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Thema: Kosten der Nachtragsliquidation einer vermögenslosen GmbH

  1. #1
    Stefan M.
    Gast

    Kosten der Nachtragsliquidation einer vermögenslosen GmbH

    Liebe Rechtspfleger,

    über eine vermögenslose GmbH wird eine Nachtargsliquidation angeordnet, da offenbar noch ein Rechtsstreit anhängig ist (GmbH als Beklagte).
    Ein Rechtsanwalt wird zum Nachtragsliquidator bestellt.
    Wie rechnet der Anwalt als Nachtragsliquidator ab?
    Keine Abrechnung nach RVG, da Nachtragsliquidation keine Anwaltstätigkeit darstellt. Grundsätzlich soll wohl die Vergütung in entspr. Anwendung der InsVV über die Vergütung des Insolvenzverwalters zu bestimmen sein.

    Wie wird dies allerdings festgesetzt, wenn kein Vermögen der GmbH vorhanden ist?
    Wird auf den Streitwert der noch anhängigen Klage abgestellt?
    Kann der Anwalt als Nachtragsliquidator auf Stundenhonorar abrechnen, wenn ggf. der Antragsteller der Nachtragsliquidation zustimmt?

    Wäre prima, wenn hierzu jemand weiterhelfen könnte, ev. auch Literaturhinweise hätte.

    Vielen Dank vorab!

    Stefan

  2. #2
    Club 9.000 Avatar von Gegs
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    Ich denke, dass die InsVV als Grundlage der Verwaltervergütung nicht heranzuziehen ist. Wahrscheinlich wäre die Vergütung auszuhandeln, da ein vergleichbarer Geschäftsführer oder Liquidator dies auch tun muss.
    Er versprach auf mich zu warten, wann und wo auch immer, denn ich könnte ihn ja brauchen. Und ich brauche ihn - wie schon immer. Er ist eben mein Hund. (Gene Hill)

    "Vergiß der Dich bezahlt hat, Dich versichert und verplant hat, licht Dein' Anker, mach blau!" (Basta)

  3. #3
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    Hilft evtl. § 273 IV 2 AktG i. V. m. § 265 IV AktG (jeweils in entsprechender Anwendung) und die dazu gehörige Kommentierung schon weiter?

    Wenn allerdings die GmbH vermögenslos ist, wird dort wohl nichts zu holen sein ...
    Wer früh zerknittert aufsteht, hat tagsüber viele Entfaltungsmöglichkeiten.

  4. #4
    Club 1.000 Avatar von mikschu
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    um rita gress zu ergänzen: ....und der Nachtragsliquidator bekommt nicht......doch....nen freundlich gesinnten Rpfl.....und das sollte es doch mal wert sein, für den fall, dass tatsächlich mal eine Nachtragsliquidation mit Vermögen kommt...
    I'm Groot!

  5. #5
    Manni0815
    Gast
    Zitat Zitat von Stefan M. Beitrag anzeigen

    über eine vermögenslose GmbH wird eine Nachtargsliquidation angeordnet, da offenbar noch ein Rechtsstreit anhängig ist (GmbH als Beklagte).
    Wie kommt es denn eigentlich, dass hier überhaupt eine Nachtragsliquidation angeordnet wird? Das geschieht doch eigentlich nur, wenn verteilbares Vermögen vorhanden ist (§ 66 Abs. 5 GmbHG). Aber im Passivprozess?

  6. #6
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    Zitat Zitat von Manni0815 Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Stefan M. Beitrag anzeigen

    über eine vermögenslose GmbH wird eine Nachtargsliquidation angeordnet, da offenbar noch ein Rechtsstreit anhängig ist (GmbH als Beklagte).
    Wie kommt es denn eigentlich, dass hier überhaupt eine Nachtragsliquidation angeordnet wird? Das geschieht doch eigentlich nur, wenn verteilbares Vermögen vorhanden ist (§ 66 Abs. 5 GmbHG). Aber im Passivprozess?
    Diese Frage hatte ich mir gestern auch schon gestellt, war aber zunächst einmal davon ausgegangen, dass die Bestellung nicht nach § 66 V GmbHG, sondern analog § 273 IV AktG erfolgt ist.
    Wer früh zerknittert aufsteht, hat tagsüber viele Entfaltungsmöglichkeiten.

  7. #7
    Club 1.000 Avatar von bjk_rpf
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    Die Frage der Vergütung sollte der zu bestellende Nachtragsliquidator tunlichst vor seiner Bestellung klären, damit er nicht leer ausgeht, denn aus der Staatskasse erhält er nichts.

    In der Regel gibt es jemanden, der an der Bestellung eines Nachtragsliquidators ein Interesse hat und die Bestellung beim Gericht beantragt (ohne Antrag geht hier nichts). Dieser jemand sollte auch für die Vergütung der zu bestellenden Person aufkommen.

  8. #8
    ketchup
    Gast
    Ich kenne es eigentlich auch so, dass der vorgesehene Nachtragsliquidator eine Bestätigung gegenüber dem Gericht abzugeben hat, dass er keinerlei Vergütungsansprüche gegen die Staatskasse stellen wird und sich im Vorfeld mit dem Antragsteller über die von diesem zu übernehmende Vergütung einigt. Ansonsten wird nicht angeordnet.

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