Beiträge von TL

    Was spricht gegen den Grundsatz, die Wirksamkeit der Ausschlagungserklärung erst im ev. Erbscheinsverfahren zu prüfen?

    (Ich meine, mich würde es schon interessieren, aber für die Akte...)

    Viel. Weil man auch ohne Erbscheinsverfahren prüfen muss, ob zum Beispiel die nachfolgenden Verwandten zu benachrichtigen sind, Nachlasspflegschaft angeordnet werden muss usw.

    Na ja…also ganz so ist es ja nicht, dass man dem NLG da irgendwelche Dinge „hinrotzen“ könnte und dann das Gericht bitteschön alles selbst machen soll.

    Der ESA muss schon so konkret sein, dass eine Erteilung des begehrten ES auch möglich ist. Das sehe ich hier nicht. Es geht ja nicht nur um Beweismittel sondern ganz essenziell um die gesetzlich geforderten Angaben zu den Verwandtschaftsverhältnissen.

    Gerne wiederhole ich mich: Es werden Ausführungen zu Verwandtschaftsverhältnissen 4. Ordnung (Geschwister des Erblassergroßvaters?) gemacht. Damit ist also nicht nur die II. sondern auch die 3. Ordnung „offen“? Krass.

    Ich bin dafür, einen fähigen Nachlasspfleger zu bestellen. Und der Antragstellerin zu sagen, dass die Entscheidung über den ESA solange zurückgestellt wird, bis die Ermittlungen des Gerichts abgeschlossen sind.

    Kann man vielleicht bitte einfach mal einen Sachverhalt logisch aufbauen und schreiben?

    Sowas wie: Die Antragstellerin aus der III. Ordnung will einen Erbschein, kann aber weder ihrer eigenen Verwandtschaftsverhältnisse und die weiterer Erben in III. Ordnung darlegen noch urkundlich belegen.

    Darüber hinaus sollen auch Erben II. Ordnung vorhanden sein, zu denen die Antragstellerin keine vollständigen Angaben machen kann und bei denen angenommen werden muss, dass diese Geschwister unter Hinterlassung von Abkömmlingen vorverstorben sind.

    Ich finde es immer wieder schwer zu verstehen, was als Sachverhalt eingestellt wird. Und wenn ich „Neffe 2. Grades“ lese, dann muss ich ohnehin schon als Erbrechtler die Augenbraue hochziehen.

    Hab ich den Sachverhalt richtig wiedergegeben? Ist das das Problem des Falles?


    Darf ich noch fragen, welcher Nachlass vorhanden sein soll? So ein ESA kommt doch wohl nicht aus dem Nichts? Wie lange ist der Erbfall her? Wer kümmert sich seither um den Nachlass?

    Wie können Neffen in III. Ordnung Erben werden?

    Was ist mit dem einen Geschwisterteil der Erblasserin?

    In welcher Ordnung sind nun die Erben? II. oder III.?

    Mein erster Gedanke: Nachlasspflegschaft. Der Antrag geht so schnell nicht durch.

    Wer sind die? Die gesetzlichen Erben?

    Wenn ja, wird es wohl um Auslegungsfragen hinsichtlich des Testaments oder dessen Wirksamkeit gehen…

    Ja?

    Wenn sich dabei dann Fragen für den Pfleger ergeben, kann er sich entweder an das Gericht oder die potentiellen Erben oder wen auch immer wenden, um weitere Auskünfte zu erhalten. Alles eine Frage des Wirkungskreises.

    Nochmals verdeutlichend und weil es viele Dinge so schön zusammenfasst, möchte ich den vorangegangenen Post aus der Diskussion hier im Vollzitat wiederholen.

    Ich kann noch nicht nachvollziehen in welchen Fällen eine solche Bestellung wohl des häufigeren erfolgt. Aber es ist wohl zunächst auch zu beachten, was überhaupt der Aufgabenbereich des so bestellten Pflegers ist. Insofern kann man die pauschal gestellte Frage leider nicht pauschal beantworten.

    Der Verbleib von Guthaben in 5stelliger Höhe ist keine Dauerlösung. Soll sich das Geld auflösen oder wie soll das in Zukunft werden?

    Wenn anzunehnen ist, dass ohne eine Tätigkeit des Gerichts die Erben nicht ermittelt werden und entsprechende Nachlassmittel vorhanden sind, ist dies ein Fall des § 1960 BGB. Anordnung der Nachlasspflegschaft von Amts wegen.

    Neues Recht wird angewandt. Das Adoptivkind war am 01.01.1977 noch minderjährig. Deswegen Umwandlung in neues Recht.

    Bei DDR-Adoptionen (soweit hier zutreffend) findet zudem immer eine starke Wirkung statt.