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Thema: Eignung

  1. #1
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    Eignung

    Liebe Rechtspflegeranwärter*innen und Rechtspfleger,

    da ich mich mit dem Gedanken trage, Rechtspflege zu studieren, mache ich mir Sorgen, ob ich es kognitiv noch bewältigen könnte.
    Nicht so sehr, weil ich schon 36 Jahre alt bin, sondern weil ich bisher als Musiker gearbeitet habe und mich zwar für rechtliche Zusammenhänge interessiere, sie aber bisher nie systematisch studiert habe.

    Ich würde gern einschätzen, ob es mir realistischerweise während der Studienzeit gelingen kann, die Welt durch die jursitische Brille zu sehen & das Fachvokabular zu beherrschen oder ob mir die Vorbildung fehlt.

    Habt ihr vor eurem Rechtspflegestudium schon während der Schulzeit Jurakurse belegt oder habt ihr Verwandte und Bekannte aus juristischen Berufen, die euch an das Gebiet herangeführt haben oder habt ihr es auf euch zukommen lassen & bei Null angefangen?

    Ich versuche, mich zur Orientierung durch einige einführende Bücher bzw. Online-Vorlesungen zu schlagen, um zu sehen, wie schnell ich es begreifen kann.
    Da ich es beim Lesen die ganze Zeit unter dem Gesichtspunkt betrachte, wie schnell und leicht ich es verstehe, bin ich etwas ungeduldig und ab und an auch überfordert.

    Womöglich sind es auch zu viele Bücher gleichzeitig für ein erstes vorbereitendes Selbststudium (BGB/AT, SachenR, Grundbuchrecht, juristische Fachsprache, juristische Logik).

    Wahrscheinlich ist so ein Neubeginn immer ein Sprung ins kalte Wasser und man kann nicht hellsehen.

    Für eure Aufmerksamkeit dankt euch
    Quinquin

  2. #2
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    Das Studium ist eigentlich so ausgelegt, dass man dieses bewältigen kann, sollte man juristisch total unbeleckt sein. Sicher ist aber auch, dass es Kollegen mit jur. Staatsexamen oder ReNos leichter haben werden als welche die wie du aus der Musik kommen. Sind halt Richtungen die nicht miteinander vergleichbar sind. Du wirst dich natürlich total reinknien dürfen und wirst auch einmal Rückschläge erfahren. Aber deine Erfahrungen auf Grund deines Alters sind für dich ein nicht wegzudiskutierender Vorteil gegenüber den jüngeren Kollegen. Ein Versuch ist es allemal wert.

  3. #3
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    Go for it!!! je eher desto besser - achte auf die Altersgrenze! In Berlin ist diese zum Glück etwas höher angesetzt als in den anderen Bundesländern, soweit ich weiß (z.Z. 39). Du scheinst der Juristerei gegenüber sehr aufgeschlossen zu sein und wenn Dich die "juristische Fachlogik" noch nicht abgeschreckt hat, dann zieh es durch. Ein Grundverständnis hilft Dir auf jeden Fall, Dich durch den Bewerbungsprozess zu schlagen; aber denke auch daran: es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und es kommen auch Leute weiter, die frisch aus dem Abi kommen und noch keinerlei Erfahrungen in diese Richtung haben.
    Ich wünsche Dir in jedem Fall ganz viel Erfolg!

  4. #4
    Club 1.000 Avatar von Mr.T
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    Das Studium ist auch weniger §§ auswendig lernen als §§ richtig auf einen Sachverhalt zu übertragen und anzuwenden. Vorkenntnisse können helfen, sind aber nicht zwingend erforderlich. Stöbern im Forum bringt was
    Der Mensch erfand die Atombombe, doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren (Einstein)

    Ich muss noch bis Oktober warten: https://www.youtube.com/watch?v=p7w9Mf8qOUg

  5. #5
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    Klar, du wirst in deinem Studium auf Kommilitonen mit entsprechender Vorbildung treffen - ReNos, Justizfachangestellte und -wirte, Jurastudenten. Die haben es in manchen Fächern einfacher, aber die typischen "Rechtspflegerfächer" wie z.B. Grundbuch, Insolvenz, Register sind in der Regel auch für sie Neuland.
    Es wird aber auch viele geben, die - so wie ich - völlig blank vom Abi kamen, ganz ohne juristisches Vorwissen - in der Schule haben wir davon nichts gelernt. Ich hab davor nicht mal ein Praktikum gemacht. Trotzdem ist es machbar, wenn man sich ausreichend reinhängt. Erhalte dir deine Motivation!
    Oder, um aus Goethes "Faust", Teil I, Zeile 2667 zu zitieren: "Nein!"

  6. #6
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    Moin, ich habe mit dem Studium direkt nach dem Abi angefangen und hatte keinen Juristen in der Familie. Das Studium liegt aber auch schon länger zurück, damals gabs weder Internet noch Handy und ich habe es trotzdem im erste Anlauf geschafft. Also wenn Du Interesse hast, warum nicht. Nutze doch die Zwischenzeit jetzt für ein Praktikum beim Amtsgericht, da kannst Du Dich umfassend informieren, was der Rechtspfleger so den ganzen Tag macht und wirst ja feststellen, ob Dich die Sachen interessieren und Du sie durchblicken kannst. In diesem Sinne! Alle Gute für Dich!

  7. #7
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    Ob du geeignet bist, wird sich wohl spätestens im Studium herausstellen, jedoch dürftest du in einigen BL bereits das Höchstalter für die Einstellung überschritten haben.

  8. #8
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    Jeder kann es schaffen!

  9. #9
    Stammgast
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    Ich erinnere mich bei dieser Fragestellung an eine der ersten Vorlesungen zur Einführung ins BGB:

    Der hauptamtliche Dozent (Richter) fragte zu Beginn in den Raum, wer denn älter als 30 Jahre sei und/oder vom Bund komme. Den 5en, die sich daraufhin meldeten, sagte er unverblümt ins Gesicht, dass sie das Studium mit ziemlicher Sicherheit nicht schaffen werden. Das hatte gesessen. Als Begründung führte er u.a. die ab einem gewissen Alter bereits gefestigten Charaktereigenschaften und Vorstellungen von Recht und Unrecht an. Man sei quasi nicht mehr so gut "formbar".

    Und was soll man sagen - er hat recht behalten, nur 1 der 5 hat seinen Abschluss geschafft.

    Was ich sagen will: Natürlich kann jeder das Studium schaffen, sei es mit Fleiß oder natürlicher Begabung. Älteren Semestern wird es aber schwerer fallen.

    Falsch finde ich hingegen die vom TO geschilderte Vorbereitungsweise. Zu viel im Vorfeld lesen wirkt eher kontraproduktiv und führt zu unnötigem geistigen Ballast. Wenn man der Meinung ist, Rechtspflege studieren zu wollen, dann sollte man einfach (und unvorbelastet) damit beginnen und dann im Unterricht (und am Fall) lernen.
    Ein Narr ist viel bemüht; des Weisen ganzes Tun,
    Das zehnmal edeler, ist Lieben, Schauen, Ruhn.


    Angelus Silesius (1624 - 1677)

  10. #10
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    Ich bin nach vier Jahren Bund gekommen und habe es trotzdem geschafft. War auch eine justizfremde Tätigkeit
    Der Mensch erfand die Atombombe, doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren (Einstein)

    Ich muss noch bis Oktober warten: https://www.youtube.com/watch?v=p7w9Mf8qOUg

  11. #11
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    ...

    schaffen kann es jeder, aber es ist kein einfacher Studiengang.

    Ich habe nach 11 Jahren Bund mit 31 Jahren angefangen- hab es auch geschafft.
    Fachabi Wirtschaft habe ich direkt davor gemacht- brachte für das Studium gar nichts. Rechtspflege ist nichts, wo Vorkenntnisse erforderlich sind- es ist etwas ganz eigenes, Vorkenntnisse aus einem anderen Beruf helfen da wenig bis gar nichts. Hatten eine Rettungsassistentin, einen Bachelor der Philosophie und Soldaten in der Klasse- geschafft haben es fast alle, erstaunlicherweise haben es nur zwei ReNo auch im 2. Anlauf nicht geschafft (da hätte ich aufgrund der Vorkenntnisse nicht mit gerechnet).

    Sehr geholfen haben mir beim Studium die Fälle mit Musterlösungen aus den Rechtspflegerstudienheften und den Rechtspflegerstudienbüchern.
    Geändert von Insulaner (16.04.2018 um 13:15 Uhr)

  12. #12
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    Zitat Zitat von Asgoth Beitrag anzeigen
    Und was soll man sagen - er hat recht behalten, nur 1 der 5 hat seinen Abschluss geschafft.
    Das kann natürlich auch so ein bisschen wie ein sich selbst erfüllende Prophezeihung gewesen sein. Wenn man das gleich am Anfang so vor den Latz geknallt bekommt, kann es sein, dass es sich innerlich festsetzt und man unbewusst bereits erwartet durchzufallen - was dann am Ende (hier im Verhältnis 1:5) auch passiert ...
    Fraglich, wie es ausgegangen wäre, wenn diese Anfangsansage nicht gemacht worden wäre.

    Quinquin, mach dich nicht verrückt. Vorkenntnisse bringen allenfalls am Anfang leichte Vorteile, mit fortschreitendem Studium schwinden diese in der Regel und die Dinge relativieren sich.
    Der Weg ist das Ziel.


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