• Hallo liebe Rechtspflegerinnen, Rechtspfleger,

    wer nutzt denn bei der Auftragserteilung an Sachverständige schon das "Mein Justizpostfach"? Ich bin dort jetzt auch registriert, finde mich aber bei der Suche selber nicht. :(
    Das AG Gütersloh kommuniziert seit kurzen darüber und das funktioniert auch. Wie sieht das allgemein aus? Wird das genutzt oder sind da noch zu viele "Kinderkrankheiten"? :/
    Grüße aus Gütersloh

    Lothar Middel

  • wir benutzen das sehrsehr gern; aktiv wie passiv-aber ich persönlich: keine Ahnung, wie das mim Suchen und Finden genau ist

    Wir stehen mit unseren SVs im Austausch und wer das hat, soll es uns und die SafeID mitteilen; dann wird das eingepflegt und kann benutzt werden

    (bestimmt kann man die SafeID auch aus einer eingehenden Nachricht entnehmen und in das System einpflegen, aber das ist eher Sache meiner Geschäftsstelle)

    Ich kaufe ein "I" und möchte lösen! -BOCKWURST-


    Wenn ich sterbe, sollen meine Überreste in Disneyland verstreut werden.
    Außerdem möchte ich nicht verbrannt werden.

  • Ich würde auch Sachverständigen-Aufträge elektronisch verschicken, meines Wissens haben wir hier aber noch keine SafeID von Sachverständigen bekommen.

    Aus meiner Perspektive als auch privater Nutzer eines eBO (und kurzzeitiger MJP-Nutzer): Meines Erachtens ist das MJP gerade im professionellen Einsatz nur sehr eingeschränkt zu empfehlen. Zudem ist das MJP immer mit der Privatadresse verknüpft, die von der beruflichen abweichen kann.

    Ich zitiere mich mal selbst:

    Die Computerzeitschrift c't stellt in einem aktuellen Artikel (Heft 7/24, S. 158) eBo und MJP vor und kommt für das MJP zu dem Fazit, dass das MJP wegen der zahlreichen Fehlfunktionen im jetzigen Zustand kaum zu gebrauchen ist.

    Umständlich in der Handhabung ist das MJP schon von Haus aus durch die Koppelung an die Bund-ID und den ePerso. Schon das muss man mögen oder zumindest hinnehmen.

    Die fehlende eEB-Möglichkeit, die fehlende Mailbenachrichtigung und die nur sehr eingeschränkte Interaktionsmöglichkeiten zB mit beA-Konten disqualifizieren das MJP meines Erachtens für den Einsatz im beruflichen Kontext (der laut MJP-Hotline ohnehin nicht vorgesehen ist).

  • Ich finde dich in unserem Justizadressbuch (Für die ForumStar-Nutzer: Aufruf über Formular 4198), dein Postfach ist in Ordnung.

    Wahrscheinlich ist das Problem, dass das MJP nur für die Kommunikation Bürger - Behörde und nicht für Bürger - Bürger konzipiert ist. Daher findest du weder dich noch andere natürliche Personen.

    Ich habe schon einige Betreuer, die das nutzen. Die sind, bis auf einige Kleinigkeiten, alle recht zufrieden. Deren Schriftsätze kommen bei mir an und ich verschicke regelmäßig erfolgreich an die MJP-Konten.

  • Danke für die bisherige Info.
    Würde ja gerne auf meiner Internetseite darauf aufmerksam machen. Aber wenn man mich unter meinem Namen oder unter "Sachverständigenbüro" nicht findet, dann macht das vorläufig keinen Sinn.

    Allen erstmal ein schönes Wochenende.

  • Würde ja gerne auf meiner Internetseite darauf aufmerksam machen. Aber wenn man mich unter meinem Namen oder unter "Sachverständigenbüro" nicht findet, dann macht das vorläufig keinen Sinn.

    "Man" findet dich absichtlich nicht. Das MJP ist nicht für Kommunkation zwischen Bürger-Bürger gemacht. Das wäre auch sonst ein rießiges Datenproblem, weil jeder dich mit deiner Privatadresse finden könnte.

    Die Gerichte können dich aber über die entsprechende Suche durchaus darüber finden (wie Corypheus bereits gesagt hat).

  • Also als "öffentlich besdtellter und vereidigter Sachverständiger für Immobilienbewertung" sollte ich schon gefunden werden. So gesehen bin ich keine Privatperson. Zumal die Privatadresse auch die Büroadresse ist.

  • Danke für die bisherige Info.
    Würde ja gerne auf meiner Internetseite darauf aufmerksam machen. Aber wenn man mich unter meinem Namen oder unter "Sachverständigenbüro" nicht findet, dann macht das vorläufig keinen Sinn.

    Allen erstmal ein schönes Wochenende.

    Die Frage wäre, welchen Personenkreis du aufmerksam machen willst. Ist es die Justiz, dann wäre ein solcher Hinweis schon sinnvoll. Wie Corypheus finde auch ich dich in unserem Verzeichnis. Das heißt, du bist durch die Justiz auf jeden Fall elektronisch adressierbar.

  • Also als "öffentlich besdtellter und vereidigter Sachverständiger für Immobilienbewertung" sollte ich schon gefunden werden. So gesehen bin ich keine Privatperson. Zumal die Privatadresse auch die Büroadresse ist.

    Das MJP macht aufgrund seiner rein auf die private Nutzung ausgerichteten Zielsetzung alle dort registrierten Bürger zu Privatpersonen. Man ist dort nie in seiner beruflichen Eigenschaft registriert. Eine Kommunikation zwischen Privatpersonen ist beim MJP nicht vorgesehen.

    In den MJP-FAQ gibt es u.a. die Antwort auf die Frage

    "Kann ich das MJP in meiner Arbeit als professionelle Verfahrensbeteiligte im elektronischen Rechtsverkehr (z.B. Sachverständige, Dolmetscher) nutzen?"

  • Sehr geehrter Herr Middel,

    ich bin in unserem Haus der Zuständige im elektronischen Datenverkehr über eBo und habe den Eindruck Ihnen ist nicht ganz klar was Ihre MJP Adresse bedeutet. Das ist nicht einfach eine weitere email Adresse sondern ein gerichtsfester Zustellweg an Ihre Person. Ich selbst habe mich auch entsprechend bei MJP als Privatperson registriert weil ich das Protokoll auf der Arbeit mit großer Begeisterung einsetze.

    "Mein Justizpostfach" bedeutet einen Übertragungsweg namens: "elektronischen Bürger- und Organisationenpostfach" kurz eBO. Dieses bedeutet einen sicheren Übermittlungsweg im juristischen Sinn. Dokumente, etwa Anträge bei Gericht können Sie mit dieser Adresse einfach Signiert übertragen. Es genügt dann wenn unter dem Antrag etc einfach Ihr Name in Druckbuchstaben steht. Da das Dokument aus Ihrem MJP nur von Ihnen stammen kann.

    Sie entsinnen sich, der Registrierungsprozess für MJP lief über Ihren Personalausweiß und diverse Schritte. Es ist nicht möglich sich ein zweites MJP einzurichten, da dieses nur an Sie gerichtet sein kann.

    Im beruflichen Bereich mit eBo zu arbeiten ist wiederum auch sehr attraktiv. Die Einrichtung des Postfachs muss von einem Notar verifiziert werden und gilt dann entsprechend für Ihre Tätigkeit/Firma/Gesellschaft, die Kommunikation darüber ist wunderbar verbindlich, übertragen werden grundsätzlich keine Textnachrichten wie in emails, sondern immer nur PDF oder andere Dateien mit entsprechendem Inhalt. Dazu immer Zertifikate, dass die Nachricht entsprechend versendet und empfangen wurde. Die eigentlichen Adressen wirken wie kryptische Zahlenreihen und haben keinerlei Inhalt über ihren Absender. Diese lassen sich über die Nachricht selbst auslesen (Versender und Empfänger). Prinzipiell finde ich es Sinnvoll so eine Adresse als Sachverständiger auf einer Homepage anzugeben. Hier kann man direkt in die Kommunikation gehen.

    Eine Suchfunktion steht mir auf der Arbeit auch zur Verfügung allerdings sind nur eingetragene Stellen (Gerichte/Gemeinden/Firmen/Steuerberater/Rechtsanwälte etc. leicht finden wenn vorhanden. Privatpersonen können hier gar nicht zu sehen sein, die Suchfunktion listet beispielsweise auch alle Einträge zu Straße oder PLZ deutschlandweit heraus, das können dann leicht viele hundert Einträge sein. Das darf mit Ihrer privaten MJP Adresse mit enthaltener Postadresse nicht möglich sein.

    In MJP ist mir aufgefallen, dass die Suchfunktion weit aus eingeschränkter ist. Ich habe im Grunde nur Gerichte finden können, unsere Firma nicht. Gleichwohl könnte ich sicherlich mit der eBo Save ID Adresse eine Nachricht von meinem MJP an die eBo Adresse meiner Firma schicken.

    Fazit, Glückwunsch zum zeitgemäßen Postfach als Privatperson, das MJP kann sich mangels Alternativen nur durchsetzen und eigentlich läuft es auch sehr stabil und sicher, ich arbeite sehr gerne damit. Als Sachverständiger müssen Sie sich aber hierfür ein eigenes Postfach einrichten. Das ist nicht freemail und kostet dauerhaft Geld um es gewerblich zu nutzen. Die Einrichtung mit einem Notar und weiterhin die Lizenz für eine Software um Nachrichten senden und empfangen zu können. Das ist nicht billig, dann sind Sie auch als Sachverständiger zu finden aber auch nur mit den Suchfeldern Name/Firma, Straße, PLZ, Ort usw. Diese Suche ist nicht für Werbung sondern um jemand bestimmtes zu finden, den Sie schon kennen. Von der Suchfunktion Ihres MJP werden Sie sich als Sachverständiger (wenn so eine Adresse angelegt wäre) vermutlich auch nicht sehen, es soll dort schließlich um Ihre private behördliche Kommunikation gehen.

  • Im beruflichen Bereich mit eBo zu arbeiten ist wiederum auch sehr attraktiv. Die Einrichtung des Postfachs muss von einem Notar verifiziert werden...

    Die Verifizierung über einen Notar ist nur dann erforderlich, wenn man keine elektronische Identifizierungsmöglichkeit hat, siehe https://egvp.justiz.de/buerger_organisationen/index.php. Wer ein MJP hat, wird über einen ePerso verfügen. Ich habe jedenfalls für mein eBO keinen Notar benötigt.

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