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Thema: Vorgehen gegen dienstliche Beurteilung

  1. #1
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    Vorgehen gegen dienstliche Beurteilung

    Hallo,

    ich habe vor 10 Monaten meine periodische Beurteilung bekommen. Ich habe mir das alles erst jetzt anschauen können und dabei einige Unstimmigkeiten entdeckt.

    Für alle die sich fragen warum ich erst jetzt schaue: Ich hatte aus "dienstlichen Gründen" keine Zeit und im Anschluss einen Burnout.

    Wie gehe ich gegen eine dienstliche Beurteilung vor? Gibt es dafür eine Frist?

    VG

  2. #2
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    Besprechung mit dem VL (auf welchen das zumeist übertragen wurde) Fragenkatalog erarbeiten.
    Gespräch immer mit Zeuge führen, niemals alleine. Alles schriftlich festhalten.
    Widerspruch einlegen, wenn keine RB-Belehrung erfolgte, gilt die Frist von 1 Jahr ab Bekanntgabe, soweit
    ich das richtig im Kopf habe.
    Widerspruchsverfahren ist kostenfrei. Überprüfung erfolgt durch das OLG. Dort hat man die Möglichkeit die Beurteilung
    ggf. zu Deinen Gunsten abzuändern. In der Praxis wird dies jedoch wohl eher selten erfolgen.

    Dann nach Zustellung des Bescheids, Klage beim für Dich zuständigen Verwaltungsgericht. Kosten für die 1. Instanz geschätzt ca. 1000 EUR.
    Aussicht auf Erfolg: Vermutlich eher schlecht. ("Google mal: Akt wertender Erkenntnis")
    Soll heißen: Wenn nicht sachfremde Erwägungen vorliegen und z.B. ein halber Punkt weniger, wie ein vergleichbarer Kollege vergeben wurde, bewegt sich der Dienstherr in seinem Ermessensspielraum. Das ist aber zumeist der halbe Punkt, den Du brauchst, um in den Beförderungstopf zu gelangen. Liegen nur formale Gründe vor, kannst Du das auch vergessen. Dann erhältst Du eine gleiche Beurteilung, gleiche Punktzahl nur eben OHNE den formalen Fehler (z.B. falsche Beschreibung Aufgabengebiet usw.... )

    Das Du -was ich unterstelle- eine vermutlich
    schlechtere Beurteilung erhalten hast, ist meiner Meinung nach nicht selten. Da schiesst man dann zurück. Eine andere Möglichkeit bei einem Lebenszeitbeamten besteht ja auch nicht. Trag`s mit Fassung.

    Unser Verband hat da schon so einige Klagen geführt, daher meine Kenntnisse

  3. #3
    Club 1.000 Avatar von Mr.T
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    Zitat Zitat von ulti Beitrag anzeigen
    .. Trag`s mit Fassung.
    ...
    Genau.
    Mich hat mal jemand beim Kanonnclub schlechter als sein Vorgänger beurteilt. Das war wie grobes Dienstvergehen oder silberne Löffel klaun. Der dufte meine Diensträume nicht betreten und alles was ich zu Papier gebrach habe nicht anschauen. Wie er zu dem Ergebnis gekommen ist, kann man nur schwer nachvollziehen.
    Der Mensch erfand die Atombombe, doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren (Einstein)

    Ich muss noch bis Oktober warten: https://www.youtube.com/watch?v=p7w9Mf8qOUg

  4. #4
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    Der User hat ein beurteilungsrechtliches Problem und ich habe ihm etwas dazu geschrieben und ihm vielleicht weitergeholfen.
    Das ins Lächerliche zu ziehen, finde ich schon recht arm.

  5. #5
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    Danke für die Hilfe und sorry für die lange Dauer meiner Antwort. Ich bin noch ein paar Monate krank und komme derzeit wieder mit vielem nicht klar, vergesse vieles und bin einfach durch den Wind.

    Meine Beurteilung bezieht sich teilweise auf Sachen, die ich in meiner Freizeit gemacht habe. Ich wollte mich z. B. privat weiterbilden, da ich an Fremdsprachen interessiert bin. Ich habe einen Fremdsprachenkurs an der VHS belegt, welchen ich außerhalb meiner Dienstzeit abends besucht habe. Ansonsten hatte ich nichts, weder dienstlich, noch privat. Aber ich bekomme reingedrückt, dass meine "Fortbildungsbereitschaft" (im Beurteilungszeitraum konnte ich wg. chronischer Überlastung auf keinen Lehrgang!) zwar zu begrüßen ist, ich jedoch das "Maß meiner Belastung im Auge behalten soll". Was hat das mit meinem Dienst zu tun?

    Bepunktung: 8 Punkte Auftritt nach außen, aber Wortbeitrag: Einwandfrei, zuvorkommend, sehr hilfsbereit ggü. den Bürgern.

    Führungserfolg und -verhalten ist gar nicht beurteilt, obwohl ich Stv GL bin und auch mehr als ein halbes Jahr den kranken GL vertreten habe.

    Zusammenarbeit mit Vorgesetzten: 8 Punkte, neuer GeschL war genau 4 Monate da bei der Beurteilung. Begrünung: Ich grüße ihn auf dem Flur nicht (klar, wenn er sich unterhält.. im Übrigen grüßt er mich nicht einmal wenn ich ihn direkt anspreche)

    Zusammenarbeit mit Kollegen: 8 Punkte.. woher weiß er das, vor allem nach 4 Monaten? Und ich habe Kollegen viel geholfen, Arbeit abgenommen (BURNOUT!) und mir Zeit bei komplexeren Sachverhalten genommen, ich habe 4 erste Vertretungen über Monate geschafft, teilweise gleichzeitig!

    Das ist einfach hirnrissig. Da nutzt jemand seine Machtposition aus um mich klein zu halten.

  6. #6
    Club 4.000 Avatar von Grisu
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    Zitat Zitat von sneakerpimp Beitrag anzeigen
    Hallo,

    ich habe vor 10 Monaten meine periodische Beurteilung bekommen. Ich habe mir das alles erst jetzt anschauen können und dabei einige Unstimmigkeiten entdeckt.

    Für alle die sich fragen warum ich erst jetzt schaue: Ich hatte aus "dienstlichen Gründen" keine Zeit und im Anschluss einen Burnout.
    Naja, entschuldige, wenn ich Dir zu nahe trete: "...aus dienstlichen Gründen keine Zeit ...". Eine Beurteilung bekommt man eröffnet. D.h. man bekommt eine Abschrift (meist) ohne große Kommentierung in die Hand gedrückt. Dann sollen mind. zwei Tage vergehen, danach wird sie - auf Wunsch - erörtert.
    In jedem Fall unterschreibt man seine Beurteilung. Wenn man in einer solch wichtigen eigenen Angelegenheit die Zeit nicht findet, 4 - 5 Blatt (davon die ersten Beiden Seiten allgemeine Beschreibungen) durchzulesen, lässt das schon tief blicken.
    Am Abend wird man klug für den vergangenen Tag, doch niemals klug für den, der kommen mag.

  7. #7
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    Frage: Wie viel Punkte gibt es denn? Doch wohl nicht 0-8? Sonst wäre das eine Spitzenbeurteilung.
    0 - 15? Dann könnte man das mit Durchschnittlich ausdrücken (?).
    Es gilt m.M.n. das oben von mir geschriebene.
    Falls Du in Deinem Verband bist, solltest Du ggf. um Rechtsschutzübernahme nachsuchen.
    Diese Verfahren dauern allerdings und wenn der Dienstherr ausreichend begründet und sich letztendlich
    in seinem "Gestaltungsspielraum" befindet, dürfte die Klage aussichtslos sein.
    Hat er allerdings auf Deine längere Krankheit abgezielt, wäre das ermessensfehlerhaft ("sachfremde Erwägungen")
    Leg doch mal nach einer Besprechung Widerspruch (formlos) ein. Dann muss es offengelegt werden, wie
    an zu diesem Ergebnis gelangt.
    Ist übrigens nach meiner Einschätzung nach nicht so selten, das man gerne nach unten "drückt", insbesondere
    kurz vor möglichen Beförderungen...

  8. #8
    Administrator Avatar von Kai
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    @sneakerpimp: Bedenke bitte, dass Deine KollegInnen/Vorgesetzten hier mitlesen könnten. Daher rate ich Dir im eigenen Interesse, genau zu überlegen, ob und was Du hier schreibst. Immerhin geht es ja um Dinge, die Dich sehr persönlich betreffen.

    Kai
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    Vieles bleibt ein Geheimnis. (LG Hamburg, Beschluss vom 05.10.2014, 328 T 72/14)

  9. #9
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    Entscheidend wäre wohl, wie die vorangegangene Beurteilung war. Bist du nach unten abgerutscht oder entsprach die Beurteilung in etwa der vorangegangenen? Im letzteren Fall bist du wahrscheinlich völlig chancenlos (es sei denn, das mit dem Nicht-auf-dem-Flur-Grüßen steht da wirklich als einzige Begründung).

    Man muss bei so was leider auch immer abwägen, ob es das wert ist. Ein evtl. Vorgehen gegen die Beurteilung wird für immer in der Personalakte dokumentiert. Oft ist das schon ein K.O.-Kriterium, wenn man sich mal woanders hinbewirbt.
    ... denn in Gottes Auftrag handeln jene, die Steuern einzuziehen haben. Römer 13,6

  10. #10
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    Zitat Zitat von sneakerpimp Beitrag anzeigen
    Danke für die Hilfe und sorry für die lange Dauer meiner Antwort. Ich bin noch ein paar Monate krank und komme derzeit wieder mit vielem nicht klar, vergesse vieles und bin einfach durch den Wind.

    Meine Beurteilung bezieht sich teilweise auf Sachen, die ich in meiner Freizeit gemacht habe. Ich wollte mich z. B. privat weiterbilden, da ich an Fremdsprachen interessiert bin. Ich habe einen Fremdsprachenkurs an der VHS belegt, welchen ich außerhalb meiner Dienstzeit abends besucht habe. Ansonsten hatte ich nichts, weder dienstlich, noch privat. Aber ich bekomme reingedrückt, dass meine "Fortbildungsbereitschaft" (im Beurteilungszeitraum konnte ich wg. chronischer Überlastung auf keinen Lehrgang!) zwar zu begrüßen ist, ich jedoch das "Maß meiner Belastung im Auge behalten soll". Was hat das mit meinem Dienst zu tun?

    Bepunktung: 8 Punkte Auftritt nach außen, aber Wortbeitrag: Einwandfrei, zuvorkommend, sehr hilfsbereit ggü. den Bürgern.

    Führungserfolg und -verhalten ist gar nicht beurteilt, obwohl ich Stv GL bin und auch mehr als ein halbes Jahr den kranken GL vertreten habe.

    Zusammenarbeit mit Vorgesetzten: 8 Punkte, neuer GeschL war genau 4 Monate da bei der Beurteilung. ....

    Ganz unabhängig von der Anzahl der Punkte:

    Der Beurteiler wird sich entsprechende Zuarbeiten eingeholt haben. Wie sollte es sonst auch funktionieren bei Gerichtswechseln oder Personalwechsel in der Geschäftsleitung, wenn ein paar Monate später schon die nächste Beurteilung ansteht? (Soll dann nach deiner Meinung die Beurteilung ausfallen?)

  11. #11
    Club 3.000 Avatar von Patweazle
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    Beurteilungen sind nunmal immer sehr subjektiv und Beurteilender und Beurteilter haben da oft ein sehr unterschiedliches Empfinden (Eigen- und Fremdwahrnehmung).
    Was da helfen kann, ist, das klärende Gespräch zu suchen und genau die Punkte anzusprechen, die du hier angesprochen hast - am besten mit einem neutralen Zeugen (Vertrauensperson, Personalrat).

    Du bist aus verständlichen Gründen sehr aufgewühlt und - wie du selbst schreibst - etwas durch den Wind. Da ist es sehr schwierig, die dienstliche Beurteilung mit dem gebotenen Abstand zu betrachten und sich eben nicht emotional zu sehr hineinzusteigern.

    Ich halte es auch für sinnvoller, derartige Probleme behördenintern anzusprechen oder mit Freunden - aber nicht in einem öffentlichen Forum (siehe auch Kais Beitrag weiter oben). Dieser Thread kann deine Position nicht verbessern, aber durchaus verschlechtern.
    "Ihr Recht bekommen die Leute bei mir, aber nicht ihren Willen!" (PuCo)

    Wir Zauberer wissen über sowas Bescheid!

  12. #12
    Club 2.000 Avatar von Geologe
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    Zitat Zitat von Patweazle Beitrag anzeigen
    ........
    sinnvoller, derartige Probleme behördenintern anzusprechen oder mit Freunden......

    Freunde nur, wenn sie halbwegs Ahnung haben.

    Dafür gibt es Fachanwälte

    JE SUIS CHARLIE
    **FREE**BÖHMERMANN**




  13. #13
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    Zitat Zitat von Geologe Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Patweazle Beitrag anzeigen
    ........
    sinnvoller, derartige Probleme behördenintern anzusprechen oder mit Freunden......

    Freunde nur, wenn sie halbwegs Ahnung haben.

    Dafür gibt es Fachanwälte
    Da habe ich mich unglücklich ausgedrückt. Natürlich ersetzt das vertrauliche Gespräch mit Freunden nicht den Gang zum Fachanwalt. Es ging mir bei diesem Vorschlag eher um die emotionale Komponente.
    "Ihr Recht bekommen die Leute bei mir, aber nicht ihren Willen!" (PuCo)

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  14. #14
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    Ein evtl. Vorgehen gegen die Beurteilung wird für immer in der Personalakte dokumentiert. Oft ist das schon ein K.O.-Kriterium, wenn man sich mal woanders hinbewirbt.

    Da würde ich aber ganz schnell Dampf machen und auf die Entfernung bestehen.
    Die Klage gegen eine Beurteilung ist als Beamter mein gutes Recht ("rechtliches Gehör"), wie jeder andere Bürger dieses Landes diesselben Rechte hat.

    Ob das Verfahren dann nach meinem Gusto (als Partei und Kläger) abläuft, steht auf einem anderen Papier.

    Ich kann jedenfalls nur raten, NIEMALS alleine den Besprechungstermin wahrzunehmen. Am besten darauf bestehen, das diese schriftlich (per Protokoll)
    festgehalten wird. Jeder erhält eine Fertigung zur Unterschrift, oder sofort mit dem Anwalt auflaufen.

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