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Thema: Auslegung Vor- und Nacherbschaft

  1. #1
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    Auslegung Vor- und Nacherbschaft

    Ich hätte gerne mal eure Meinung gewusst, um zu wissen, ob ich mit meiner Meinung tatsächlich alleine dastehe. Zumindest der Notar behauptet das.

    Folgendes Testament: "Wir setzen uns gegenseitig zu alleinigen und ausschließlichen Erben ein. Der überlebende ist in keiner Weise beschränkt und kann über das Vermögen frei verfügen, soweit nachfolgend nichts anderes bestimmt ist. Die wechselseitige Erbeinsetzung ist im Sinne einer Vor- und Nacherbschaft zu verstehen.
    Für den Fall des Todes des überlebenden Teils von uns bestimmen wir zum Nacherben die Kinder der Ehefrau. (...)"

    Verstorben ist der Ehemann, er ist kinderlos. Die Ehefrau hat zwei Kinder.

    Wie würde der Inhalt eures Erbscheins aussehen?

  2. #2
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    Die Ehefrau ist befreite Vorerbin, Nacherben die im Testament genannten Kinder. Das ist für mich eindeutig so gewollt von beiden Eheleuten, auch wenn bei Errichtung des Testamentes nicht vorhersehbar war, wer zuerst verstirbt. Was ist denn beantragt?

  3. #3
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    Zitat Zitat von S.B. Beitrag anzeigen
    Die Ehefrau ist befreite Vorerbin, Nacherben die im Testament genannten Kinder. Das ist für mich eindeutig so gewollt von beiden Eheleuten, auch wenn bei Errichtung des Testamentes nicht vorhersehbar war, wer zuerst verstirbt. Was ist denn beantragt?

    Beantragt ist, der Ehefrau einen Erbschein zu erteilen, der sie als Alleinerbin ausweist.
    Ich vertrete jedoch die selbe Meinung wie du.

  4. #4
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    Es wäre für jeden Nacherben wohl auch noch eine Ersatznacherbfolge i. S. des § 2069 BGB zugunsten der Abkömmlinge des jeweiligen Nacherben zu berücksichtigen. Außerdem enthält das Testament wegen § 2102 Abs. 1 BGB wohl auch eine Schlusserbeneinsetzung seitens Ehefrau, wobei sich insoweit die Frage stellt, ob diese auch bindend ist, weil es sich um ihre eigenen Abkömmlinge handelt.

    Das das Tesament nicht das Gelbe vom Ei ist, braucht nicht besonders betont zu werden. Der Wortlaut deutet jedenfalls auf eine Vor- und Nacherbfolge hin.

  5. #5
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    Dann bin ich mit meiner Meinung ja doch nicht so alleine wie der Notar das behauptet hat.
    Er begründet seine Meinung übrigens damit, dass es dem Verstorbenen Ehemann nicht primär darum ging, sicherzustellen,
    dass das beiderseitige Vermögen an die Kinder geht. Es handelt sich bei den Kindern ja nicht um seine Kinder.
    Wäre die Ehefrau die zuerst Versterbende, dann würde er mir zustimmen, so jedoch nicht.

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