich hab es wirklich versucht! Aber es geht einfach nicht komplizierter...

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